Lösungsansätze diskutiert

Wirtschaftsgespräch in Burbach: Parken bleibt großes Problem

Gute Stimmung beim Wirtschaftsgespräch in Burbach (v.l.): Hermann-Josef Droege (IHK Siegen), Bürgermeister Christoph Ewers, Frank von der Heyden (eltherm GmbH), Klaus Gräbener (IHK Siegen), Alexander Neff und Michael Thomas (jeweils eltherm GmbH).

Burbach. „Burbach ist außerordentlich gut unterwegs – und das seit Jahrzehnten“, lobte Klaus Gräbener, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK). „Hier zeigt sich, was möglich ist, wenn Unternehmen und Gemeindespitze eng zusammenarbeiten.“ Anlass für die anerkennenden Worte war das Wirtschaftsgespräch in Burbach, zu dem die IHK in die neuen Räume der eltherm GmbH eingeladen hatte.

In der knapp 15.000 Einwohner zählenden Gemeinde arbeiteten derzeit gut 8000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, davon rund 4500 im verarbeitenden Gewerbe. „Gegenüber dem Jahr 2000 entspricht das einer Steigerung von 34 bzw. 41 Prozent“, verdeutlichte Gräbener. „Es gibt keine Kommune im Kreis Siegen-Wittgenstein, die solche Zuwachsraten zu verzeichnen hat.“ Und auch der Pendlersaldo falle mit einem Plus von 1665 Menschen äußerst positiv aus.

„Auch die Zahl der Ausbildungsverträge ist mit 127 recht hoch für eine Gemeinde dieser Größe“, unterstrich IHK-Geschäftsführer Klaus Fenster. Die Burbacher Besonderheit: „Zwei Drittel von ihnen wurden in gewerblich-technischen Berufen abgeschlossen. Das gibt es sonst nirgendwo im Kammerbezirk.“ Im Grundsatz könnten die Ausbildungszahlen noch deutlich besser sein – „wenn alle gemeldeten Stellen besetzt werden würden.“

Rasantes Wachstum

Dass das rasante Wachstum der in Burbach ansässigen Unternehmen durchaus aber auch Probleme mit sich bringt, erklärte nicht nur eltherm-Geschäftsführer Frank von der Heyden. Er sieht seine Firma nach der letztjährigen Erweiterung im Industriepark Burbach an ihren Grenzen. Auch andere Unternehmer hätten ihre Grundstücke bereits bis auf den letzten Quadratmeter ausgereizt. Die Folge: Auch Parkflächen für Mitarbeiter werden knapp, so dass auf die Zufahrtsstraßen ausgewichen wird.

„Im mittleren Bereich der Carl-Benz-Straße ist die Parksituation besonders dramatisch und stellt ein großes Gefahrenpotenzial dar“, sagte Uwe Krumm von der Uwe Krumm GmbH. Er berichtete von abgefahrenen Fahrzeugspiegeln. „Ich bin gespannt, wann etwas Schlimmeres passiert“, so Krumm.

„Wir haben bereits jede Menge Knöllchen verteilt und mit Unternehmen gesprochen“, antwortete Bürgermeister Christoph Ewers. Bisher mit eher mäßigem Erfolg. Nach Rücksprache mit dem Kreis seien an einigen Zufahrtsstraßen bereits einseitig Gehwege in Parkstreifen umgewandelt worden. Ewers: „Wir hoffen, dass wir die Situation jetzt in den Griff bekommen. Mehr können wir nicht tun.“

Man könnte vielleicht noch die identischen Schichtwechselzeiten bei den Unternehmen etwas entzerren, lautete ein Vorschlag aus der Versammlung. Dann käme es zu weniger Überlappungen beim Parkplatzbedarf.

Zusätzliche Zufahrt über Brücke unrealistisch

Klaus Gräbener sagte zu, diese Idee mit den betroffenen Burbacher Unternehmen zu erörtern. Dem Wunsch nach einer zusätzlichen Zufahrt in Form einer Brücke über Heller und Trasse der Hellertalbahn stand Bürgermeister Ewers skeptisch gegenüber: „Wir reden hier nicht nur über Kosten in Höhe von mehreren Millionen Euro. Auch die Genehmigungsfähigkeit ist nach vor einigen Jahren bereits erfolgter Prüfung kaum erreichbar.“ Grundsätzlich zeigte sich Christoph Ewers dankbar für die Entwicklung der Unternehmen.

Burbach habe hier auch „eine große Portion Glück“ gehabt. „Die Firma eltherm ist ein hervorragendes Beispiel für erfolgreiches Unternehmertum in der Gemeinde.“

Eine Firma, die erst 1991 in einer Doppelgarage in Burbach gegründet worden ist, wie Geschäftsführer von der Heyden zurückblickte. Inzwischen beschäftigt der Hersteller von elektrischen Begleitheizungen 280 Mitarbeiter an 14 Standorten auf fünf Kontinenten. „Wir verstehen uns als Problemlöser“, definierte Frank von der Heyden. Zu den Kunden gehören namhafte Groß- und Chemieanlagenbauer wie auch Eisenbahnunternehmen in aller Welt, die Exportquote liege bei knapp 70 Problem.

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