Zweieinhalb Kilo Geschichte

Druckfrische Chronik zum Jubiläum von Daaden und Biersdorf vorgestellt

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Die druckfrische Chronik zum Jubiläum ist ab sofort erhältlich: Präsentiert wurde das Werk von den Mitgliedern des Heimatvereins und Erika Tilmann vom Arbeitskreis Kultur sowie Stadtbürgermeister Walter Strunk.

Daaden. Rund zweieinhalb Kilo wiegt sie, die Stadt- und Dorfgeschichte von Daaden und Biersdorf. Die passend zum Jubiläum erstellte Chronik ist das Ergebnis einer außergewöhnlichen Autorenleistung, die Stadtbürgermeister Walter Strunk und Mitglieder des Heimatvereins am Donnerstagnachmittag vorstellten.

Die Bedeutung des Inhalts der ersten umfangreichen Chronik der Stadt Daaden, herausgegeben von der Stadt, mit Texten und mehr als rund 1000 Abbildungen, wiegt fraglos um ein Vielfaches schwerer.

Der Einband, konzipiert von Michael Bender, zeigt auf der Vorderseite Biersdorf aus Richtung Daaden fotografiert, auf der Rückseite ein älteres Foto von Daaden, aus Richtung Biersdorf fotografiert. Insgesamt 1000 druckfrische Exemplare umfasst die erste Auflage des aufwändig gestalteten Buchs mit 648 Seiten. Es erforderte Zeit und Kraft seitens des Arbeitskreises Geschichte, der Anfang 2018 mit der Arbeit an der Chronik begann. „Ich bekam das erste Werk von Ulrich Meyer in die Hand gedrückt und bin rundum begeistert. Die Arbeit, die hier geleistet wurde für die Stadt und ihre Einwohner, das ist ein Geschichtswerk, das wirklich den Namen verdient und nicht hoch genug bewertet werden kann“, so Walter Strunk.

„Dass die Chronik noch kurz vor den Feierlichkeiten fertig geworden ist, darüber freue ich mich besonders.“ Sie hätten bereits im Vorfeld, bei der Festlegung der Themen, schnell gemerkt, dass sie mit den 500 kalkulierten Seiten nicht hinkämen.

Teilweise sei auf frühere Literatur zurückgegriffen worden, wie auf das Buch von Alfred Schneider „Das Daadener Land“, das Heimatbuch von 1953 „Unser Daadener Land“ oder auch die Bücher von Horst Günter Koch „750 und 775 Jahre Daaden“ und „Grafschaft Sayn“ von Matthias Dahlhoff. Über die Daadener Kirchengeschichte wurde ein Buch von 1936 zu Rate gezogen: „Die evangelische Kirche und Kirchengemeinde Daaden“, geschrieben vom damaligen Pfarrer Wilhelm Kückes.

In lockerer Form erzählt die Chronik, ausgestattet mit zahlreichen Fotos, auf denen sich sicher viele Einwohner wiederfinden, vom Leben der Vorfahren bereits vor der ersten Erwähnung bis zum heutigen Tage. Chronologisch sind alle wichtigen Ereignisse aufgearbeitet. „Wir haben nicht nur trockenen Geschichtsstoff verarbeitet, sondern auch Geschichten der Geschichte aufgeschrieben“, so Ulrich Meyer, der 1. Vorsitzendes des Heimatvereins: „Wie war das früher mit dem Backes, mit dem Hauberg, mit der Landwirtschaft oder mit dem Bahnbau. Außerdem haben wir kleine Episoden eingebaut.“

Die 1926 stattfindende, landwirtschaftliche Ausstellung lockte laut Chronisten 15.000 Besucher an und ist ebenfalls in der Chronik festgehalten wie auch die Traditionsgeschäfte, die länger als 100 Jahre existierten. 

Aber nicht nur alte, sondern auch neue Geschichte, wie zum Beispiel die Stadtwerdung vor zwei Jahren ist mit vielen Bildern dargestellt. Die kirchlichen Gemeinschaften sind in einem gesonderten Artikel erwähnt. Den Vereinen und Gruppierungen wurde die Gelegenheit gegeben, sich darzustellen. Eine Gelegenheit, die rund 40 Gruppen wahrgenommen haben, wodurch ein Querschnitt des Vereinslebens entstanden ist.

Bezüglich des Stadtteils Biersdorf war unter anderem Friedrich Stolz, der dort lebt und aufgewachsen ist, eine große Hilfe, so wie auch die älteren Biersdorfer Bürger, die sich im November letzten Jahres mit dem Arbeitskreis trafen und viel zu erzählen wussten. Gerhard Beck aus Biersdorf, der sich mit der mittelalterlichen Heimatgeschichte beschäftigt, hat einen Artikel über diese Zeit geschrieben. „Das hätten wir so nicht leisten können“, so Meyer. Nicht nur die Quellen aus dem eigenen Archiv dienten als Vorlage. Die Verbandsgemeindeverwaltung hat über Jahre Artikel gesammelt, auf die ebenfalls zurückgegriffen wurde.

Für die neue Chronik recherchierte Ulrich Meyer zwei Tage im Archiv in Koblenz, einen Tag in Wiesbaden. In Koblenz sei er bei alten Aufzeichnungen auf eine Skizze der früheren Kapellenschule von Biersdorf aus der Mitte des 19. Jahrhunderts gestoßen. „Bislang wusste ja kein Mensch, wie die ausgesehen hat.“

Die Chronik (29,90 Euro) ist erhältlich in Daaden beim Arbeitskreis des Heimatvereins, im Rathaus und in der Poststelle, in der Sparkasse, dem Glashaus Bräuer und Bürogeschäft Jung. In Biersdorf im Elektrogeschäft Leicher, in Weitefeld in der Poststelle und in der Buchhandlung Mankelmuth in Betzdorf.

Der Arbeitskreis Kultur hatte für die Jubiläumsfeierlichkeiten eine Idee: Erika Tilman präsentierte die personalisierte Briefmarke, die das Logo 800 Jahre Daaden und 675 Jahre Biersdorf ziert. 5000 Stück sind gedruckt worden und ab sofort erhältlich. Der Vorverkauf läuft ab sofort über das Rathaus. Zusätzlich gibt es am großen Festtag im stehenden Festzug am Sonntag, 1. September, ein Sonderpostamt der Deutschen Post. Hier können die Marken abstempelt werden. Passend dazu druckt der Heimatverein Karten mit einem alten Motiv, einem Hausspruch von 1739 am Haus Eckhardt in Daaden und dem Logo des Jubiläums.

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