Land weist Wolfsterritorium „Stegskopf“ aus

Stegskopf-Fähe zum zweiten Mal genetisch nachgewiesen

Der zweite genetische Nachweis vom Januar bestätigt erneut, dass sich die junge Wölfin, die im vergangenen Jahr bereits nachgewiesen wurde, immer noch auf dem Stegskopf aufhält. Foto: picture-alliance/dpa

Emmerzhausen. Das Senckenberglabor für Wildtiergenetik hat durch die Analyse einer genetischen Probe erneut einen Wolfsnachweis am Stegskopf bestätigt – das teilt das Umweltministerium mit.

Im Januar nahm der dortige Revierförster der Bundesforsten die Probe auf, die sowohl Urin als auch Östrusblut enthielt. Die Vermutung eines Wolfsnachweises sei laut Pressemitteilung naheliegend gewesen, da sich um die Stelle herum wolfsähnliche Spuren im Schnee befunden hatten und der ehemalige Truppenübungsplatz aufgrund der Munitionsbelastung für die Öffentlichkeit und damit auch für Hundebesitzer gesperrt ist. Anhand der Urinprobe konnte das Senckenberglabor erneut die junge Wölfin ermitteln, die bereits im Sommer vergangenen Jahres am Stegskopf nachgewiesen wurde und aus dem Rudel „Göhrde“ in Niedersachsen stammt. Mit dem Ergebnis ist nach Rücksprache mit dem hessischen Umweltministerium auch geklärt, dass es sich bei der Wölfin nicht um eine im Februar auf der A45 überfahrene Fähe aus dem Lahn-Dill-Kreis handelt.

Aufgrund des weiteren DNA-Nachweises, der eine inzwischen mindestens sechsmonatige Anwesenheit der Wölfin im gleichen Bezugsraum zeigt, kann nun auch wissenschaftlich von einem Wolfsterritorium am Stegskopf ausgegangen werden, so das Ministerium. Es könne vermutet werden, dass auch die Bilder aus dem Frühjahr 2018 sowie der Fotonachweis vom Dezember 2018 von der Wölfin aus dem Rudel „Göhrde“ stammen. Das Territorium werde nach Rücksprache mit der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes für den Wolf (DBBW) mit „Stegskopf“ benannt. Die DBBW werde das Territorium anhand eines über die Nachweise ermittelten Mittelpunktes, der sich auf der Fläche des ehemaligen Truppenübungsplatzes befindet, in die bundesweite Datenbank eintragen. Zur Darstellung des Territoriums werde die DBBW in ihrer Datenbank um den Mittelpunkt einen Radius von acht Kilometern ziehen. „Auf diese Weise wird die durchschnittliche Territoriumsgröße von Wölfen – etwa 200 Quadratkilometer – erreicht.“, heißt es weiter.

„Der erneute Wolfnachweis und die anstehende Ausweisung des Wolfterritoriums ‚Stegskopf‘ zeigen: Es war richtig, dass wir die Landkreise Altenkirchen, Westerwald und Neuwied sowie die Stadt Koblenz im Frühjahr 2018 vorsorglich als ‚Präventionsgebiet Westerwald‘ ausgewiesen haben. Im Präventionsgebiet und im künftig sich darin befindenden Wolfsterritorium können 90 Prozent der förderfähigen Kosten für wolfssichere Zäune und Herdenschutzhunde primär für Schaf-, Ziegen- und landwirtschaftliche Wildhalter vom Land gefördert werden“, erklärte Umweltministerin Ulrike Höfken.

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