„Peterchens Mondfahrt“ und „Ein toller Einfall“ 

Südwestfälische Freilichtbühne Freudenberg stellt ihr Programm für die 65. Spielzeit vor 

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Arke Zeiß, Katrin Krämer, Christian Wallhäuser, Christina Schaab und Britt Löwenstrom (von links) vor dem Kulissenmodell des Kinderstücks.

Freudenberg. Showdown mit dem Mondmann, ein Swimmingpool samt Wasserballett und ein fünf Meter langer Eisbär auf Rädern: Nicht auch, sondern erst recht in der 65. Spielzeit der Südwestfälischen Freilichtbühne Freudenberg wird am Kuhlenberg nicht gekleckert, sondern geklotzt. Auf dem Programm stehen zwei Stücke, die noch niemals in Freudenberg gespielt wurden – und die nun gleich als Eigeninszenierung über die Bühne gehen.

Regisseurin Britt Löwenstrom, Spielleiterin Christina Schaab, Katrin Krämer, verantwortlich für das Kindertheater, Bühnendesigner Arke Zeiß und Christian Wallhäuser, zuständig für das Marketing, stellten im Spielerheim das Programm vor. Mit „Peterchens Mondfahrt“ für die Kinder und „Ein toller Einfall“ im Erwachsenentheater wollen die 200 (ehrenamtlichen) Mitglieder der Südwestfälischen Freilichtbühne mindestens an die Zahlen der vergangenen Saison heranreichen. Da führten sich 37.500 Zuschauer „Pippi Langstrumpf“ und „Kohlhiesels Töchter“ zu Gemüte. „Die höchste Zuschauerzahl der letzten 15 Jahre“, unterstrich Wallhäuser, und das bei weniger Vorstellungen pro Spielzeit als in den Jahren zuvor. 

„Der ,Tolle Einfall’ ist ein toller Einfall“, freute sich Britt Löwenstrom. Sie sah den Film mit Theo Lingen und Willy Fritsch gesehen und war „sofort verliebt“. Einziges Problem: Das Skript dazu verbrannte im Zweiten Weltkrieg. „Da haben wir ein eigenes Stück geschrieben.“ In dem wird es rund um das vermeintliche Schloss-Hotel Löwenau hoch hergehen. 

Maler und Frauenheld Paul, dessen Onkel und eine beeindruckende Immobilie (in der es erstmals einen richtigen, für die Zuschauer sichtbaren Aufzug geben wird) sind Mittelpunkte eines fröhlichen Verwechslungsreigens. In weiteren führenden Rollen: Professor Unruh, Manager Donald und die Miller Girl’s , ein Zauberer nebst unterbelichteter Assistentin, ein Mafioso, eine Nonne... „Alles Charaktere, die die Bühne beleben“, versicherte Britt Löwenstrom. „Es wird ein bisschen wie in ,Kevin allein zu Haus’“. 

Kaffeeklatsch mit Mondschäfchenkuchen

„Peterchens Mondfahrt“, die Geschichte um die Kinder Peterchen und Anneliese, die zusammen mit Herrn Sumsemann losziehen, dessen sechstes Beinchen vom Mond zu holen und damit einen alten Familienfluch zu brechen, ist ebenfalls ein Klassiker. Auch hier sei eine „dicke Staubschicht“ weggepustet worden, lächelte Katrin Krämer, die gemeinsam mit Andrea Geldsetzer und Britt Löwenstrom eine „richtige Abenteuergeschichte, ein buntes, spannendes Märchen“ inszeniert. Interessantes Bühnenpersonal auch hier: Da treffen sich Donnermann, Regenfritz (mit Badewanne!), die müffelnde Blitzhexe und andere Naturgeister, da lädt die Nachtfee zum Kaffeeklatsch mit Mondschäfchenkuchen ein. 

Auch der Nachwuchs bekommt in Freudenberg schon Verantwortung übertragen. „Die Hauptrollen werden mit jungen Darstellern besetzt“, erläuterte Christina Schaab. „Peterchen“ und „Anneliese“ zum Beispiel sind zwischen neun und 13 Jahre jung. Auch die Tänze werden von den Kindern und Jugendlichen selbst choreografiert. Schaab: „Ich bin stolz, dass da alle so mitmachen.“ 

Wie immer ist die Musik ein unverzichtbares Stilmittel in beiden Stücken. Für „Ein toller Einfall“ komponierte Ulrich van der Schoor den Soundtrack, zudem gibt es ein Wiederhören mit Evergreens wie „Mein kleiner grüner Kaktus“ und „Musik, Musik, Musik“. Für „Peterchens Mondfahrt“ schrieb wieder Jan Ackerstaff selbige. Die Geschichte ist übrigens keineswegs nur etwas für die ganz Kleinen: Der Milchenstraßenmann rappt! Außerdem wird das Ganze interaktiv. Sowohl bei der Eiersuche als auch bei den Olympischen Spielen ist in diesem Jahr voller Einsatz der jungen Zuschauer gefragt. 

Während nun die echte Kulisse noch auf ihren Feinschliff wartet, ist im Kleinen alles längst fertig. Anhand des Modells verriet Arke Zeiß, der seit zehn Jahren die ausgetüftelten Bühnenbauten entwirft, einige Details. Was da binnen eines halben Jahres mit dem ersten Entwurf beginnt und spätestens zur Premiere fertig sein muss, beginnt bei fahrenden Badehäuschen und hört beim Palast der Nachtfee, der sich auf offener Bühne in den Mondberg verwandelt, noch lange nicht auf. „Man hat relativ viel zu knobeln, bis es hinhaut“, sagt Zeiß zum Entstehen der Kulisse. Und ja, Peterchen und Anneliese werden fliegen. Sie werden auch auf den Mond geschossen. Wie das geht? Also, wir spoilern doch hier nicht!

Kinderstück-Premiere erstmals an einem Samstag

  • Zu jeder Premiere gehört ein besonderes Vorprogramm – vor Peterchens Mondfahrt ist das zum Beispiel ein Weihnachtsmarkt im Sommer. 
  • Zusätzlich zu den Donnerstagsabend-Veranstaltungen im Erwachsenentheater wird es weiterhin auch die Mittwochsvorstellungen geben. 
  • Die Premiere des Kinderstücks findet erstmals an einem Samstag statt: 15. Juni, 16 Uhr. 
  • Das Erwachsenenstück wird am Samstag, 22. Juni, 20 Uhr, erstmals gezeigt. 
  • An Darstellern mangelt es nicht in Freudenberg, wohl aber an „guten Geistern“ hinter der Bühne, die beispielsweise im Kiosk helfen oder sich als Parkplatz-Einweiser nützlich machen. Christina Schaab: „Das ist ein Aufruf an alle, die mal Theaterluft schnuppern möchten!“ 
  • Weitere Informationen unter www.freilichtbuehne-freudenberg.de.

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