Ausnahmezustand am Mórer Platz

„Heilung Alaska“: Rathaus in Freudenberg von närrischen Weibern gestürmt, Bürgermeisterin in Handschellen abgeführt

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Auf die Pauke gehauen, im wahren und im übertragenen Sinne: Zum dritten Mal stürmte der 1. KVO das Freudenberger Rathaus und entführte die Bürgermeisterin in ein Lokal in der Altstadt. 

Freudenberg. Pünktlich zur Flecker Karnevalszeit um 17.11 Uhr stürmten am Altweiber-Donnerstag drei Dutzend jäcke Weiber vom 1. Karnevalsverein Oberheuslingen das Rathaus am Mórer Platz. Unter dem Dach des Zentralen-Busbahnhof  hatten sich zuvor verkleidete Frauen in konspirativer Absicht getroffen: Mit Megaphon und großer Pauke bereitete sich die geballte Ladung Frauenpower auf das dritte Karnevals-Attentat von Freudenberg vor.

Die Erstürmung des Verwaltungsgebäudes wurde von Britta Krämer, aktives Mitglied im Planungsstab des 1. KVO, und ihren Mitverschworenen geplant und durchgeführt. Erstmals bekamen die Freudenberger Karnevalisten Schützenhilfe von Mitgliedern des Käner-Karnevals-Club. Angeführt wurde die Kaan-Marienborner Delegation von Prinzessin Antje I.

Als die Stunde zur Stürmung  gekommen war, gingen die Fastnachtweiber singen und laut musizierend aufs Rathausportal zu. Hier trafen sie auf keinerlei nennenswerten Widerstand und gelangten schnell in die erste Etage und zum Büro der Bürgermeisterin.  Dort zeigte sich Hausherrin Nicole Reschke bestens vorbereitet mit auf dem Besprechungstisch bereitgestellten Leckereien.

Nach dem Absingen einiger mehr oder weniger züchtiger Lieder wurde die Freudenberger First Lady herausgefordert  und musste den Heuslinger Karnevalsruf textsicher ausrufen können: „Heilung Alsaka“.

Die verrückten Weiber bereiteten nun den nächsten Anschlag auf das Stadtoberhaupt vor,  zogen ein Paar Handschellen mit Plüsch-Ummantelung hervor und fesselten „Nicole die Erste“, um so die Entführung in einen gastronomischen Betrieb in die Altstadt zu vollenden. 

Zum dritten Rathaussturm war Bürgermeisterin Reschke bestens vorbereitet. Nach vielen Jahren der beruflichen Tätigkeit in Köln hatte sie ihre Business-Kleidung gegen ein stilechtes rot-weißes Oberteil getauscht, noch grade rechtzeitig bevor das Narren-Weiber-Kommando vor ihrem Schreibtisch stand. Im Rathausflur hatte sich die Kinder des Turnvereins aufgestellt, um der Bürgermeisterin und den närrischen Weibern ihr Können zu präsentieren.

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