„Laufendes Verfahren“: Investor schweigt

Kreis zum Handeln aufgefordert: (Wie) geht es weiter auf dem Knippen? 

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Unser Bild entstand am Dienstagabend; da hatten Spaziergänger lebhafte Aktivitäten auf der eigentlich stillgelegten Baustelle registriert.

Büschergrund. Dass das Verwaltungsgericht Arnsberg auch den erneuten Antrag der Windpark Knippen GmbH & Co KG abgelehnt hat und daher der Baustopp an den Windrädern in Büschergrund bestehen bleibt, interessierte die Bauherren wenig.

Am späten Dienstagnachmittag gegen 18 Uhr hatten Spaziergänger massive Aktivitäten auf der Windradbaustelle Knippen gemeldet. Zum ersten Mal waren demnach auch die Begrenzungslampen eines Turms aktiv. Wie denn auch der zuständige Dezernent Arno Wied beim Kreis Siegen-Wittgenstein dem SiegerlandKurier auf Nachfrage bestätigte, wurden am Dienstag bis in den späten Nachmittag die Rotorblätter an einem der drei Windräder nahe Drei Eichen montiert. 

Der Kreis habe am Abend davon erfahren; Mitarbeiter seien sofort zur Baustelle gefahren. „Wir haben dann jede weitere Bautätigkeit an den Windkraftanlagen untersagt“, so Wied. Das gelte aber nicht für eventuelle Maßnahmen zur Sicherung der Baustelle. Der Bauherr habe auch zugestimmt, die Arbeiten einzustellen. Wied: „Wir haben deutlich gemacht, dass wir das weitere Vorgehen scharf beobachten werden.“ Für den Fall, dass die Windpark Knippen GmbH &; Co. KG dem nicht nachgehe, habe man als Konsequenz Zwangsgelder und weitere Ersatzmaßnahmen angekündigt. Sollte es soweit kommen, dass auch diese Maßnahmen nicht fruchten, droht der Kreis mit Sicherungsmaßnahmen beziehungsweise der Versiegelung der Baustelle. 

Unterdessen sorgt der illegale Weiterbau nicht nur in den sozialen Netzwerken für viel Wind: Christel Hussing meldet sich am Dienstagnachmittag für die IG Knippen in einem offenen Brief zu Wort und fordert darin Arno Wied nachdrücklich zum Handeln auf, nachdem sie nach eigenen Angaben den Kran bereits auf dem Boden liegen gesehen habe. „Somit kann Ihrer aus der Presse zu entnehmenden Anweisung für den Rückbau der Rotorblätter usw. sehr schwer oder keine Folge mehr geleistet werden. (...) Wir gehen davon aus, dass der Kran weggebracht wird. Sie sind in der Verantwortung und können jetzt noch mit Hilfe staatlicher Polizeiorgane den Abzug des Krans – mit Unterstützung des Oberverwaltungsgerichts und des Verwaltungsgerichts  - verhindern und Ihre gestrigen Anweisungen durchsetzen!“

Michael Wäschenbach (CDU), energiepolitischer Sprecher im Landtag in Mainz auf Facebook unter anderem: „Als für den vom Ausbau betroffenen Bereich am Hühnerkamp in der VG Kirchen zuständiger Wahlkreisabgeordneter bin entsetzt, mit welcher Ignoranz, unternehmerischer Arroganz und der mächtigen Windkraftlobby im Rücken hier der Rechtsstaat mit Füßen getreten wird und Gerichtsentscheidungen offenbar bewusst umgangen werden sollen.“ Auch er richtet die Forderung an die Baugenehmigungsbehörde, „alle rechtsstaatlichen Mittel anzuwenden“, um die Glaubwürdigkeit in die Politik und die Staatsorgane wieder herzustellen. 

Der SiegerlandKurier bemühte sich natürlich auch um eine Stellungnahme des Investors, der CPC Germania mit Sitz in Rheine. Im Hinblick auf das „laufende Verfahren“, hieß es jedoch von dort, werde man sich nicht öffentlich äußern. 

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