70 Jahre Augsburger Puppenkiste

Jim Knopf, Urmel & Co zu Gast im Freudenberger Technikmuseum 

Im Technikmusem ziehen in diesen Tagen die Marionetten der Augsburger Puppenkiste ein. Sie sind bis Oktober zu Gast in Freudenberg.

Freudenberg. Mit einem Paukenschlag startet das Technikmuseum Freudenberg am Sonntag, 29. April, ab 10 Uhr in die neue Saison.

Wer kennt es nicht. Es ist klein, grün und putzig. Jahrmillionen hat es im Eis überdauert, bevor es im Jahr 1969 auf der Südseeinsel Titiwu aus dem Ei schlüpfte. Es hört auf den Namen „Urmel“. Spätestens jetzt müsste bei Generationen von Fernsehzuschauern der Groschen fallen.

1969 flimmerten das Urmel und seine spannenden Geschichten dank einer Zusammenarbeit der Augsburger Puppenkiste und des Hessischen Rundfunks das erste Mal über die TV-Bildschirme. Aber auch Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer, oder Bill Bo und seine Bande und viele mehr sorgten für Fernsehfreude bei Jung und Alt.

70 Jahre nach Gründung der Augsburger Puppenkiste durch Walter Oehmichen gibt es Grund genug für das Technikmuseum Freudenberg in Kooperation mit der Augsburger Puppenkiste, eine Sonderausstellung über das bekannteste Marionettentheater der Welt ins Leben zu rufen. Gezeigt wird diese vom 29. April bis 31. Oktober.

„Viel wollen wir noch nicht verraten. Wir stecken noch mitten in den Vorbereitungen“, verrät Alexander Fischbach, Pressesprecher des Museums. Erste Gedanken, eine Ausstellung zu der Augsburger Puppenkiste auf die Beine zu stellen, seien bereits im Jahr 2013 entwickelt worden, als die große Peter Lustig- und Löwenzahn-Ausstellung gerade endete. In der Zwischenzeit hatten die Augsburger eine Wanderausstellung initiiert, die sich die Museumsmacher aus Freudenberg frühzeitig sicherten. Doch eine Ausstellung einfach so übernehmen wollten die Verantwortlichen des Technikmuseums nicht. Schließlich handelt es sich um nichts Geringeres, als um die Augsburger Puppenkiste – also eine Institution für Generationen von Fernsehschauern. „Wir zeigen die Ausstellung eine ganze Saison lang“, so Friedhelm Geldsetzer, 2. Vorsitzender des Trägervereins, „da muss man sich schon Einiges einfallen lassen“.

Aber so leicht wollen sich die Verantwortlichen in Freudenberg nicht in die Karten schauen lassen. Doch so viel sei verraten: Neben einer großen Anzahl an Marionetten werden Informationen zur Augsburger Puppenkiste multimedial präsentiert. Fotos und Videos stehen im Vordergrund und ermöglichen einen Blick hinter die Kulissen des bekanntesten Marionetten-Theaters. Wegen des langen Ausstellungszeitraumes über sechs Monate haben sich die Verantwortlichen dazu entschieden, die Ausstellung im Laufe der Saison immer wieder etwas zu verändern. Dazu durchforsten die Augsburger den über 6000 Marionetten umfassenden Fundus sowie das große Requisitenlager. Es lohnt sich also, die Ausstellung im Technikmuseum im Jahresverlauf immer mal wieder zu besuchen.

Noch ein paar weitere Highlights kündigen die Ausstellungsmacher an. Zum Beispiel die Lokomotive Emma, bekannt aus den spannenden Geschichten rund um Jim Knopf und Lukas, den Lokomotivführer. Sie wird es gleich zwei Mal geben und es wird noch bis kurz vor Ausstellungsbeginn an ihr gearbeitet, wie auch an vielen weiteren Objekten.

Aus der Werkstatt des Technikmuseums wummert, hämmert, zischt und klopft es daher dieser Tage besonders heftig. Sie ist momentan unter anderem das Reich von Wolfgang Denker. Er ist der Mann, der hinter den massiven Toren der Werkstatt die bekannte Lokomotive aus dem „Nichts“ entstehen lässt. Fast fertig, lebensgroß und begehbar steht sie da und nimmt bald ihren Platz inmitten der Ausstellung ein. Fast scheint es, als sei sie lebendig und sage: „Steig ein! Endecke mit mir die Geschichte der Augsburger Puppenkiste.“

Einen echten Hingucker steuert der weltbekannte Industrieroboter-Hersteller KUKA bei und schlägt dabei den Bogen von der alten zur modernen Technik. Vielleicht braucht es in der Zukunft keine menschlichen Puppenspieler mehr. Diesen Denkanstoß liefert in der großen Maschinenhalle des Museums der puppenspielende Industrieroboter von KUKA. Er führt eine original Augsburger Puppenkisten Marionette und zeigt, wozu moderne Technik in der Lage ist. Die Zukunft des Puppenspiels in Zeiten Industrie 4.0?

Während der gesamten Saison wird es ein umfangreiches Zusatzprogramm geben. Im außerschulischen Lernort des Museums zum Beispiel können Kinder und Jugendliche an bestimmten Tagen selbst Marionetten bauen. Die Jugendgruppe des Museums unter der Leitung von Vereins-Opa Alfred Bode führt für Groß und Klein Modelldampfmaschinen vor, während in einer Kooperation mit der Südwestfälischen Freilichtbühne Freudenberg am ersten Öffnungstag Mitglieder des Ensembles in Kostümen der 2017er Inszenierung von „Jim Knopf & Lukas, der Lokomotivführer“ vor allem für die kleinen Besucher da sind.

Alle wichtigen Informationen zu Öffnungszeiten, Eintrittspreisen und Programmpunkten sind unter www.technikmuseum-freudenberg.de abrufbar.

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