Odyssee einer Dieselwalze

Stolz präsentierten die Auszubildenden der SMS Demag (Siemag) die frisch renovierte Dieselwalze. Foto: Janusch

Das Technikmuseum ist um eine Attraktion reicher. Seit einigen Tagen tuckert eine zwölf Tonnen schwere Dieselwalze über das Museumsgelände an der Olper Straße. Und dass der Stahlkoloss überhaupt wieder fährt, ist für die "Treckerfreunde" ein kleines Wunder.

Das Foto, das Hans-Jürgen Klappert von den "Freunden historischer Fahrzeuge" in der Hand hält, zeigt eine völlig heruntergekommene Walze, deren gelbe Farbe großflächig vom Rost zerfressen ist. "So sah die Walze aus, als sie Anfang der 1990er Jahre bei einem Tankstellenbesitzer in der Schweiz gefunden wurde. Die Herstellerfirma Kraus-Maffei aus München kaufte die 1929 gebaute Walze für ihr Firmenmuseum auf. 1997 begannen in der dortigen Lehrwerkstatt die Arbeiten. Der Motor wurde 1999 zur Firma Heinrich Abend nach Mannheim zur Instandsetzung gebracht. Im Jahr 2005 erfuhren die Freudenberger vom "Schicksal" der alten Walze. Der damalige Vorsitzende Rainer Scholz besichtigte die Walze und holte die Einzelteile Ende des Jahres 2006 nach Freudenberg. Jetzt begann monatelange Kleinarbeit: Das tragende Gestell mit dem Getriebe wurde in der Lehrwerkstatt der SMS Demag in Hilchenbach noch einmal überholt; alle Teile wurden hier gesandstrahlt und grundiert. Sieben Auszubildende waren mehrere Wochen mit dieser Arbeit betraut.

Die Firma MAN in Siegen übernahm das Lackieren. Anfang 2007 begann an der Olper Straße die Montage. Durchkreuzt wurde der Zeitplan, als ein wichtiges Kupplungsteil aus Eisenguss beim Einbau zerbrach. Gut ein halbes Jahr dauerte es, bis ein Ersatzteil aus Stahl gefertigt wurde. Ohne rund 150 Einzelzeichnungen auf Mikrofilm, die die Firma Krauss-Maffei im Archiv fand, wäre das "Puzzle" wohl niemals fertig gestellt worden, so Klappert weiter. Während der Wintermonate wurde in unzähligen Stunden an dem Stahlriesen gearbeitet, bis der Drei-Zylinder-Motor, der rasante 5,4 Stundenkilometer auf die Straße bringt, wieder tuckerte. Über fünf Meter lang und 3,11 Meter hoch ist die Walze, die hinten einen Druck von 8,5 Tonnen auf den Boden ausübt.

In Betrieb zu sehen ist das Ausstellungsstück unter anderem am heutigen Sonntag. Ab 10 Uhr ist das Technikmuseum geöffnet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare