Die Südwestfälische Freilichtbühne Freudenberg eröffnet die Saison 

Am Samstag fliegt Peterchen erstmals zum Mond  - eine Woche später gibt's einen tollen Einfall

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Freudenberg. Dem Eisbär fehlte noch das Fell, den Mondberg gab es erstmal nur im Modell. Anfang Mai, als die Verantwortlichen der Südwestfälischen Freilichtbühne Freudenberg zum alljährlichen Programm-Pressegespräch ins Spielerheim einluden, da hatten die Kulissenbauer noch alle Hände voll zu tun.

Am Samstag (15. Juni) sieht das freilich schon ganz anders aus, denn dann hebt sich zum ersten Mal in dieser Saison der imaginäre Vorhang, zum ersten Mal an einem Samstag überhaupt. In dieser Spielzeit schenkt sich die Bühne zwei Stücke, die noch nie zuvor auf dem Kuhlenberg gespielt wurden. 

Am 15. Juni findet um 16 Uhr die Premiere des Kinderstücks „Peterchens Mondfahrt“ statt. Eine Woche später spielt das Ensemble um 20 Uhr erstmals „Ein toller Einfall“. Mit diesen beiden Eigeninszenierungen wollen das Ensemble und die vielen, vielen guten Geister hinter den Kulissen mindestens an das Vorjahresergebnis heranreichen: Da schoss die Quote mit insgesamt 37.500 Zuschauern bei „Pippi Langstrumpf“ und „Kohlhiesels Töchter“ in Höhen, wie es das in den vergangenen 15 Jahren nicht gegeben hatte, bei wohlgemerkt weniger Vorstellungen pro Spielzeit als zuvor. 

Sofort in den Streifen verliebt

Wie gelangt aber nun die Geschichte vom „Tollen Einfall“, den Ältere noch als Film mit Theo Lingen und Willy Fritsch in Erinnerung haben könnten, auf die Bühne im alten Steinbruch? Ganz einfach: Regisseurin Britt Löwenstrom hatte den Streifen gesehen, sich „sofort verliebt“, wie sie berichtete – und losgelegt. Dass das Skript im Zweiten Weltkrieg verbrannt war, hatte die ganze Geschichte dabei nicht unbedingt vereinfacht, aber hey - „da haben wir ein eigenes Stück geschrieben“. Was sich im Einzelnen rund um das vermeintliche Schloss-Hotel zutragen wird, wäre hier des Guten zu viel verraten. Dass es um den Maler und Frauenhelden Paul, um Professor Unruh, Manager Donald – der dem amerikanischen Präsidenten nicht zufällig bis aufs Haar gleicht -, einen Mafioso, eine Nonne und andere interessante Charaktere nicht langweilig wird, dürfte jedem klar sein.

Dicke Staubschicht weggepustet 

Das gilt natürlich auch für „Peterchens Mondfahrt“. Ohne den ursprünglichen Charme und die Botschaft des Kinderklassikers aus dem Blick zu verlieren, hat Katrin Krämer gemeinsam mit Andrea Geldsetzer und Britt Löwenstrom erstmal „eine dicke Staubschicht“ weg gepustet, wie sie erzählt. „Eine richtige Abenteuergeschichte, ein buntes, spannendes Märchen“ versprechen die drei, die Bühne auch hier bevölkert mit tollen Gestalten, von denen der Donnermann, der Regenfritz und die müffelnde Blitzhexe nur einige sind, allen voran aber natürlich Peterchen, Anneliese und der Sumsemann.

Dass die beiden Kinder und ihr Käferfreund auf der Suche nach dessen verlorenem Beinchen auch wirklich und wahrhaftig auf den Mond geschossen werden, dass sich ein Palast auf offener Bühne in den Mondberg verwandelt, dass das Schloss über einen richtigen Aufzug verfügt und vieles mehr, ist Bühnendesigner Arke Zeiß und dem eingespielten Freudenberger Team um Jochen Kretzer zu verdanken. Hendrik Schaabs Requisite-Mannschaft hat monatelang alles gesammelt, was die Kulisse zu einem lebendigen Spiel-Raum macht, in der Schneiderei haben Ruth Homrich und ihre Kolleginnen alles gegeben, um die Darsteller in fantasievolle und authentische Gewänder kleiden zu können, Margot Lichtenberg und ihre Mitarbeiterinnen machen den Auftritt mit individuellen „Masken“ und Perücken perfekt. Sie alle stehen stellvertretend für 200 (ehrenamtliche) Enthusiasten, die die Südwestfälische Freilichtbühne Freudenberg Sommer für Sommer zu einem begehrten Ziel für viele Menschen weit über die Region hinaus machen. Am Samstag fiebern zum 65. Mal nicht nur die Kinder dem dritten Klingelzeichen entgegen – wetten?

Infos unter www.freilichtbuehne-freudenberg.de

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