Impuls aus der Dorfgemeinschaft aufgegriffen

Unglück in Alchen: Ev. Kirchengemeinde hat ein Spendenkonto eingerichtet

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Alchen. Nach den schlimmen Ereignissen in Alchen am 8. September ist die Betroffenheit im Ort immer noch sehr groß. Dennoch versuchen die Bewohner, in den Alltag zurückzufinden. Sie suchen nach Wegen, um das Geschehene zu verarbeiten und sie möchten aktiv die Opfer und deren Angehörige unterstützen. 

"Das ist der Grund, warum wir uns jetzt entschieden haben, ein Spendenkonto einzurichten", erzählt Pfarrer Oliver Günther, der am Donnerstagmorgen (12. September) die Pressevertreter in die evangelische Kirche nach Alchen eingeladen hatte. Die Anregung des Spendenkontos sei aus der Bürgerschaft gekommmen. "Die Solidarität und die Hilfsbereitschaft sind groß", so Günther. 

Deshalb haben die Kirchengemeinde und die Stadt Freudenberg den Impuls aus der Dorfgemeinschaft aufgenommen, ein Spendenkonto einzurichten. Das sei wichtig, weil "die Leute einfach das Bedürfnis haben, etwas Konkretes zu tun. Damit schaffen wir eine Möglichkeit, aktiv helfen zu können", so Günther. 

Spenden für die diakonische und seelsorgerische "Bewältigung der Folgen aus dem Unglück in Alchen vom 8. September 2019" können auf folgende Konto überwiesen werden:Ev.-Ref. Kirchengemeinde Oberholzklau; IBAN: DE09460500010070750575; Verwendungszweck: Unglück in Alchen

Gremium entscheidet über die Mittelverwendung

Wie das Geld am Ende eingesetzt wird, soll ein Gremium entscheiden, dass sich unter anderem aus Oliver Günther, der Bürgermeisterin Nicole Reschke und Vertretern aus der Bürgerschaft zusammensetzt., Günther: "Wie das Geld verwendet wird, ist jetzt natürlich noch völlig offen. Man kann ja noch nicht überblicken, wo am Ende die Not am größten ist. Wichtig ist, dass wir die noch unabsehbaren Folgen auffangen können". In jedem Fall sei das Geld zweckgebunden und könne nicht für andere Dinge eingesetzt werden. 

In der ev. Kirche können Bürger seit Dienstag ihrer Trauer Raum geben. Immer abends ist die Kirche geöffnet und bietet Möglichkeiten der stillen Andacht, aber auch des Gesprächs und der Begegnung. "Das Angebot wird sehr gut angenommen. Zwischen 30 und 50 Menschen waren Dienstag und Mittwoch hier", erzählt Günther. Bis Samstag ist die Kirche ab 18 Uhr geöffnet. Es stehen auch Seelsorger für Gespräche bereit. Am Sonntag findet dann der große Gedenkgottesdienst statt. Da rechnet Günther mit vielen Besuchern und deshalb werden auch Ordnungsamt und Polizei vor Ort sein, um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten. Bild- und Tonaufnahmen sind verboten. 

TV-Gottesdienst wurde abgesagt

Apropos: Für Sonntag, 29. September, hätte in der evangelischen Kirche in Alchen ein TV-Gottesdienst mit ERF-Medien stattfinden sollen, der am 6. Oktober ausgestrahlt worden wäre. "Diesen Gottesdienst haben wir abgesagt. Kameras im Gottesdienst wären zu diesem Zeitpunkt nicht angemessen. Die Betroffenheit der Menschen braucht gerade jetzt einen geschützten Raum. Trauer ist immer intim und es muss Begegnung geben, die unbeobachtet ist",erklärte Günther die Entscheidung.  

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