Turbulente Wallfahrt

Dem Pfarrer blieb es vorbehalten, die verwirrten Gemüter zu besänftigen und ins rechte Lot zu rücken. Von links Stefan Seyfarth, Lee Jahns, Norbert Weber, Stefan Romschinski, Uwe Will, Hans Ermert, Stefanie Euler, Cindy Hof und Elke Schmidt. Foto: Rainer Wirth

Mit dem Schwank "Wallfahrt ins Sporthotel" startete die Laienspielgruppe des katholischen Knappenvereins in die Theatersaison. Nach dem "Vorjahreshammer" mit dem Schwank "Dem Himmel sei Dank" landete die Truppe mit "alten Hasen" und hoffnungsvollem Nachwuchs wieder ein Stück, das geeignet erscheint, in den nächsten Vorstellungen das Publikum trefflich zu unterhalten.

Unter der Regie von Uwe Will wurde die "Wallfahrt" einstudiert und mit viel Lokalkolorit gewürzt. Die Orte der Handlung, die von der Autorin Beate Irmisch mehr ins Bajuwarische verlegt worden waren, lagen nun im Siegerland und Westerwald und bezogen durch den Ortswechsel zusätzliche Reize. Es geht im Stück um einige Schwerenöter, die eine Wallfahrt nach Neunkirchen vorschieben, um klammheimlich ein neu eröffnetes Wellnesshotel zu besuchen, das mit verlockenden Angeboten wie gemischte Sauna, Thai-Massagen und Ähnlichem wirbt.

Das alles hätte man auch im Heimatort haben können, aber Gastwirt und Bürgermeister Otto Geiermann (Uwe Will) wollte nicht, ebenso wenig Bäckermeister und Ratsvertreter Willi Mehlwurm (Stefan Seyfarth) und schon gar nicht Bauer Karl Korn (Norbert Weber), der seine Grundstücke lieber hortet als zu verkaufen. Einzig Lehrer Justus Kümmerlich (Stefan Romschinski) war stets ein warmer Befürworter der Ansiedlungsidee. Den Frauen der Schwerenöter, Selma Geiermann (Cindy Hof), Henriette Mehlwurm (Elke Schmidt) und Justine Kümmerlich (Stefanie Euler) kommt die plötzliche Wallfahrtslust ihrer Ehemänner nicht geheuer vor. Sie setzen den Bäckerlehrling Manni Schmittchen (Lee Jahns) und Kellnerin Helmi Glückauf (Lisa Köhler) auf die Spur der Wallfahrer, die dann auch prompt den kirchlichen Bußgang vorzeitig verlassen und im Sporthotel eine muntere Fete steigen lassen. Das hat Folgen, denn am anderen Morgen vermisst der Bäckermeister seine Unterhose, der Lehrer seinen Geldbeutel und der Bürgermeister etliche Stunden Gedächtnis. Hinzu kommen saftige Gardinenpredigten, in die sich auch der Pastor Gottlieb (Hans Ermert) mit einschaltet. Da sich am Ende aber Unterhose, Geldbeutel und die Herzen aller wieder ein- und zusammenfinden, steht dem glücklichen Happy End nichts im Wege...

Wie immer waren zur Premiere im Knappensaal auch die Mitglieder der Ökumenischen Behindertengruppe eingeladen. Sie überreichten den Akteuren der Spielgruppe zum Finale ein kleines Präsent.

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