Hilchenbacher Gruppe bleibt in Barcelona

„Wir lassen uns durch den Terror nicht entmutigen!“

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Die Hilchenbacher Jugendgruppe hielt sich zum Zeitpunkt des Anschlags in der Nähe auf, bekam die Tat selbst aber nicht mit. Von den Sicherheitsvorkehrungen (wie hier abgebildet) waren die 44 Jugendlichen und ihre Betreuer jedoch betroffen, konnten die Stadt zunächst nicht verlassen. 

Barcelona/Hilchenbach. Am Donnerstag raste in Barcelona ein Lieferwagen in eine Menschenmenge. 100 Menschen wurden verletzt, 14 verloren ihr Leben. Als die Meldungen die Runde machten, muss der Schreck bei den Angehörigen von 44 Jugendlichen aus Hilchenbach immens gewesen sein.

Denn die jungen Leute im Alter zwischen elf und 21 Jahren nehmen an einer Jugendfreizeit der Stadt in Calella an der Costa del Maresme teil, etwa eine Stunde von Barcelona entfernt. Und ausgerechnet am Tag des Anschlags weilte die Gruppe zu einem Tagesausflug in der zweitgrößten Stadt Spaniens. Die Stadt Hilchenbach reagierte schnell: Nicht lange, nachdem die Tat in den Medien und sozialen Netzwerken die Runde machte, kam schon die Mitteilung aus dem Rathaus, dass alle Teilnehmer der Freizeit unversehrt geblieben seien. 

Alle blieben unversehrt 

Stadtrat Udo Hoffmann hatte die Schlagzeilen gegen 17.30 Uhr gesehen, jedoch zunächst nicht mit der Gruppe in Verbindung gebracht, wie er dem Siegerlandkurier am Telefon erzählte. Durch Kontakt mit Eltern, die wiederum von ihren Kindern Nachrichten bekommen hatten, konnte jedoch relativ rasch Entwarnung gegeben werden. Die Gruppe mit ihren sechs erfahrenen Betreuern, darunter Heike Kühn und Roman Mengel vom Familienbüro der Stadt Hilchenbach, war jedoch nicht, wie Hoffmann betonte, Augenzeuge des Geschehens geworden, sondern hatte sich „lediglich“ in der Nähe des Tatortes, des von Touristen hochfrequentierten Viertels Las Ramblas, aufgehalten und war dadurch natürlich auch von den Auswirkungen des Anschlags unmittelbar betroffen. 

Keine frühere Rückkehr geplant 

So konnte sie die Stadt erst in den frühen Morgenstunden verlassen, um in ihr Quartier zurück zu kehren, weil ringsherum alles abgesperrt war. Planmäßig sollten die Hilchenbacher, die mit einem Reisebus unterwegs sind, am Dienstag wieder zurückkommen. Zunächst war fraglich, ob die Gruppe die Reise aufgrund der Ereignisse abbrechen würde oder nicht, am Freitagmittag jedoch versandte die Hilchenbacher Verwaltung eine Erklärung aus Barcelona: 

„In solchen Zeiten des Terrors ist es wichtig, dass man zusammenhält. Unsere Gemeinschaft hat dazu beigetragen, die gestrige Situation in Barcelona gut und sicher zu meistern. Wir blicken trotz dieses Vorfalls nach vorne und haben gemeinsam entschieden, unsere Freizeit bis zum Ende fortzuführen, um das Erlebte gemeinsam zu verarbeiten. Wir sind in Gedanken bei den Opfern, deren Familien und Angehörigen. Wir lassen uns durch den Terror nicht entmutigen!“ Gezeichnet wurden die Zeilen von Heike Kühn, Roman Mengel und der Gruppe.

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