Initiatoren und Helfer sind hochmotiviert bei der Sache 

Café Herzstück in Hilchenbach: Nach Oktober soll es weitergehen

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Hilchenbach. Es sieht so aus, als würde das kleine Café seinem Namen alle Ehre machen: Hilchenbach hat ein neues „Herzstück“ bekommen. Ende Oktober ist zwar Schluss – doch danach soll es weitergehen. Die Helfer sind hochmotiviert.

Am 25. August wurden hier die ersten Stücke Kuchen auf die Teller geladen. „Ich hätte nicht gedacht, dass das so einschlägt“, sagt eine sichtlich begeisterte Annette Czarski-Nüs. Zusammen mit den Eheleuten Jutta und Peter Neuhaus steht sie hinter der bürgerschaftlichen Initiative, die die Idee hatte, in den früheren Räumen des Hilchenbacher Fahrradladens einen ehrenamtlich betriebenen Treffpunkt einzurichten

Zwar war in Hilchenbach wiederholt der Wunsch nach einem Café geäußert worden. Aber entsprang dies auch einem wirklichen Bedürfnis? Tatsächlich fanden seit der Eröffnung 500 Besucherinnen und Besucher den Weg ins „Herzstück“, viele davon schon Wiederholungstäter. Hilchenbacher natürlich, aber auch Gäste von außerhalb. So wie neulich die Herrenrunde auf E-Bikes aus dem Netpherland, so wie die eine oder andere Wandergruppe, so wie die Dame, die mit Zug und Bus aus Deuz anreiste, weil sie von dem Projekt aus der Zeitung erfahren hatte – Print wirkt. 

Jutta Neuhaus, Inge Bruch und Annette Czarski-Nüs (v.l.) ziehen eine positive Zwischenbilanz. Kurz zusammengefasst: Im "Herzstück" soll es weitergehen. 

Dass das Pressegespräch draußen vor der Tür stattfindet, hat übrigens nichts mit Sucht nach frischer Herbstluft zu tun: Drinnen ist es proppenvoll. Sicher, für eine professionelle Gastronomie wäre die bisherige Besucherbilanz zu dünn. Das Herzstück-Team will aber kein Geld verdienen. Hinzu kommt, dass Hausbesitzer Heinrich Born während der Testphase Miet- und Nebenkosten übernimmt und verschiedene Unterstützer das Projekt mit (Sach-)Spenden begleiten. Mit anderen Worten: Alles im grünen Bereich und hochzufriedene Gesichter bei den Initiatoren.

 „Es macht ganz viel Spaß. Deshalb wollen wir unbedingt weitermachen!“, unterstreicht Jutta Neuhaus. Das Geheimnis liegt vielleicht auch darin, dass die Wärme hier nicht bloß aus den Heizkörpern strömt. Gerne kommen die Helferinnen und Helfer für einen kleinen Plausch an die Tische. Niemand wird hinauskomplimentiert, wenn er nicht „genug“ verköstigt. „Wir setzen uns auch dazu“, nickt Inge Bruch, „die Meisten kennen uns ja“.

Alle Altersgruppen vertreten - nicht nur im Helferteam

Die fast 82-Jährige ist eine von inzwischen rund zwölf guten Geistern (von denen jeder nicht nur im Service mithilft, sondern auch Kuchen beisteuert). Dass ihre 21-jährige Enkelin Emma Stötzel ebenfalls zum Team gehört, steht für das Generationsübergreifende an dem Projekt. Altersgemischt sind auch die Gäste. Paare Mitte 20 und Renter kommen ebenso vorbei wie Familien. „Die Leute mögen, dass Kinder hier offensichtlich willkommen sind“, hat Jutta Neuhaus beobachtet. Die Besucher erfreuen sich an der familiären Atmosphäre. Auch Details wie die Stoffservietten, stilvoller und umweltfreundlicher als ihre Verwandten aus Papier, kommen gut an, ebenso die Dekoration. 

Verschiedenes „verzahnt“ sich

Die ist teils käuflich, entstammt dem „Einzelstücke“-Bauwagen in Dahlbruch. Weitere Kooperationen haben ganz wie beabsichtigt ihren Anfang genommen: So beköstigte das Herzstück-Team kürzlich eine Autorenlesung bei Eva Graß nebenan, liefern „Keppels Früchtchen“ den Apfelsaft und 57Wasser das – nun ja, Wasser. „So verzahnt sich das“, freut sich Jutta Neuhaus. 

Damit hier auch weiterhin geklönt und geschlemmt werden kann, ist eine Zusammenarbeit mit den KlimaWelten mindestens vorstellbar. Der Kuchen wird derzeit noch in Heimarbeit produziert. Sollte das Ganze wirklich dauerhaft werden, müsste eine andere Lösung her – und die Klimabildungsstätte verfügt über eine ordentlich abgenommene Küche. „Wir sind in allen möglichen Gesprächen, wie das klappen könnte“, sagt Neuhaus mit Blick auf die Zeit nach Oktober und verrät: „Es sieht ganz gut aus!“ 

„Wir prüfen, ob wir eine Genossenschaft gründen“

Wenn es geht, soll das Café seinen bisherigen Standort am Marktplatz beibehalten, auch wenn noch die eine oder andere bauliche Veränderung – Stichwort zweiter Notausgang – nötig wäre. Die Öffnungszeiten (mittwochs, freitags, samstags und sonntags von 15 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung unter Tel. 0152/27007160) sollen bleiben. Denn auch wenn alle Helfer weitermachen wollen – „mehr können wir als Ehrenamtler nicht stemmen“, so Neuhaus. 

Die Toilettenfrage hat sich geklärt, die Christliche Gemeinde Gerbergasse gegenüber hat ihre sanitären Anlagen nicht nur zur Eröffnung zur Verfügung gestellt. Dass dies als dauerhafte Lösung auch behördlicherseits Zustimmung fände, da sind die Initiatoren zuversichtlich. „Wir prüfen im Moment, ob wir eine Genossenschaft gründen“, gibt Jutta Neuhaus preis. Das Ganze soll weitestgehend ehrenamtlich bleiben, denkbar wäre allerdings eine 450-Euro-Kraft. 

Nach diesem Monat werden sich also die Türen des „Café Herzstück“ erst einmal schließen. Aber eben nicht für immer. Wann geht's weiter? „So schnell wie möglich!“, sagt Annette Czarski-Nüs.

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