Wasserverband erhöht Speicherkapazitäten für vier Kommunen

„Ein sehr hoch gelegener Hochbehälter“

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Das Bauteam, bestehend aus Dirk Müller, Stefan Mönnig sowie Torsten Winchenbach, gab am Donnerstag einen Einblick in die Bauschritte.

Hilchenbach. Aufmerksame Spaziergänger an der Breitenbachtalsperre haben sich bereits ein Bild von den Erdarbeiten für den Erweiterungsbau des bestehenden Trinkwasserhochbehälters gemacht.

Der Wasserverband Siegen-Wittgenstein realisiert oberhalb der Aufbereitungsanlage an der Breitenbachtalsperre eine Erhöhung der Speicherkapazitäten und damit eine Stabilisierung der Trinkwasserversorgung für seine Kunden in den Stadtgebieten Hilchenbach, Kreuztal, Freudenberg und Netphen. „Mit dem sehr hoch gelegenen Hochbehälter können wir ohne weiteren Hochbehälter und Druckstationen die Trinkwasserversorgung bis auf die Freudenberger Wilhelmshöhe gewährleisten“, erklärte Geschäftsführer und Technischer Leiter. Dipl.-Ingenieur Dirk Müller am Donnerstagmorgen bei einem Vorort-Termin. 

An der Breitenbachtalsperre betreibt der WVS in Kombination mit der Aufbereitungsanlage einen Hochbehälter mit zwei Wasserkammern. Pro Wasserkammer können aktuell 3000 Kubikmeter Trinkwasser bevorratet werden, insgesamt 6000 Kubikmeter. Aufgrund altersbedingter Reparaturen und Systemumbauten kommt es in der Trinkwasserspeicherung immer wieder zu Betriebsunterbrechungen, die durch ausreichende Trinkwasserspeicherung in diesem Hochbehälter kompensiert werden müssen. Die Aufbereitungsanlage leistet einen möglichen Spitzendurchsatz von täglich ca. 18.000 Kubikmeter Trinkwasser, so dass das vorhandene nutzbare Hochbehältervolumen dreifach ausgetauscht wird.“ „Benötigte Stillstandzeiten für Reparaturen an dem Wasserwerk dürfen maximal sechs bis sieben Stunden anhalten, ansonsten leeren sich auch sämtliche an den WVS-Hochbehälter angeschlossene kommunale Speicher“, erklärte Müller weiter. 

In Folge dessen wird zur Stabilisierung der Betriebs- und Versorgungssicherheit an der Breitenbachtalsperre ein deutlich höheres Speichervolumen benötigt und mittels Erweiterungsbau sogar auf 12.000 Kubikmeter verdoppelt, das einem 2/3-Tagesbedarf (16 Stunden) an diesem Standort entspricht. Für das Bauvorhaben wurde ein Grunderwerb von der Waldgenossenschaft Allenbach erforderlich. „Da es bei dem Projekt auch um deren Trinkwasser geht, waren die Gespräche sehr gut verlaufen und wir haben problemlos Lösungen gefunden“, so Dirk Müller. Für die bauliche Umsetzung ist die beauftragte Baufirma derzeit damit beschäftigt, einen Erdaushub von ca. 23.000 Kubikmeter Bodenmaterial zu bearbeiten. Nach der Fertigstellung des Baukörpers muss etwa die Hälfte der Menge wieder eingebaut und der überschüssige Rest abtransportiert werden. Der größte Teil der überschüssigen Erde wird in ortsnahe Waldwege eingebaut. „Im Insbachtal bis nach Grund, im Winterbachtal in Müsen sowie im Breitenbachtal werden die Waldwege erneuert mit dem Erdaushub“, erklärte Bauleiter Dipl.-Ing. Stefan Mönnig.

Da rund um den Hochbehälter durch die Arbeiten ein Großteil der Waldfläche weichen musste, werden nach Fertigstellung der Baumaßnahmen wieder Bäume angepflanzt. „Dort werden wir mit regionaltypischen Baumkulturen wieder aufforsten“, erklärte auch Torsten Winchenbach vom Wasserverband Siegen-Wittgenstein. Der Abtransport des Erdreichs kann nur über die Talsperrenstraße erfolgen. Um einen möglichst reibungslosen Ablauf auf der durch parkende Fahrzeuge eingeengten Zufahrtsstraße zu ermöglichen, fährt meist ein Konvoi aus drei Lkw zu den Entladestellen. Mit regelmäßigen Reinigungsarbeiten möchte der Wasserverband in der Talsperrenstraße und auf dem Damm bis zur Aufbereitungsanlage großer Verschmutzungen entgegenwirken. „Wenn dann die Waldwege rund um die Breitenbachtalsperre stellenweise erneuert werden, ist eine Sperrung des Rundweges aus Sicherheitsgründen erforderlich. Hier informieren wir aber rechtzeitig noch einmal“, so Dirk Müller. Die Planungen sehen vor, die Erdaushubarbeiten bis Weihnachten beendet zu haben, doch durch den nahenden Wetterumbruch mit viel Schnee, werden sich diese Arbeit wahrscheinlich aber noch verzögern, gab Stefan Mönnig bekannt. Im Frühjahr sollen die Betonarbeiten beginnen. Ein Ende der Baumaßnahme beziehungsweise die Inbetriebnahme der neuen Hochbehälterkammer ist für Ende 2018 geplant. Kosten soll die gesamte Baumaßnahme an dem dann größten Hochbehälter im Wasserverband etwa 2,1 Millionen Euro.

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