Etablierte Filmreihe wird „volljährig“

Im Viktoria Filmtheater: „KinoKino – Frauen in starken Rollen“ geht in eine neue Runde 

„Swimming with Men“ läuft zum Auftakt der diesjährigen Filmreihe. Witzige Geschichte mit ernstem Hintergrund: Bis heute darf Herren-Synchronschwimmen nicht olympisch sein.

Dahlbruch. 18 Jahre und kein bisschen leise: Die etablierte Kinoreihe „KinoKino – Frauen in starken Rollen“ startet am Montag, 28. Januar, 19 Uhr, mit der Unternehmerinnenschau und dem Buffet der Soroptimistinnen, bevor es um 20 Uhr heißt: „Film ab!

Der Startfilm im Jubiläumsjahr des Frauenwahlrechts heißt „Swimming With Men“! Ein Widerspruch? Nein, denn der Kampf um Gleichberechtigung darf auch Spaß machen. Der Mann von nebenan in Badehose, mitten in der Midlife Crisis, kämpft um persönliche Anerkennung in einer weiblichen Sportart. „Mutige, sich emanzipierende, Männer braucht das Land, denn diese dürfen – Stand heute – tatsächlich noch nicht in der Disziplin Synchronschwimmen an den Olympischen Spielen teilnehmen“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung. So mussten sich Frauen auch das Skifliegen erkämpfen.

Nicht baden gegangen sind mit ihrer Idee einer Frauenfilm-Reihe Monika Molkentin-Syring, Jochen Manderbach und Annette Kreutz (v.l.).

Die Folgefilme haben starke Frauen als Hauptdarstellerinnen: Mit „Astrid“ (25. Februar,), „Colette“ (25. März), „Alles ist gut“ (29. April) und „Die Berufung“ (27. Mai) steigt das Veranstaltertrio in die noch immer wirksame harte gleichstellungspolitische Realität mit klarer Rollenverteilung und Ausgrenzung ein. Die bewährte Veranstaltungsgemeinschaft besteht aus Jochen Manderbach, Betreiber des Viktoria Filmtheaters, Annette Kreutz, Hilchenbacher Gleichstellungsbeauftragte, und ihrer Kreuztaler Kollegin Monika Molkentin-Syring. 

Seit 18 Jahren bieten sie neben gleichstellungspolitischen und gesellschaftsrelevanten Filmen auch Raum zum Netzwerken in Form einer Ausstellungsplattform für Unternehmerinnen, Projekte und Frauenverbände an. Vor jedem Film können sich die Gäste (zu 90 Prozent Frauen) an zwischen 20 und 30 Ständen informieren. 

Kinobuffet für den guten Zweck 

Das Kinobuffet dient der Spendensammlung für gemeinnützige Zwecke. Die Soroptimistinnen, die dieses Buffet seit Jahren erfolgreich bestücken und managen, verzeichnen erfreuliche Spendensummen: 2.000 Euro wurden allein im Jahr 2018 eingenommen und an die alf – Alternative Lebensräume GmbH übergeben. Hiervon profitierte ein Hilchenbacher Wohnprojekt. Die erfolgreiche und gut besuchte Frauenfilmreihe war das Vorbild für die ebenfalls erfolgreiche Senioren-Kinoreihe „Ohne Altersbeschränkung“. 

An den Frauenkinoabenden gibt es keinen Parkplatz mehr in der Nähe des Filmtheaters und das Kino selbst ist meist erfüllt von glücklichen und freundlichen Stimmen. Die Menschen genießen das Miteinander, und während der Filme kommt es nicht selten zu Zwischenapplaus, Lachen und Johlen. 

Leistungen und Erfolge von Frauen sichtbar machen 

Die Veranstalterinnen und der Veranstalter schreiben: „Wir möchten auch weiterhin die oftmals unsichtbaren Leistungen und Erfolge von Frauen sichtbar machen und ergänzend dazu die allgegenwärtig wirkenden Diskriminierungen. Selbstbestimmt leben Frauen auch in Deutschland noch nicht!“ 

Übrigens: Ein Gästewunsch geht in diesem Jahr in Erfüllung. Neu ist, dass sich die Besucherinnen und Besucher online für den Balkon einen festen Sitzplatz buchen können. Die Karten müssen bis 19.30 Uhr an der Abendkasse abholt werden. Vor dem jeweiligen Film gibt es auf der Bühne Inhaltliches zum Abendthema, und dann heißt es auch schon: „Film ab!“

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