Im nächsten Frühjahr beginnen die Arbeiten

Ministerin übergibt Heimat-Zeugnis: Ginsburg wird  barrierefreie Höhenburg

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Grund. Nein, noch ist hier nichts barrierefrei, das merkte auch Ina Scharrenbach, und das lag bloß am Schuhwerk. Am Mittwoch hatte die NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung einen Termin auf der Ginsburg. Aber es wird. Demnächst werden auch Menschen in Rollstühlen oder mit Rollatoren mühelos hinauf finden und den grandiosen Blick vom Oberdeck des dicken gelben Turms aus genießen können.

Denn dank des Zuwendungsbescheides Heimat-Zeugnis, den Scharrenbach in einer blauen Mappe mit sich trug, soll das Siegerländer Wahrzeichen in den nächsten Monaten in eine barrierefreie Höhenburg verwandelt werden. In Zahlen ausgedrückt sind es 770.000 Euro, die an den Verein zur Erhaltung der Ginsburg übergeben wurden. 

Für die rührigen Burg-Herren und -Damen ein Happy End nach jahrelangen Planungs- und Vorbereitungsarbeiten und zugleich ein Anfang, denn jetzt heißt es: Anpacken. Was das Bauliche angeht zum einen, zum anderen müssen die restlichen zehn Prozent der Gesamtinvestition in Höhe von 855.000 Euro aufgebracht werden.

Unterschrift unters Heimat-Zeugnis (vorne v.l.) Ministerin Ina Scharrenbach,Dieter Viehöfer,(hinten v.l.) Hilchenbachs Bürgermeister Holger Menzel, Markus Völkel und Anke Fuchs-Dreisbach (MdL). 

„Ich lege Ihnen dieses Geld auf die Schultern“, so Scharrenbach in Richtung des Vereinsvorsitzenden Dieter Viehöfer. Der wiederum versicherte namens seiner Mitstreiter, man sei sich der mit dem „Jahrhundertgeschenk“ verbundenen Verpflichtung sehr bewusst. „Treiber“ des Projektes sei Markus Völkel, übergab er das Wort an seinen 2.Vorsitzenden. Der stellte in kurzen Zügen vor, was sich hier in naher Zukunft tun wird.

Dank der Zuwendung der Landesregierung werden nun zum einen die notwendigen Sanierungsarbeiten auf und im Turm und an den Mauern der Burganlage in Angriff genommen. Zum anderen wird die gesamte Anlage mit einem neuen Pavillon, der Herstellung von Barrierefreiheit, einem Museum und einer Ausstellung fit für die Zukunft gemacht.

Zusammenarbeit mit der Uni Siegen

Besagter Pavillon erhält unter anderem einen multifunktionalen Ausstellungsraum und moderne Toiletten. Eine Rampe führt von diesem Gebäude um die Burg herum und zu deren Eingangsbereich. Im Turm selbst wird die in Zusammenarbeit mit Museumspädagogen ausgearbeitete und variable Ausstellung mit den Schwerpunkten Heimat-,Umwelt- und Kultur sowie Geschichte der Ginsburg fortgesetzt. 

Die Plattform des Turms ist künftig auch per Innenaufzug erreichbar. Der Verein hat bei den Entwürfen mit dem Department Architektur der Uni Siegen unter der Leitung von Prof. Dipl.-Ing. Peter Karle zusammengearbeitet. 

Jetzt, wo die Finanzierung in trockenen Tüchern ist, werden sich die Beteiligten in Herbst und Winter mit der konkreten Planung, Genehmigungen und Vergabe von Aufträgen befassen. Ab dem kommenden Frühjahr sollen die Arbeiten beginnen. Man hoffe, so Markus Völkel, in einem Jahr die ersten Maßnahmen deutlich sehen zu können und will Ende 2020 fertig sein.

Infoabend am 4. September

Der Verein zur Erhaltung der Ginsburg veranstaltet am Mittwoch, 4. September um 18 Uhr im Turmzimmer der Ginsburg einen öffentlichen Informationsabend.

Bereits Ende 2018 erhielt er aus einem Denkmalschutz-Sonderprogramm eine 50-prozentige Förderung für dringend notwendige Sanierungen, deren Gesamtinvestitionen sich auf 141.500 Euro belaufen, die ausschließlich ins Fachwerkhaus und die Burgküche fließen. Insgesamt werden so in den nächsten beiden Jahren eine Million Euro in die Ginsburg investiert.

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