Philharmonie und Jugendorchester gemeinsam auf der Bühne

„Der Gläsersaal soll klirren“

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(v.l.) Der Intendant der Philharmonie Südwestfalen, Michael Nassauer, Sophia Oerter, Joshua Kühn sowie Inge Kohlgrüber, Ansprechpartnerin des MJO, freuen sich auf das baldige Konzert.

Hilchenbach/Siegen. Die jungen Talente des Märkischen Jugendsinfonieorchesters (MJO) werden zum ersten Mal am Sonntag, 10. September, mit den Profis der Philharmonie Südwestfalen auf der Bühne stehen.

Obwohl die Patenschaft der Philharmonie für das MJO, entstanden durch die Initiative „tutti pro“, bereits seit August 2014 besteht, kommt es erst jetzt zu einem gemeinsamen Auftritt. „Jeder hat seine eigenen Termine und auch die Zeit der Planung – wir haben circa ein Jahr gebraucht – muss man mit rechnen“, so Michael Nassauer, Intendant der Philharmonie Südwestfalen. 

Die Idee der Initiative ist, dass sich die Berufsorchester den Jugendorchestern als Mentor zur Verfügung stellen. Die jungen Musiker dürfen zum Beispiel bei den Proben den Berufsmusikern über die Schulter schauen oder werden von einem der Profis bei den Registerproben geleitet. Doch die Parterschaft der beiden Orchester hat sich über die Jahre ausgeweitet, bis hin zu einem gemeinsamen Konzert. 

Auf der Bühne werden am 10. September 50 von ihnen, ausgewählt von Dirigent Thomas Grote, sitzen und neben ihnen 52 Musiker der Philharmonie Südwestfalen. „Wir wollen den Gläsersaal zum Klirren bringen“, sagte Michael Nassauer, „es wäre toll, wenn wir auf ein interessiertes und zahlreich erschienenes Publikum blicken könnten“. 

Angelehnt an das Lutherjahr spielen die Musiker Mendelssohns 5. Sinfonie, auch Reformationssinfonie genannt. Außerdem warten sie mit der laut Nassauer „sehr tiefgehenden und tollen“ Ballettmusik zu „Romeo und Julia“ von Sergej Prokofjew auf. „Dieses Stück war für alle von uns eine große Herausforderung, die wir aber am Ende, noch gut gemeistert haben“, berichtete die MJO-Konzertmeisterin Sophia Oerter bei einem Pressegespräch. Ihr Kollege und 1. Trompetenspieler Joshua Kühn stimmte ihr zu: „Die meiste Probezeit ging für Romeo und Julia drauf.“ 

Bis zu acht Stunden am Tag probten sie in einer Jugendherberge ihres Partnerschaft-Landkreises Elbe-Elster und gaben dort schon einmal Kostproben ihres Programmes. Die Resonanz der Besucher war wirklich gut, freute sich Sophia Oerter. Auf gute Resonanz hoffen die jungen Leute auch, wenn sie auf der ganz großen Bühne ihr Können unter Beweis stellen dürfen. Und das eventuell nicht einmalig, sondern auch in den kommenden Jahren, denn Michael Nassauer schwebt eine Idee vor, die er versuchen möchte umzusetzen. 

„Es wäre toll, wenn wir in geraden Jahren ein Gemeinschaftskonzert mit dem Jugendsinfonieorchester der Fritz-Busch-Musikschule Siegen und in ungeraden Jahren eines mit der MJO auf die Beine stellen könnten.“ Christoph Haupt, Assistent des Intendanten, erwähnte während des Pressegesprächs die Zusammenarbeit mit der AWo Siegen-Wittgenstein/Olpe und deren Projekt Kultur:Live, das es möglich macht, auch einkommensschwache Personen und Familien an Kultur teilhaben zu lassen. „Gerne vergeben wir Freikarten, uns ist eine gute Kommunikation äußerst wichtig.“ 

Die Musiker freuen sich darauf alle Besucher am Sonntag, 10. September, ab 17 Uhr mit ihrem Konzert begeistern zu dürfen.

Die Patenschaft entstand durch die Initiative „tutti pro“ der Deutschen Orchestervereinigung (DVO), der Jeunesses Musicials Deutschland (JMD) und dem Verband deutscher Musikschulen. (VdM).

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