Bezirksregierung zeichnet Projekte aus

Naturschutzpreis 2018 geht an Schülergenossenschaft „Keppels Früchtchen“

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Vorstands- und Aufsichtsratsmitg lieder der „Früchtchen“ mit Regierungspräsident Vogel (3.v.l.) und Lehrer Michael Schäfftlein (rechts) bei der Preisverleihung.

Allenbach. Mit den alten Bäumen rund um die Sporthalle fing vor drei Jahren alles an – 2016 gründete sich am Gymnasium Stift Keppel dann die Schülergenossenschaft „Keppels Früchtchen“. In diesem Jahr haben die jungen Genossenschaftler nicht nur rekordverdächtige 3.600 Kilo Äpfel verarbeitet, für ihr Engagement überreichte ihnen Regierungspräsident Hans Josef Vogel jetzt auch den Naturschutzpreis der Bezirksregierung 2018.

Der stand diesmal unter dem Motto „Natur in der Stadt – Natur im Dorf“ . Die Apfelbäume rund um die Schule und in der näheren Region nachhaltig und effizient nutzen, mit diesem Ziel traten die Schülerinnen und Schüler seinerzeit an. Heute zähle die Genossenschaft 77 Mitglieder, berichtet Michael Schäfftlein als beaufsichtigender Lehrer im Gespräch mit dem SiegerlandKurier. 

Der „Arbeitstrupp“ besteht stets aus Schülern der Klassen 8 – 14 engagierte Mädchen und Jungen, die einen nicht unbeträchtlichen Teil ihrer Freizeit in das „Früchtchen“-Projekt stecken. Die früheren „Achter“ sind inzwischen in der 11 und ziehen als Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder die Fäden. Die Schülergenossenschaft arbeitet eng mit den Gartenfreunden Kreuztal zusammen. Allein in dieser Saison waren hier acht Pressungen fällig, umgerechnet in Saft: 2.500 Liter. „Wir haben für nächstes Jahr mit produziert“, freut sich Schäfftlein. 

Ihre Erzeugnisse bieten die „Früchtchen“ auf Schulveranstaltungen und in ihrem eigenen Laden im Gymnasium an. In die Produktion fließen die Äpfel von den eigenen Bäumen ebenso wie jene, die sonst nicht abgeerntet würden. In diesem Jahr gab die Gruppe besonders den entsprechenden Angeboten älteren Menschen den Vorzug – jenen, so Schäfflein, die den Krieg miterlebt hätten und darunter litten, wenn Obst nicht geerntet und verarbeitet würde. Das sei für die alten Leute ebenso gut gewesen wie für die Jugendlichen – auch bekam so der Nachhaltigkeitsgedanke, den sich die „Früchtchen“ auf die Fahnen geschrieben haben, auf diese Weise nochmal einen ganz neuen Dreh. 

Und „Keppels Früchtchen“ denken weiter: Nicht nur in ihrer Zusammenarbeit mit den KlimaWelten Hilchenbach, sondern auch im Obstanbau selbst. Vor etwa einem Jahr unterzeichneten sie einen Vertrag mit der Stadt Hilchenbach, der ihr gestattete, auf einem städtischen Grundstück nahe der Grundschule Allenbach 16 Apfelbäume zu pflanzen. Regierungspräsident Hans Josef Vogel war jedenfalls voll des Lobes: „Heute ist der Naturschutz ein Thema in und aus der Gesellschaft. Dies ist ein Verdienst der vielen ehrenamtlichen Naturschutzinitiativen in unseren Städten und Regionen. Natur in der Stadt und Natur im Dorf tragen entscheidend zur Lebensqualität bei. Mit dem vielfältigen ehrenamtlichen Einsatz vieler Menschen aller Altersgruppen lebt der Naturschutz vor der eigenen Haustür. Der Naturschutzpreis 2018 will dieses Engagement anerkennen und gute Beispiele auszeichnen“, wird er in einer Pressemitteilung zitiert. 

Für die Schülerinnen und Schüler gibt es aber nicht nur Ruhm und Ehre, sondern auch Bares: Der Naturschutpreis ist mit 1.000 Euro dotiert. Die werden natürlich investiert – vielleicht in die Anschaffung einer Spindelpresse, zur Herstellung von Gelee unerlässlich. Davon könne man dann mehr produzieren, überlegt Michael Schäfftlein laut. Für dieses Jahr ist der Fruchtaufstrich jedenfalls schon ausverkauft. 

Weitere Infos auf www.keppels-fruechtchen.de

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