„Night Garden“ aus Licht und Schatten

Zur Eröffnung von KulturPur29 begeisterte das Evolution Dance Theatre 

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Das Evolution Dance Theatre begeisterte mit "Night Garden" zum Auftakt von KulturPur.

Grund. Zauberhafte Motive aus Schatten und Licht, bunte Bälle, die sich – zum hörbaren Entzücken des Publikums - nach und nach zu einem Menschen formen, die scheinbare Überwindung der Schwerkraft im Tanz und ein verspielter Showdown auf einer – ja, was denn eigentlich? Hüpfburg? Das Evolution Dance Theater begeisterte am Donnerstagabend (6. Juni) zur Eröffnung des 29. Festivals KulturPur die Besucher im Großen Zelttheater.

Sieben junge Tänzerinnen und Tänzer und ihr Choreograph Anthony Heinl (der in der zweiten Halbzeit mit auf der Bühne stand) erzählten 13 kurze Geschichten ohne roten Faden, dafür explodierend vor Einfallsreichtum: mal fröhlich, albern beinahe, mal bewegend, einfach nur schön und immer verblüffend. 

Das Schwarze Theater – schwarz gekleidete Tänzerinnen und Tänzer unsichtbar vor schwarzem Hintergrund, lediglich die Requisiten sichtbar – ist keine neue Erfindung und begeistert trotzdem immer wieder. Ist ein Tänzer hier noch Tänzer, oder wird er selbst zum „Zubehör“? 

Gerade stand er noch da, wie eingefroren, im nächsten Moment malt er mit Licht und wird bemalt, wachsen der Tänzerin neben ihm plötzlich die Flügel einer Elfe. Grünes Licht tropft von einer Leinwand herab. Zwei Frauen umfangen einander wie unter Wasser: Dann sind sie ganz sie selbst auf der Bühne, zeigen ihre Gesichter und ihr ganzes (auch akrobatisches!) Können. 

Aus einer lieblichen Szenerie zu Joni Mitchells „Woodstock“ erwächst wie aus dem Nichts ein Gefühl der Bedrohung, Woodkids „Run boy Run“ ist ein wilder, schneller Tanz vor und mit einem Vorhang aus Farben. Wo jeder Handgriff sitzen muss und eine Sekunde der Unaufmerksamkeit das Synchrongefüge hoffnungslos durcheinanderbringt, da bleibt der tänzerische Ausdruck manchmal auf der Strecke, ist es hier und da ein bisschen sehr ausführlich geraten. 

Aber zu lang? Auf keinen Fall! Lang ist höchstens der Applaus am Ende dieses – Schwarzlicht hin, Schwarzlicht her – bunten Abends. Da passte es doch, dass Landrat Andreas Müller beim Empfang davon sprach, dass KulturPur jedes Jahr neue Farben im Programm hätte. Der Vorverkauf sei in dieser Saison im Vergleich zu 2018 noch besser gelaufen – in Zahlen ausgedrückt war die Rede von 10 Prozent -, viele Acts sind restlos ausverkauft. Stefanie Heinzmann (8. Juni) zählt nicht dazu. Wer da also noch Bedarf hat: Versuch macht klug.

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