Renate Setzer überreichte die Schulschlüssel an Joachim Steinebach

Rektorin der Carl-Kraemer-Realschule Hilchenbach in den Ruhestand verabschiedet

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Von der Rektorin zur Ruheständlerin: Renate Setzer überreicht den Schlüssel zur Schule an ihren Nachfolger Joachim Steinebach.

Hilchenbach –Feierlich und emotional ging es am Dienstagvormittag in der Aula der Carl-Kraemer-Realschule (CKR) in Hilchenbach zu: Die Schulgemeinde verabschiedete Schulleiterin Renate Setzer in den Ruhestand – oder, wie einige Redner schmunzelnd bemerkten – in die „ewigen Sommerferien“.

Eins wurde bei der Verabschiedung jedenfalls ganz deutlich: Renate Setzer hinterlässt große Fußstapfen für ihren Nachfolger Joachim Steinebach. Sie hat die Geschicke der Hilchenbacher Realschule 16 Jahre lang – also seit der Gründung – geleitet und damit das Schulleben, wie es heute ist, entscheidend geprägt. „Bis heute gab es an der Schule 1358 Schüler und dir lag jeder einzelne davon am Herzen“, sagte Konrektor Johannes Stracke in seiner Begrüßungsrede. Setzer sei es immer wichtig gewesen, jeden einzelnen in seiner Individualität zu sehen und zu stärken. Auch für die persönlichen Umstände ihrer Kollegen habe sie sich immer interessiert. „Du hast bis heute so gearbeitet, als würdest du noch weitere 16 Jahre diese Schule leiten“, so Stracke. „Was bleibt, sind Glaube, Hoffnung, Liebe – diese drei, doch die Liebe ist die größte unter ihnen“, zitierte er abschließen aus dem „Hohelied der Liebe“ und machte damit deutlich, wie sehr Kollegen und Schüler „ihre“ Rektorin vermissen werden.

Lydia Schnitger, Dezernentin der Bezirksregierung Arnsberg, warf einen Blick auf die berufliche Laufbahn der Schulleiterin und gab einige kleine Einblicke in deren Personalakte, die laut Schnitger das Bild „einer Powerfrau zeichnet“. „Sie waren allzeit im Einsatz, als wäre die Schule ihre eigene, kleine Firma.“

Auch Bürgermeister Holger Menzel richtete im Namen der Stadt Hilchenbach als Schulträger einige Worte an die scheidende Rektorin. „Sie haben immer Zeit für die Anliegen der Schüler, der Eltern und des Kollegiums gehabt und das ist nicht selbstverständlich.“

In einer emotionalen Präsentation erinnerte Meik Belz, Vorsitzender des Lehrerrats, der von Tag eins an mit Setzer und einer weiteren Lehrerin an der Carl-Kraemer Realschule gearbeitet und sie mit aufgebaut hatte, an die kleineren und größeren Meilensteile, die sie in dieser Zeit erlebten und umsetzten. Belz erzählte von den Anfängen im Gebäude der Wilhelm-von-Oranien-Hauptschule. „Aufbrechen, gemeinsam neue Wege gehen“ sei damals das Motto gewesen. Auf einem Foto sieht man Setzer, wie sie bei der Renovierung der alten Räumlichkeiten in der Wilhelm-von-Oranien-Hauptschule hilft.

„Du hast vieles auf diesem Weg erleben dürfen, Gutes, aber auch nicht so Gutes.“ Belz erzählte unter anderem die Anekdote von einer legendären Klassenfahrt nach Bielstein, bei der alle Kinder eine Magenverstimmung hatten und ein nahe gelegener Friedhof mit gruseligen Grablichtern sein Übriges tat, um das Heimweh zu fördern. Oder wie ein Wasserschaden 2009 die naturwissenschaftlichen Räume verwüstete. Er berichtete vom Umzug in das ehemalige Gebäude des Jung-Stilling Gymnasiums und dem ersten Abschluss an der Realschule 2009, an den Klimaschutzpreis und den Flashmob zum Tag gegen Rassismus. „Du hast immer wieder neue Dinge angestoßen und neue Wege gedacht, um ‘deine’ Schule weiterzubringen und für deine Überzeugungen gekämpft. Du kannst stolz sein auf das, was hier unter deiner Leitung geschaffen wurde.“

Beispielsweise hatte sich Setzer seinerzeit für die Einführung eines Hauptschulbildungsgangs an er Realschule eingesetzt, zudem ist die Schule eine „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ und wurde seit 2013 mehrfach mit dem Berufswahlsiegel ausgezeichnet. Manfred Müller, Sprecher der Realschulen im Kreis Siegen-Wittgenstein, lobte: „Die Schule ist ein Ort des respektvollen Miteinanders und der gegenseitigen Wertschätzung – das war dir immer wichtig.“

Pfarrer Rüdiger Schnurr i.R. – mit Setzer familiär verbunden – erinnerte daran, dass sie ihren christlichen Glauben stets auch in ihre Arbeit habe einfließen lassen. So bestehe seit fast 16 Jahren die feste Tradition der Schulgottesdienste, beispielsweise zu Weihnachten, zu Ostern oder bei Abschlüssen.

Auch Renate Setzer selbst nutzte die Feierlichkeiten, „um noch ein paar Dinge zu sagen, die mir wichtig sind.“ Sie blicke tatsächlich auf eine sehr bewegte Zeit zurück, die auch viele Herausforderungen beinhaltet habe. Mitunter hätten dicke Bretter gebohrt werden müssen. „Ich bin sehr stolz auf mein Kollegium, dass es an diesen Baustellen mitgearbeitet hat.“ Sie bedankte sich auch bei den Eltern, die seinerzeit den Mut gehabt hätten, sich für eine Realschule in Hilchenbach einzusetzen.

Sie sei dankbar für alle Begegnungen, Gespräche und das vertrauensvolle Miteinander – und auch für 16 Jahre Dienst an jungen Menschen. Ein Dank ging auch an ihre Familie, die sie immer unterstützt habe, genauso wie „Wegbegleiter, die zu Freunden wurden“. Sie schaue nun voller Zuversicht in die kommende Zeit und dankbar zurück. 

Die Rektorin wünschte ‘ihrer’ CKR anschließend: „Sie möge leben, wachsen und weiter blühen.“ Ein Buch – das „A-B-C der guten Schule“ – überreichte Sie dann samt Schulschlüssel an Joachim Steinebach, dem „ich gerne und mit großem Vertrauen meine Nachfolge anvertraue“. Im Gepäck hatte sie auch ein T-Shirt für Steinebach. Mit der Aufschrift Rektor aus Leidenschaft – „denn das isser.“

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