Fünf Projekte – fünf Gruppen: Erste Termine stehen fest

 Generationen im Dialog: „Keppels Zukunftsstifter“ wollen loslegen 

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Zum Projekt „Keppels Zukunftsstifter“ gehört auch der Umgang mit neuen Medien. Erste Kontakte wurden bereits bei der Auftaktveranstaltung hergestellt.

Allenbach. „Alt hilft Jung und Jung hilf Alt“, das steckt hinter dem neuen Projekt „Keppels Zukunftsstifter“. Michael Schäfftlein vom Gymnasium Stift Keppel und Gudrun Roth von der Senioren-Service-Stelle der Stadt Hilchenbach hatten am Donnerstagnachmittag zur Auftaktveranstaltung im Mehrzweckraum des Gymnasiums eingeladen.

 „Keppels Zukunftsstifter – Generationen im Dialog“, so lautet der volle Projekttitel. Rund 30 Personen waren zum Auftakt gekommen, darunter Schüler des Gymnasiums, Bürgermeister Holger Menzel, Pastor Herbert Scheckel und Schulleiter Dr. Jochen Dietrich. Neben einer Vorstellung der ersten fünf Einzelprojekte wurden auch gleich schon Termine vereinbart. 

Denn beim Auftakt des generationsübergreifenden Gemeinschaftsprojektes zwischen der Stadt Hilchenbach und dem Gymnasium Stift Keppel waren auch zahlreiche Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 9 vertreten. Allerdings hatte lediglich eine ältere Dame den Weg in den Mehrzweckraum gefunden. 

„In Kürze sind wir zuversichtlich, viele ältere Menschen anzusprechen und ein schönes und nützliches Gemeinschaftsprojekt auf die Beine zu stellen. Wir wissen ja noch nicht wie es wird, doch wir planen und sind zuversichtlich“, so Michael Schäfftlein. 

Konkret genannt wurden fünf Projekte, allesamt aus dem Leben gegriffen: 

  • „Ohne Eltern wohnen“: Wer nach dem Schulabschluss eine Ausbildung macht oder studiert, muss oder möchte vielleicht eine erste eigene Wohnung beziehen. Nicht jeder junge Mensch bekommt in gleicher Weise Unterstützung durch die Erziehungsberechtigten. Viele Fragen und Probleme tun sich dann auf. Im Politikunterricht hätten Schüler den Wunsch geäußert, bald in eine eigene Wohnung zu ziehen, und berichtet, dass sie teils durch die Eltern aus unterschiedlichen Gründen keine große Hilfe zu erwarten hätten, berichtete Schäfftlein. Probleme tun sich auf in Sachen Bankkonto eröffnen, Haushaltsführung – oder was beim Großputz zu beachten ist, ohne gleich bei den anderen Mietern negativ aufzufallen. „Es gibt da viele offene Fragen, zu denen die erfahrenen älteren Menschen bestimmt sehr gut behilflich sein können“, so Schäfftlein. Gudrun Roth: „Viele Ältere haben Zeit und möchten sich einbringen. Bedarf und Interesse sind vorhanden.“ Hier bot auch Holger Menzel gleich seine Hilfe an. Er wird am 19. Februar um 15.30 Uhr am Stift eine Seminarveranstaltung für Schüler und Schülerinnen zum Thema „Selbstständig Wohnen“ durchführen. 
  • „Neue Medien und deren Nutzung“: Nicht wenige ältere Menschen sind aufgrund der rasanten Entwicklung mit der Nutzung moderner Kommunikationsmittel überfordert oder wagen sich erst gar nicht an sie heran. Die jungen Leute dagegen sind hier topfit und können ihr Wissen weitergeben und Fragen beantworten. Für eine solche Internetsprechstunde wurde ein konkreter Termin vereinbart: Am Montag, 18. Februar, um 15.30 Uhr, findet dieses Treffen zwischen Jung und Alt im Mehrzweckraum Z 213 statt und alle Interessierten dürfen vorbeikommen. Weitere Informationen gibt es über die Stadt Hilchenbach und über das Gymnasium selbst. Die Seniorin, die zur Auftaktveranstaltung erschienen war, bekundete gleich ihr Interesse: „Ich habe zwar ein Tablet, schreibe über WhatsApp Nachrichten und surfe im Internet. Doch an vielen Stellen fühle ich mich hilflos und könnte hier gut Hilfe gebrauchen. Alleine schon, da ich früher kein Englisch in der Schule gelernt habe und mir viele schwierige Begriffe erst einmal übersetzen muss.“ 
  • Als drittes Projekt nannte Michael Schäfftlein dieErgänzung der bestehenden Hausaufgabenhilfe. Stift Keppel bietet für Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen Hausaufgabenhilfe an, die von älteren Schülern geleitet wird. Damit die Teilnehmer intensiver betreut werden können, werden Senioren als Helfer gesucht, die Zeit, Geduld und Lebenserfahrung mitbringen. Schäfftlein unterstrich, dass die Senioren den bestehenden Leitern der Nachhilfe keinen Arbeitsplatz wegnehmen, sondern diese unterstützen würden. „Die jungen Schüler sind sehr lebendig. Ältere Menschen hingegen strahlen Ruhe aus und geben in der Hausaufgabenbetreuung vielleicht etwas davon ab und bringen die Kinder auch mit ihren eigenen Erinnerungen von früher auf einen anderen Weg.“ Wer hier unterstützen möchte, kann am Mittwoch, 20. Februar, in der Bibliothek der Schule vorbeischauen oder sich um 13 Uhr am Haupteingang abholen lassen. 
  • Unterstützung der Schülergenossenschaft „Keppels Früchtchen eSG“: Bis zu 20 Schülerinnen und Schüler ernten Äpfel von schuleigenen Bäumen oder solchen, deren Früchte sonst ungenutzt verderben würden. Die Äpfel werden bei den Gartenfreunden in Kreuztal gemostet und der Saft in der Schule oder regional vermarktet. Ein kleinerer Teil wird zu Gelee oder Marmelade verarbeitet. Das geschieht auch, wenn es Birnen oder Quitten gibt. Insgesamt 77 Genossen zählen die Keppels Früchtchen aktuell.

    Es werden jedoch noch engagierte Helferinnen und Helfer gesucht, denn es gibt nur einen betreuenden Lehrer. Mögliche Hilfsaktivitäten wären: Begleitung des Ernteteams, Fahr- und Transportdienste auch bei auswärtigen Verkaufsaktionen, gemeinsam mit den Schülern Flaschen spülen, Früchte schälen und stückeln oder Marmelade und Gelee kochen. Alle 14 Tage treffen sich die Schüler in „geraden“ Kalenderwochen von 13.45 bis 15.15 Uhr zu ihren Früchtchenrunden. Am 21. Februar findet das nächste Treffen im Raum 233 statt und die Schüler würden sich sehr über ein Mitwirken sowie Tipps und Tricks älterer Helfer freuen. 

    Einen Mitstreiter fanden sie bereits im stellvertretenden Bürgermeister Klaus Stötzel. Der berichtete begeistert von den bisherigen Erfahrungen mit den jungen Menschen, die er seit vielen Jahren bei der Müllsammelaktion mache. 

  • Zu guter Letzt berichteten Ann-Katrin Giese und Franziska Stroick über ihr Projekt: Die beiden Schülerinnen möchten einen Bewegungsworkshop für ältere Menschen anbieten, eine Mischung aus Zumba, Gymnastik und Tanz. Wie genau sich die Projekte entwickeln werden, dass können alle Beteiligten noch nicht absehen, doch sie blicken zuversichtlich in die nächsten Treffen.

    Gudrun Roth erklärte, dass es auch schon über die seit einigen Jahren bestehende Hilchenbacher Taschengeldbörse zu einem generationsübergreifenden Miteinander kommen würde.

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