Hand in Hand gearbeitet 

Zahlreiche Schaulustige bei der Abschlussübung von Feuerwehr und DRK in Müsen

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Die Helfer von Feuerwehr und DRK arbeiteten bei der Herbstabschlussübung in Müsen gut zusammen.

Müsen - Aufregung am Samstagnachmittag in Müsen. Dort hatte es einen schweren Verkehrsunfall gegeben. Eine nicht einfache Arbeit für die Feuerwehr Müsen und das Deutsche Rote Kreuz. Ort des Geschehens war die Hauptstraße kurz vor dem Ortsausgang.  Allerdings handelte es sich hierbei nicht um einen echten Einsatz. 

Um kurz nach 13 Uhr klingelten die Melder und kündigten den TH2-Einsatz (Technische Hilfeleistung) an. Kurze Zeit später fuhren die Einsatzfahrzeuge der Löschgruppe Müsen und des Deutschen Roten Kreuzes, Ortsverein Hilchenbach  schon mit Blaulicht und Martinshorn an die Einsatzstelle. Auf der Hauptstraße hatte es augenscheinlich an der Ecke zur Straße Werbelsbrunnen eine Kollision zwischen einem Lkw und zwei Pkw gegeben. Ein Fahrzeug lag auf der Beifahrerseite, das zweite stand einige Meter weiter in Flammen. 

Erste Schwierigkeit: Die Retter kommen nicht durch 

Die erste Schwierigkeit auf der Anfahrt bereitete den Einsatzkräften eine Engstelle auf der Hauptstraße. Zahlreiche Pkw standen äußerst ungünstig am Fahrbahnrand – wie gelegentlich im echten Einsatz. Denn zum Glück war das ganze Szenario auf der Hauptstraße nur eine große Abschlussübung. Bei der konnten die 35 Einsatzkräfte der aktiven Müsener Wehr, die 16 Jugendfeuerwehrleute sowie neun Helfer des DRK Hilchenbach viele Arbeitsabläufe anwenden. Alles das, was sie regelmäßig an ihren Dienstabenden trainieren. 

Bei der Abschlussübung ging es aus Feuerwehr-Sicht in erster Linie um die technische Hilfeleistung. Bei dem brennenden Fahrzeug musste eine Löschwasserversorgung aufgebaut werden. Schnell waren die Flammen bekämpft, doch die Arbeit noch lange nicht vorbei. Im umgestürzten Pkw mussten die Verletzten versorgt werden. Ein Junge auf der Rücksitzbank rief um Hilfe. Ein Mann lag auf dem Beifahrersitz. Er war mit seinem Fuß im Lenkrad einklemmt und zudem ohne Bewusstsein. 

Nach einer ersten Sichtung aller Verletzten versorgte das Rote Kreuz die Unfallopfer. Bei dem Bewusstlosen entschieden sich die Helfer für eine sogenannte Sofort-Rettung, früher auch Crash-Rettung genannt. Bei der soll der Patient, anders bei der patientenorientierten Rettung, schnellstmöglich aus dem Unfallfahrzeug geholt werden. Die Bewusstlosigkeit war in diesem Fall der ausschlaggebende Punkt. Erst wurde die Frontscheibe entfernt, um an den Patienten dran zu kommen. Mit einer hydraulischen Schere wurde sogar noch das Dach geöffnet. „Das haben wir aber in diesem Fall mehr gemacht, um der Bevölkerung zu zeigen, wie so etwas geht, und um die Übung noch ein wenig spannender zu machen“, erklärte Müsens Löschgruppenführer Matthias Lau. 

Regie bei der Übung führte Einsatzleiter Karsten Brombach. Parallel zu der Patientenrettung und den Löscharbeiten baute in der Zwischenzeit das DRK unter der Leitung von Gruppenführer Martin Menn ein Zelt zur Versorgung der Verletzten auf. Hier packte neben dem Nachwuchs des DRK auch die Jugendfeuerwehr Müsen tatkräftig mit an. Als das Zelt stand, wurden darin Behandlungsplätze errichtet und schon kurz nach danach kamen die ersten Verletzten, von denen einer aus dem Fahrzeug geschleudert worden war. 

Zum guten Schluss noch Ehrungen

Das gute Zusammenspiel zwischen Feuerwehr und Rotem Kreuz konnten auch die vielen Zuschauer entlang der Einsatzstelle miterleben. Sicherlich gab es an der einen oder anderen Stelle Dinge, die hätten anders gemacht werden können. Doch um es im Ernstfall zu optimieren und zu verbessern, seien solche gemeinsamen Übungen da, erklärte Matthias Lau. 

In seinen Worten am Ende der Übung hob er noch einmal die gute Arbeit aller Einsatzkräfte hervor. Hilchenbachs Stadtbrandinspektor Harald Stecher schloss sich an: „Von Jahresabschlussübung möchte ich noch gar nicht sprechen. Denn das Jahr ist ja noch nicht vorbei. Alle haben eine gute Arbeit gezeigt. Und die Bevölkerung hat nochmal sehen können, wie wichtig die Feuerwehr und ihre Aufgaben sind“, so Stecher. 

Klaus Stötzel lobte als stellv. Bürgermeister aus Sicht der Hilchenbacher Verwaltung die ständige Bereitschaft, 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag für den Schutz der Bevölkerung da zu sein. Nach den warmen Worten fanden Ehrungen für langjährige Feuerwehrarbeit statt. Für 40 aktive Jahre erhielten Wolfgang Schür und Thomas Kahlhöfer eine Urkunde samt Anstecknadel. Auszeichnungen für 10 Jahre gab es für Pascal Stenzel und Dennis Hein.  

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