Zauber im Lichterschein

Bei der Feuertänzerin Flamebabe wird?s ganz schön heiß.

Kerstin Broh vom Aktionsring Hilchenbach ist ideenreich und emsig – gilt es doch, Hilchenbach einmal im wahrsten Sinne des Wortes "in ein anderes Licht" zu rücken: So kommt es, dass sie sich mit dem 1. Hilchenbacher Mondscheinmarkt nicht nur ein ganz neues Veranstaltungskonzept ausgedacht hat, sondern auch ein ganz neues Ambiente.

Am Abend des 27. Oktobers werden der historische Marktplatz und die angrenzenden Häuserfassaden in buntes Licht getaucht. Mit farbigen Strahlern, Leuchtskulpturen und Feuerschalen verwandelt sich der Markplatz in eine stilvolle Kulisse für einen herbstlich-kulinarischen Markt im Mondschein. Zwischen 16 und 22 Uhr bieten verschiedenste Händler ihre Ware an und locken mit Kunsthandwerk, herbstlicher Dekoration und kulinarischen Köstlichkeiten. Neben Schmuck, Stoffen, Keramik, Glas, Seifen, Holzkunst, Hüten, Edelsteinen und vielem mehr werden Delikatessen wie Käse, Wurst, Wein, Kräuter und Oliven angeboten.

Abgerundet wird das außergewöhnliche Erscheinungsbild dieses Festes durch eine Feuershow der Feuertänzerin Flamebabe und nächtliches Ballonglühen. Die Mitglieder des Ballon-Sport-Clubs Hilchenbach lassen ihren Heißluftballon vor der Ev. Kirche aufsteigen, während das Feuer des Gasbrenners ihn in ein warmes Licht taucht (nur bei gutem Wetter möglich). Stelzenläuferin Marion Akkordeon wird unterdessen zwischen den Ständen umherstolzieren und mit mal unterhaltsamer mal melancholischer Akkordeonmusik zum besonderen Flair des Mond-scheinmarktes beitragen.

Doch nicht nur das: Eine Nachtwächterführung mit Michael Thon alias Nachtwächter Johann verspricht spannende Geschichten aus vergangenen Tagen über Hilchenbach und seine Einwohner: Noch vor der ersten Gaslaterne, dem ersten Polizisten und dem ersten Feuerwehrmann war es die Aufgabe eines Nachtwächters, ein Auge auf die Feuerstellen und Häuser der Stadt zu haben und eindringende Feinde und Gefahren rechtzeitig zu erkennen. "Geläuf zu unziemlicher Stund", das heißt nach Einbruch der Dämmerung, Nachtschwärmereien, Saufgelage und ungebührlicher Lärm durften nicht geduldet werden. Obwohl für die Sicherheit der Stadt unentbehrlich, war der Beruf des Nachtwächters dennoch eine niedere Tätigkeit, die ähnlich wie die des Henkers oder Abdeckers als "unehrlich" galt.

Auch in Hilchenbach waren seit Jahrhunderten Nachtwächter im Einsatz. Da viele der historischen Dokumente jedoch durch Stadtbrände zerstört wurden, lässt sich der erste namentlich bekannte Nachtwächter, Johann Franz Wirth, erst im Jahre 1833 nachweisen. "Wir wollen Sie deshalb einladen, dem Nachtwächter Johann eine Runde durch die nächtliche Stadt mit ihrer Geschichte und ihren Geschichten zu folgen und seinen Erzählungen zu lauschen", ermutigt Veranstaltungsfachfrau Kerstin Broh die Besucher, sich dem Hilchenbacher Nachtwächter anzuvertrauen. Die kostenlosen Führungen von Michael Thon starten um 18 Uhr, 19.30 Uhr und 21 Uhr. Treffpunkt ist jeweils vor der Wilhelmsburg.

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