Abgeordnete aus dem Ev. Kirchenkreis Altenkirchen bei der Landessynode dabei

Die Abgeordneten aus dem Kirchenkreis Altenkirchen bei einer Besprechung während der Landessynode (v.l): Petra Stroh, Superintendentin Andrea Aufderheide, Frank Schumann, Pfarrer Martin Haßler und Pfarrer Marcus Tesch.

Kreisgebiet. „Vertrauen“ war das Thema der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), die nach sechstägigen Beratungen in Bad Neuenahr zu Ende ging. Fünf Abgeordnete aus dem Evangelischen Kirchenkreis Altenkirchen (Superintendentin Andrea Aufderheide, Pfarrer Marcus Tesch (Wissen), Schulpfarrer Martin Haßler (Betzdorf) und die beiden Nicht-Theologen Petra Stroh und Frank Schumann) brachten sich in die umfangreichen Diskussions- und Entscheidungsprozesse ein.

„Viel Vertrauen mussten wir Synodalen in den Synoden der Vorjahre mit ihren umfassenden Spar- und Strukturbeschlüssen aufbringen“, resümiert Frank Schumann, der auch als Kirchmeister seiner Heimatgemeinde Birnbach weiß, was die landessynodalen Beschlüsse für die Vor-Ort-Arbeit bedeuten. Die Synode 2019 habe ihm gezeigt, dass sich dieses Vertrauen bewährt hat. „Denn mit den Regelungen zur Erprobung neuer Gemeindeformen, der Beteiligung der Jugend und den finanziellen Beschlüssen zur Wertschätzung des Pfarrberufes wurden zukunftsweisende Beschlüsse getätigt; darin drückt sich neues Vertrauen aus!“

Erstmals war der Landessynode eine dreitägige Jugendsynode vorangegangen. Pfarrer Marcus Tesch und Jugendleiterin Svenja Spille (Wissen) nahmen als heimische Vertreter daran teil (wir berichteten). Bewegt an der „Doppelsynode“ hat den Wissener Gemeindepfarrer Tesch die Spannung zwischen den überall spürbaren schmerzhaften Rückgängen kirchlicher Arbeit und dem Geist des Aufbruchs, sich auf neue Formen von Kirche einzulassen und junge Menschen verstärkt in das Gemeindeleben einzubringen. „Etwas, das wir in guten Ansätzen auch schon in der Gemeinde praktizieren.“

Beeindruckt von dem Einsatz der Landessynode, die aktive Teilhabe junger Menschen in der Kirche auf allen Ebenen voranzubringen, ist auch Schulpfarrer Martin Haßler. Für die Synode durfte er, gemeinsam mit der Jugendvertreterin Miriam Lehberger, den Antrag für mehr Partizipation mit entwickeln und vorstellen. „Die Partizipation junger Menschen hilft uns allen: weil Jugendliche gesehen und ernst genommen werden und wir mit ihnen zusammen offen dafür werden, Formen und Inhalte der kirchlichen Arbeit weiter zu entwickeln“, blickt er optimistisch in die Zukunft.

Die Etablierung neuer Gemeindeformen griff die Jugendsynode bereits im Vorfeld der Landessynode auf. Diese beschloss, für ergänzende Formen des Kirche-Seins in den nächsten zehn Jahren zu den Angeboten der Ortsgemeinden sechs Millionen Euro und fünf neue Pfarrstellen zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus schloss sich die Landessynode dem „Bündnis Seebrücke“ an, einer Bewegung, die sich für sichere Fluchtwege einsetzt, für die Entkriminalisierung der Seenotrettung und die menschenwürdige Aufnahme Geflüchteter.

Neben der Pfarrbesoldung und dem Haushalt 2019 nahm die Landessynode zudem die Kirchensteuerverteilung in den Blick. Hier wurde eine moderate Anpassung für die nächsten Jahre beschlossen, wobei das Prinzip des Finanzausgleichs (finanzstärkere Kirchenkreise geben ab, finanzschwächere erhalten Zuweisungen) bestehen bleibt. Von der neuen Regelung profitieren vielfach die ländlichen Kirchenkreise wie auch der Kirchenkreis Altenkirchen.

„In großer Unterschiedlichkeit verhandeln wir die gestellten Themen, klar und deutlich, manchmal kontrovers wie die Kirchensteuerverteilung oder das Kirchenmusikgesetz – aber in Respekt voreinander und beständig um Kompromisslinien bemüht. Das beeindruckt mich an dieser Landessynode“, so Superintendentin Andrea Aufderheide zur Atmosphäre bei den Beratungen und Abstimmungen.

Auch eine Änderung des Visitationsgesetzes wurde bei der Landessynode beraten. Bei einer Visitation geht es um den „Besuch“ einer Kirchengemeinde durch den Kreissynodalvorstand. Mindestens eine der heimischen 16 Kirchengemeinden besucht der Kreissynodalvorstand im Laufe des Jahres. Der Kirchengemeinde Flammersfeld galt die jüngste Visite, bei der die Gemeinden ihre Arbeit vorstellen. „Die Änderung bedeutet für uns weniger Kontrolle und mehr Hilfestellung und Erleichterung der Arbeit sowohl für die Kirchengemeinden als auch für das kirchenkreisleitende Gremium“, unterstrichen die heimischen Synodalen. Ein neuer Akzent werde schon durch die veränderte Formulierung „regelmäßige Begleitung kirchlicher Körperschaften“ und den Blick auf die „Perspektiven der gemeindlichen Arbeit“ gesetzt.

Weitere Informationen zur Landessynode sind unter www.ekir.de/landessynode zu finden.

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