Ab sofort bis zum 24. Januar

Ausstellung im DRK Krankenhaus Kirchen informiert über Darmkrebsvorsorge

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Die Ausstellung macht bis zum 24. Januar in Kirchen Halt: Die Eröffnung nutzten das DRK Krankenhaus, die LZG, Ministerin Bätzing-Lichtenthäler, MdL Michael Wäschenbach und andere Gesprächsteilnehmer, um über Darmkrebs und die entsprechende Vorsorge zu informieren. 

Kirchen – Die Wanderausstellung „Vermeiden statt leiden“ informiert seit Anfang der Woche im Foyer des DRK Krankenhauses in Kirchen zum Thema Darmkrebsvorsorge. Die landesweite Kampagne der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz (LZG) soll über präventive Maßnahmen aufklären und die Früherkennungsrate verbessern.

Die Ausstellung informiert unter anderem auf einer interaktiven Anzeigetafel zur Entstehung von Darmkrebs, zu den Untersuchungsmethoden Stuhltest und Darmspiegelung sowie zu Lebensstil-Faktoren, die das Darmkrebsrisiko senken können.

Seit rund zwei Jahren ist die Ausstellung in ganz Rheinland-Pfalz unterwegs, machte schon an 37 Stationen Halt – jetzt ist sie in Kirchen zu sehen. Die Eröffnung am Montag nutzten alle Beteiligten, um sich über die Thematik auszutauschen, Bilanz zu ziehen und über Neuerungen in der Darmkrebsvorsorge zu berichten.

In Deutschland sterben laut Prof. Dr. Jürgen F. Riemann, Vorsitzender der Stiftung LebensBlicke, sterben jährlich rund 26.000 Menschen an Darmkrebs. Und jedes Jahr gebe es rund 62.000 Neuerkrankte. „Die allerwenigsten Menschen haben Symptome“, sagt Dr. Michael Fink, Vizepräsident der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz und selbst praktizierender Hausarzt in Gebhardshain. „Wenn sie Symptome haben, dann ist der Krebs meist schon weit fortgeschritten.“

Nur durch Vorsorge lässt sich Darmkrebs und bzw. seine Vorstufen früh erkennen und behandeln. In Sachen Prävention seien Patienten vor allem selber gefragt: „Es geht um die Lebensführung aber auch darum, dass wir die Früherkennungs-Angebote wahrnehmen“, betonte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler, die sich zusammen mit MdL Michael Wäschenbach dafür eingesetzt hatte, die Ausstellung nach Kirchen zu holen.

„Wir stellen aber immer wieder fest, dass viele gar nichts über die Angebote wissen. Die tatsächliche Inanspruchnahme ist nicht so, wie wir es uns wünschen“, so Bätzing-Lichtenthäler. Bei 55 Prozent der Patienten werde der Tumor erst in einem sehr späten Stadium entdeckt. Aber gerade Darmkrebs sei offenbar immer noch ein Tabu-Thema. Deshalb sei es „umso besser, dass es seit 2019 das Einladungswesen gibt“.

Und das ist relativ neu: Die gesetzlichen Krankenkassen laden seit kurzem Männer schon mit 50 Jahren zur Darmkrebsvorsorge bzw. zur Darmspiegelung ein, davor lag die Grenze bei 55 Jahren. Frauen erhalten die Einladung ab 55 Jahren.

Ab 50 Jahren können Frauen und Männer außerdem jedes Jahr einen Stuhltest auf okkultes (nicht sichtbares) Blut in Anspruch nehmen. Aber: „20 bis 25 Prozent der Menschen, bei denen die Stuhlprobe positiv war, lassen das nicht weiter abklären“, mahnt Prof. Dr. Riemann. Ein solcher positiver Test sei zwar keine Krebsdiagnose, „sollte aber immer eine Darmspiegelung nach sich ziehen“. Nach einer unauffälligen Befund muss eine weitere Spiegelung erst nach zehn Jahren erfolgen.

Zwar werde erst ab 50 Jahren (bei Frauen ab 55) zur Vorsorge eingeladen, dennoch sei Darmkrebs natürlich nicht immer eine Frage es Alters, es komme auf die Vorgeschichte an, betont Dr. Michael Fink und auch Riemann sagt: „20 Prozent aller Darmkrebs-Erkrankungen haben einen familiären Hintergrund.“ Deshalb haben Menschen, in deren Familien es eine Vorbelastung gibt, bereits ab 40 Jahren die Möglichkeit, sich untersuchen zu lassen.

Generell kann man aber – von der medizinischen Vorsorge mal abgesehen – selbst einiges zur Prävention beitragen und das Darmkrebsrisiko senken: Nichtrauchen, geringer Alkoholkonsum gesunde Ernährung und genügend Bewegung sowie das Vermeiden von Übergewicht können laut Dr. Fink vorbeugend wirken. Auch über diese Faktoren informiert die Ausstellung, die noch bis zum 24. Januar im DRK Krankenhaus zu sehen ist.

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