Niederfischbach in weiten Teilen noch unversorgt

Breitband-Ausbau nötig

Die aktuelle DSL-Versorgung war jetzt Thema einer öffentlichen Vorstandssitzung der SPD Niederfischbach. Ortsvereinsvorsitzende Bettina Schwarz-Bender begrüßte dazu als Fachreferenten Dirk Fricke von der Firma QSC.

Der IT-Fachmann sieht aufgrund der aktuellen Versorgungssituation eine Gefahr für die zukünftige Entwicklung in Niederfischbach. „Gemeinden ohne entsprechende Infrastruktur werden sich schwer tun bei der Neuansiedlung von Betrieben. Auch bei der Entscheidung für den Wohnstandort wird eine vernünftige Breitbandversorgung immer wichtiger“, so Fricke.

Weil große Telekommunikationsunternehmen nur dort ins Netz investieren würden, wo es sich finanziell lohnt, sei der ländliche Raum im Nachteil. Niederfischbach müsse die Kosten für den weiteren DSL-Ausbau voraussichtlich zu 100 Prozent selbst tragen. Denn die Ortsgemeinde gelte nach Definition des Landes Rheinland-Pfalz grundsätzlich als „versorgt“, weil in fast allen Haushalten mit Ausnahme des Ortsteils Hahnhof mindestens 2 Mbit/s verfügbar seien. Darauf machte SPD-Fraktionssprecher Karl-Heinz Hombach aufmerksam, der selbst in der Computerbranche tätig ist.

Ein DSL-2000 Anschluss biete aber bereits jetzt für die allermeisten Internetnutzer keine akzeptable Geschwindigkeit mehr. Zukunftsfähige Bandbreiten von mehr als 16 Mbit/s seien nur in einem kleinen Bereich rund um die Siegener Straße verfügbar.

Keine Alternative zu Glasfasernetzen

Aus technischer Sicht gebe es zu Glasfasernetzen keine wirkliche Alternative. Auch der neueste Mobilfunkstandard LTE sei langfristig gesehen nur als Zwischenlösung tauglich, meinte der IT-Experte. „Wir reden beim Glasfaserkabel über Anschlusskosten pro Haushalt zwischen 1500 und 3000 Euro, je nach den örtlichen Gegebenheiten“, so Frickes Schätzung.

Deshalb sollte dort, wo ohnehin Straßen aufgerissen und Tiefbauarbeiten durchgeführt würden, sofort auch Glasfaserkabel verlegt werden. Er riet dazu, ein Planungsbüro mit der weiteren Kostenplanung zu beauftragen. Dafür müsste die Gemeinde etwa 30.000 bis 50.000 Euro in die Hand nehmen.

„Der Abend hat eindrucksvoll gezeigt, dass wir am Breitbandausbau in Niederfischbach kurzfristig nicht vorbeikommen werden und der Rat sich mit dem Thema beschäftigen muss “, so Bernd Becker, stellvertretender Ortsvereinsvorsitzender und Beigeordneter der Ortsgemeinde. Die SPD habe mit der Veranstaltung einen ersten Anstoß geben wollen, um die Problematik stärker in den öffentlichen Fokus zu rücken. Aus diesem Anlass sei eigens eine Arbeitsgruppe „Neue Medien“ unter Leitung von SPD-Vorstandsmitglied Michael Weidig gegründet worden, die sich künftig intensiv dem Thema widmen werde.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare