Neues Auto mit „allem Zipp und Zapp“

First-Responder-Einheit Friesenhagen freut sich über neues Einsatzfahrzeug

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Mit Allrad über Land und durch Wind und Wetter: Die First-Responder-Einheit der Feuerwehr Friesenhagen hat ein neues Einsatzfahrzeug.

Friesenhagen – Im Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Friesenhagen gibt es seit kurzem ein Fahrzeug mehr im Fuhrpark: Die First-Responder-Einheit des Löschzugs kann ab sofort mit einem nagelneuen Fahrzeug zu den Einsätzen ausrücken. Den zum Einsatzfahrzeug umgebaute Nissan Nivara übergab Verbandsgemeindebürgermeister Maik Köhler am Freitagabend offiziell an die Einheit der Feuerwehr.

Klar, dass man an diesem Abend auch nochmal die Entwicklung der Einheit Revue passieren ließ, die im Februar 2018 in Friesenhagen an den Start ging. Stolze 119 Mal wurde die Gruppe seitdem zu Einsätzen im Wildenburger Land alarmiert – mit dem Ziel, die Zeit, bis der Rettungsdienst eintrifft, zu überbrücken und schnell Hilfe leisten zu können.

„Im Schnitt haben wir einen Zeitvorteil von acht Minuten“, sagt Christoph Wickler, Leiter der Einheit, die aus elf Mitgliedern besteht. Lediglich ein einziges Mal habe man nicht ausrücken können, da das bisherige Fahrzeug an diesem Tag in der Werkstatt gewesen sei. Bisher musste dafür das Mannschaftsfahrzeug der Feuerwehr herhalten – das dann wiederum nur für die Einsätze der First-Responder-Einheit geblockt war und somit für den Rest des Löschzugs nicht zur Verfügung stand, wie Christoph Wickler berichtete.

Diese Zeiten sind nun vorbei. Das neue Auto, ein Pick-Up, wurde speziell für den ihm zugedachten Zweck aus- beziehungsweise umgebaut. "Das Meiste wurde durch den Zulieferer gemacht", erzählt Christoph Wickler. Aber auch die Mitglieder des Löschzugs griffen zum Werkzeug: Sie bauten den Auszug am Heck in Eigenleistung um und brachten die Umfeldbeleuchtung sowie Fronten und Trittbretter an.

Ausgestattet ist das Auto unter anderem mit einem Notfallrucksack samt Defibrillator, einer Beatmungstasche, Spineboard, Löschschaum, Werkzeug zur Türöffnung, Kisten mit Decken, Kissen und Lampen und zwei Handfunkgeräten. Dass das neue Auto Allrad hat, soll den Einsatz auf unwegsamen Strecken und bei jeglichen Wetterlagen im 51 Quadratkilometer großen Gebiet erleichtern. „Eine Ausstattung mit allem Zipp und Zapp“, nennt Christoph Wickler das.

„Dies ist ein großer Tag für Friesenhagen, die Feuerwehr, aber insbesondere für die First-Responder-Einheit“, so Verbandsgemeindebürgermeister Maik Köhler. Gerade im weitläufigen Wildenburger Land sei es wichtig, dass schnelle Hilfe vor Ort sei. „119 Einsätze in eineinhalb Jahre, das ist sagenhaft. Respekt, was ihr in dieser Zeit vollbracht habt.“

Die Verbandsgemeinde Kirchen investiert 40.000 in das neue Einsatzfahrzeug – eine freiwillige Leistung. „Was hier heute passiert, ist absolut nicht selbstverständlich“, betonte Christoph Wickler. „Das ist für uns eine große Wertschätzung unserer Arbeit.“ Das könne man „gar nicht hoch genug loben“. Es gehe dabei nicht nur um die Einsätze im Ortskern, „sondern auch auf den Gehöften, Wanderwegen und Weideflächen in der Umgebung, die mit diesem Fahrzeug einfacher zu erreichen sind".

Ralf Rötter, Wehrleiter der VG-Feuerwehr Kirchen, betonte die gute Zusammenarbeit von Feuerwehr, Politik und Verwaltung. „Ein beispielloses Verfahren, für das ich mich noch einmal bedanken möchte.“ Das Fahrzeug stehe symbolisch für diese Zusammenarbeit.

Ortsbürgermeister Norbert Klaes dankte der Feuerwehr und der First-Responder-Einheit ebenfalls für ihren ehrenamtlichen „Einsatz bei Wind und Wetter“. „Das Fahrzeug und die Ausstattung werden unserer Gemeinde und den Bürgern zugute kommen.“ Er betonte, dass die FR-Einheit sich sehr in den Anschaffungsprozess mit eingebracht habe. Sein Dank ging vor allem ein Einheitsleiter Christoph Wickler, der in den vergangenen Wochen sehr viel Zeit im Feuerwehrhaus und mit der Beschaffung und dem Umbau des Autos verbracht habe.

„Wenn eine Feuerwehr ein neues Fahrzeug bekommt, ist das immer ein Gänsehaut-Feeling“, so Wehrführer Thomas Wickler. Dankbarkeit und Freude seien groß. In den eineinhalb Jahren habe man schon alles erlebt: „Von Notfällen, die sich als doch nicht so schlimm entpuppten bis hin zu Einsätzen, die an Dramatik nicht zu überbieten waren“, resümierte er. Auch er dankte Christoph Wickler für seinen Einsatz in Sachen Auto: „Es ist sein Baby, kann man sagen. Von der ganzen Gruppe einfach nur Dankeschön. Das war genial.“

Auch der Förderverein der Feuerwehr (2000 Euro) und die DJK Friesenhagen (4000 Euro) beteiligten sich an der Beschaffung beziehungsweise am Umbau des neue Fahrzeugs. „Das Blaulicht, das ist von euch“, so Christoph Wickler schmunzelnd zu den anwesenden Mitgliedern des Vereins, die das Geld im Rahmen ihrer Spendenaktion „Unsere Tore für die Zukunft in Friesenhagen“ gesammelt hatten.

Pfarrer Tobias Zöller, der das Fahrzeug abschließend segnete, wünschte der First-Responder-Gruppe Flügel, die sie schnell dahin bringen, wo sie gebraucht werden, die nötige Bodenhaftung, um sicher anzukommen, ein starkes Herz, um die Einsätze verarbeiten zu können und die Weisheit, zu akzeptieren, wenn die menschliche Hilfe zu spät kommt.

Im Anschluss nahm VG-Bürgermeister Köhler zusammen mit Ralf Rötter und Thomas Wickler noch drei Beförderungen vor: Florian Hombach und Justin Wäschenbach wurden  vom Feuerwehrmann zum Oberfeuerwehrmann befördert, Dennis Mecking vom Oberfeuerwehrmann zum Hauptfeuerwehrmann.

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