Aktuelle Ausgabe mit einigen Neuerungen

Kirchener Heimatblatt erinnert an alte Zeiten

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v.l.n.r: Hubertus Hensel, Klaus Pruß, Henning Plate, Otto Wellnitz und Karl-Hermann Stühn mit dem aktuellen Kirchener Heimatblatt.

Kirchen. Jedes Dorf, jede Stadt hat ihre eigene persönliche Geschichte zu erzählen – und zum Glück es gibt Menschen, für die es wichtig ist, diese der Nachwelt zu erhalten. So auch für die Kirchener Heimatfreunde, die dafür viele Stunden Zeit und Mühe investieren. Im Jahre 1984 erschien das erste „Heimatblatt“, das damals aus vier Seiten bestand und in dem sich der neue Verein „Kirchener Heimatfreunde“ vorstellte. Das aktuelle Heft ist 24 Seiten stark und in einer Auflage von 700 Stück gedruckt worden.

Der Vorsitzende des Heimatvereins, Hubertus Hensel, stellte am Mittwoch die neue Ausgabe im Beisein des Redaktionsteams rund um seinen Leiter Karl-Hermann Stühn vor. Einiges hat sich geändert: Erstmals ist die letzte Seite der Werbung vorbehalten. „Das Heimatblatt wurde zunehmend defizitär für uns“, so Hensel. „So ist es uns möglich weiterhin kostendeckend zu arbeiten.“

Rund 330 Exemplare werden im Jahr kostenfrei an die 380 Mitglieder versandt. „Das gehört zur Mitgliederpflege dazu. Gerade zur Weihnachtszeit ist es ein schöner Anlass, Informationen aus dem Vereinsleben weiterzugeben. Deshalb erwähne ich auch im Vorwort, was uns im letzten Jahr unter den Nägeln brannte“, so Hensel, der gleichzeitig sehr bedauert, dass dem Verein der Nachwuchs fehlt. Dies auch angesichts der geplanten Umgestaltung des Außenbereiches, die mit Kosten von rund 15.000 Euro zu Buche schlagen werde und die nur mit ausreichend Zuschüssen und natürlich vielen helfenden Händen verwirklicht werden könne.

Zum ersten Mal ist ein Teil der abgedruckten Bilder farbig, was besonders das Lesen der in der aktuellen Ausgabe enthaltenen Karten vereinfacht. Ebenso kommen die Wandmalereien in der Freusburger Kapelle viel plastischer hervor, so im Artikel „425 Jahre Kapelle Freusburg“ von Manfred Braun zu sehen. Inhaltsverzeichnis und Impressum finden sich jetzt auf der zweiten Seite.

Jedenfalls gibt es wieder viel Historisches zu erfahren, Veränderungen von der Zeit der Reformation bis in die Gegenwart. Zwei frühere Heimatfreunde und Mundartdichter erfahren eine Würdigung: Heinrich Görg aus Hahnhof und der Kirchener Otto Kasch. Alle Autoren der Inhalte sind zugleich auch Mitglieder des Vereins. Gerhard Henrich zum Beispiel beschreibt „Unser Leben in der Diaspora“. Henrich hat viele Jahre in Saudi Arabien gelebt und gearbeitet und bereits früher den Heimatfreunden umfangreiche Aufsätze und Fotos über die Hedschasbahn geliefert. 1982 entdeckte er in Saudi Arabien eine Jung Lokomotive, die seit rund 100 Jahren in einem heruntergekommenen Schuppen neben der Bahnstrecke abgestellt ist. Heute wieder in Freusburg lebend weiß Henrich viel zu erzählen, so dass sich die Leser auf weitere Geschichten in den nächsten Ausgaben freuen dürfen. „Wenn der anfängt zu erzählen, dem kann man stundenlang zuhören“, so Hubertus Hensel.

Ebenfalls sehr interessant der Artikel von Ulrich Hebel „Von der Alexanderhöhe nach Mexiko“, eine Geschichte über den Bergbau im Bergamtsbezirk Kirchen und die Tätigkeit des Kirchener Bergmeisters Johann Ludwig Stein als Leiter der Silberminen und Verhüttungswerke in Mexiko vor fast zweihundert Jahren.

Lokomotiven der Firma Jung sind überall in der Welt noch zu finden, so erstaunlicherweise auch in Reykjavik. Die „Minør“ steht dort im Hafen als Denkmallokomotive und wird von Mitglied Henning Plate, dem es die Loks und die Geschichte der Firma Jung angetan haben, vorgestellt.

Neues Gesicht im Redaktionsteam ist Dr. Johannes Pfeifer, der sich schon seit langen Jahren der Familienforschung widmet und schon ein ansehnliches Archiv hat. Er geht dem tragischen Schicksal des Freusburgers Peter Hensel nach. „Wir brauchen ‘frische Köpfe, frische Geister’ im Verein, so Hubertus Hensel. „Wir haben Glück, dass Dr. Johannes Pfeifer und Gerhard Henrich zum Verein dazu gestoßen sind.“

Autor Klaus Weber beschreibt Straßen im Wandel. Jetzt 40-jährige könnten sich an Gebäude wie das alte Feuerwehrhaus oder die Sigambria nicht mehr erinnern: „Keines der abgebildeten Häuser steht mehr“, so Karl-Hermann Stühn, der noch in einem dieser „Jung-Häuser“ in einer Werkswohnung aufgewachsen ist. Die vielen Artikel aus der guten alten Zeit finden sich im Heimatblatt und laden zum Lesen und Schwelgen in Erinnerungen ein.

Info: Erhältlich ist das Heimatblatt zum Preis von 2,70 Euro in bei der Kreissparkasse Kirchen, den Buchhandlungen Decku (Kirchen) und Mankelmuth (Betzdorf), weiterhin in Kirchen im „Tintenfass“, bei „Tabak und Co.“, der Druiden-Apotheke, der Gertruden-Apotheke und im Friseursalon Lydia Seelbach in Wehbach.

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