Kreistag entschied sich gegen Hauptamt

Kreisfeuerwehrverband Altenkirchen nimmt Stellung zum Thema "Kreisbrandinspekteur" 

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Der Kreisfeuerwehrverband moniert, dass die Feuerwehren im Kreis Altenkirchen ab Februar ohne Kreisbrandinspekteur dastehen.

Kreisgebiet – Mit großer Sorge blickt der Kreisfeuerwehrverband (KFV) auf die aktuelle Entwicklung in Bezug auf das Amt des höchsten Feuerwehrmanns im Kreis Altenkirchen, dem Kreisfeuerwehrinspekteur – denn in einer Sitzung Mitte Dezember hatte der Kreistag beschlossen, dass das Amt des Kreisbrandinspekteurs weiterhin nicht hauptamtlich besetzt werden soll.

Zuletzt hatte Dietmar Urrigshardt aus Kirchen-Wehbach das Amt für vier Jahre ehrenamtlich inne. „Nur durch seinen unermüdlichen und engagierten Einsatz konnte er dieses Amt bei extrem eingeschränktem Privatleben und in einem überschaubaren Zeitraum ausüben, bevor er aus Altersgründen aus dem Amt ausscheiden musste“, schreibt der KFV in einer Pressemitteilung.

Damals schon habe Urrigshardt über einen nicht mehr tragbaren Zustand geklagt, den er selbst nicht lange durchstehen könnte, ohne dabei seine gesamte private Zeit zu opfern. „Somit war verständlich, dass sich keiner aus den Feuerwehrreihen im Stande sah, die Nachfolge anzutreten“, so der KFV. Dennoch fanden sich mit dem Daadener Matthias Theis und dem aus Mehren stammenden Ralf Schwarzbach zwei Kameraden, welche bis zur Klärung des Hauptamtes, die Aufgaben kommissarisch übernahmen.

„Man war sich dessen bewusst, dass darüber die politischen Gremien entscheiden müssen. Auf diese Entscheidung warteten nicht nur die beiden Interessenten, sondern alle Feuerwehren im Kreis Altenkirchen über 14 Monate, was nur bedingt dem Wechsel des Landrates geschuldet war. Eine solch wichtige Entscheidung muss laut KFV „trotz politscher Hürden zügiger getroffen werden“.

„Mehr als unglücklich“ sieht der KFV auch die Tatsache, dass die Entscheidung der Kreisverwaltung über das Hauptamt durch die Presse bekannt geworden sei. „Spätestens hier hätte man seitens der Kreisverwaltung im Vorfeld das Gespräch mit den Betroffenen suchen müssen“, heißt es in der Stellungnahme. Diese Vorgehensweise zeuge „von mangelnder Kommunikation und ist keine gute Basis für das Feuerwehrwesen im Kreis Altenkirchen“.

Sowohl die Feuerwehren wie auch die Kreisverwaltung müssten sich glücklich schätzen, dass sich die beiden Kameraden Theis und Schwarzbach bereit erklärt haben, in der Übergangszeit die Aufgaben im Ehrenamt zu übernehmen.

Die logische Konsequenz nach der Entscheidung des Kreistages habe nun dazu geführt, dass Theis sein Interesse am höchsten Amt niederlegte, was für viele Führungskräfte nachvollziehbar sei. Nun stehen die Feuerwehren ab Februar ohne Kreisfeuerwehrinspekteur da. „Ein Zustand, der absolut nicht hinnehmbar ist“, moniert der KFV.

Der Verband stelle sich die Frage, warum die politischen Gremien aufgrund von Einsparungsmaßnahmen im Haushalt eine solche Entscheidung getroffen haben: „Sind den Entscheidungsträgern die weitläufigen Aufgaben eines Kreisfeuerwehrinspekteurs und dessen Stellvertreter hinsichtlich des Brand- und Katastrophenschutzes ausreichend bekannt?“

Hier hätte, nach Meinung des KFV, seitens der Kreisverwaltung ein Aufgabenkatalog dargelegt werden müssen, der „im Idealfall mit den Betroffenen verfasst worden wäre, um klarzustellen, dass bei dem gestiegenen Aufgabengebiet dieses Amt nur als Hauptamt auszuüben ist“. „Es ist nur zu wünschen, dass sich durch gemeinsame Gespräche zwischen der Kreisverwaltung und den Herren Theis / Schwarzbach letztendlich eine Lösung im Sinne der Feuerwehren im Landkreis Altenkirchen finden lässt“, so der KFV abschließend.

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