Wanderausstellung im Kirchener Rathaus informiert über Wohnprojekte

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Helmut Ermert (Seniorenbeirat), Stadtbürgermeister Andreas Hundhausen und Verbandsgemeinde-Bürgermeister Maik Köhler stellten jetzt die Wanderausstellung, die ab kommender Woche im Rathaus-Foyer zu sehen sein wird, vor.

Kirchen. Im Foyer des Rathauses in Kirchen ist vom 17. bis 21. September ist eine Wanderausstellung unter dem Titel „Wohnprojekte in Rheinland-Pfalz zu sehen.

Helmut Ermert vom Seniorenbeirat hat sich dafür stark engagiert. Gemeinsam mit dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kirchen, Maik Köhler, dem Stadtbürgermeister Andreas Hundhausen, sowie den Mitarbeitern der Stadt Kirchen, Michaela Sandweg und Patrick Zöller, stellte er in einem Pressegespräch am Montagnachmittag die Ausstellung vor.

„Uns geht es aus kommunaler Sicht einfach darum, die Menschen zu informieren, zu sensibilisieren und auf das Thema aufmerksam zu machen“, so Bürgermeister Köhler. „Ältere Menschen sind ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft“, so Helmut Ermert. In der Verbandsgemeinde lebten zurzeit 23.003 Bürger, darunter 5591 Menschen über 65 Jahre – das entspreche einer Quote von 24,31. Diese seit Jahren unaufhaltsame Entwicklung ist für die Kommunen eine Herausforderung.

Schon seit Jahren entstehen bundesweit neue Wohn- und Pflegeformen in den Städten und auf dem Land. Die Stadt Kirchen hat sich bereits vor sieben Jahren mit dieser Thematik im Rahmen eines Demographie-Konzeptes beschäftigt. Diesen neuen Weg wollen die Verbandsgemeinde, die Stadt und der Seniorenbeirat mit einer Wanderausstellung und einer entsprechenden Beratung gehen.

Die Motivtafeln der Ausstellung zeigen die verschiedenen Wohnprojekte mit anschaulichen Daten und Fakten. Da gibt es beispielsweise generationsübergreifende, quartiersorientierte Wohnkonzepte, die eine aktive Nachbarschaft, soziale Dienstleistungen und Barrierefreiheit verbinden und attraktive und planbare Wohnungsangebote für Jung und Alt sind. Auch andere Möglichkeiten gibt es, so die Pflegewohngemeinschaften, das Wohnen in aktiver Nachbarschaft oder das neue Wohnen für Mieter.

Stadtbürgermeister Andreas Hundhausen sieht das alternative Wohnen im Alter als eine gute Sache. In Zukunft werde es einen höheren Bedarf geben, da die älter werdende Generation eher nicht in eine vollstationäre Einrichtung gehen möchte. Man wolle versuchen, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden, vielleicht auch gemeinsam mit anderen zu leben. Damit würde auch der Vereinsamung ein stückweit vorgebeugt.

Es gibt bereits einen Stadtratsbeschluss, dass die Stadt Kirchen zukünftig solche Projekte, wenn sie privat organisiert werden, auch finanziell unterstützt. „Wenn sich eine Handvoll Leute zusammenfindet, die noch fit und mobil sind, die gemeinschaftlich solch ein Wohnprojekt organisieren, ist das der eine Punkt.“

Die ambulanten betreuten Wohngruppen, in denen die Menschen bereits über einen Pflegegrad verfügen, aber trotzdem noch mobil sind, will die Stadt mit einem eigenen Wohnprojekt bedienen. Es habe bereits eine Machbarkeitsstudie gegeben, es gibt schon vorläufige Architektenpläne. Geplant sei, dieses Projekt in der Bahnhofstraße in Kirchen mit einem Investor zu verwirklichen. Ein Gespräch mit einer zweiten Investorengruppe, die ebenfalls Interesse daran habe, altersgerechtes Wohnen in Kirchen zu verwirklichen, sei ebenfalls geplant.

„Der Bedarf und der Markt dazu sind vorhanden“, so Hundhausen. „Das greift über in die Förderrichtlinien ‘Wohnen in Kirchen’, die junge Familien dabei unterstützen, ältere Häuser zu übernehmen. Es geht hier nicht darum, unterschiedliche Wohnmodelle gegeneinander auszuspielen“, so Hundhausen. „Die vollstationären Einrichtungen, die Altenheime haben ihre Daseinsberechtigung und werden auch benötigt. Es will nur nicht jeder ins Altenheim, deshalb muss es eine Alternative geben.“

Am kommenden Montag, 17. September, um 18 Uhr wird die Ausstellung offiziell eröffnet. Patrick Zöller ist froh über die Unterstützung der Landeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die an Beispielen aufzeigt, wie so etwas gelingen kann. Ein Verantwortlicher der Wohngemeinschaft Kusel in der Pfalz, der ein Seniorenprojekt von Anfang an mitbetreut hat, ist bei der Eröffnung zugegen. Er wird über den Ablauf und den heutigen Stand berichten.

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