„Ihr seid hier alle richtig“

13 neue Hospizbegleiter erhielten ihre Zertifikate

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In einer kleinen Feierstunde in der Gelben Villa in Kirchen erhielten die 13 Teilnehmer des Hospizkurses ihre Zertifikate. 

Kirchen. Menschen auf ihrem letzten Weg begleiten, an ihrem Krankenbett sitzen, mit ihnen reden, schweigen oder einfach nur da sein: Ein Jahr lang haben sich 13 Teilnehmer beim Ambulanten Hospizdienst der Caritas Betzdorf auf diese nicht ganz einfache Aufgabe vorbereitet. Am Mittwoch erhielten sie nun in einer kleinen Feierstunde in der Gelben Villa in Kirchen ihre Zertifikate. Sie dürfen ab sofort als ehrenamtliche Begleiter im Hospizdienst tätig sein.

Caritasdirektor Eberhard Köhler lobte die „tolle Energie“ in der Gruppe. Der Hospizdienst sei etwas ganz Besonderes und gehöre zur Caritas dazu. Er selbst habe vor vielen Jahren, als er noch als Sozialarbeiter tätig war, einen guten Freund auf seinem letzten Weg begleitet.

Stolz zeigte sich auch Karin Zimmermann, die Pädagoische Koordinatorin des Ambulanten Hospizdienstes bei der Übergabe der Zertifikate: „Schön, dass ihr alle dabei wart. Ihr seid hier alle wichtig!“ Zusammen mit Elisbeth Vetter (Palliativkrankenschwester) leitet sie die Kurse.

An jeden der Teilnehmer richtete sie einige persönliche Worte – schließlich hat sie die zwölf Frauen und einen Mann bei insgesamt 19 Treffen besser kennenlernen und viel von ihnen erfahren können. Einige von ihnen hatten den Kurs genutzt, weil es ihnen in ihrer persönlichen Situation wichtig war, andere brauchten die Zertifizierung beruflich (Pflege, Betreuung).

Nach den Modulen und Inhalten des Deutschen Hospiz- und Palliativ Verbandes (DHPV) setzten sie sich in den letzten Monaten mit dem Thema Tod und Sterben auseinander.

Auch die „Kommunikation in der letzten Lebensphase“, palliative Krankheitsbilder und Pflege sowie Schmerztherapien gehörten zu den Themen der Schulungen. Nicht zuletzt wurden auch die rechtlichen Aspekte – unter anderem Schweigepflicht, Pflegeversicherung oder Dokumentation – beleuchtet. Nun dürfen sie in Privathäusern oder auch Pflegeeinrichtungen schwerstkranke Menschen und deren Angehörige begleiten, ihnen die Möglichkeit zum Gespräch bieten oder einfach nur Zeit schenken.

Karin Zimmermann lud die frisch zertifizierten Hospizbegleiter dazu ein, ehrenamtlich in der Hospizgruppe der Caritas mitzuwirken. Es gebe hier einen monatlichen Austausch, regelmäßige Supervision und die Möglichkeit, Fortbildungen zu besuchen. Die Caritas bietet ihre Hilfe kostenfrei an und kooperiert dabei mit Ärzten, Pflegediensten- und heimen, Krankenhäusern, Beratungsstellen und der Seelsorge.

Der nächste Kurs startet schon am 7. Februar, es sind noch einige Plätze frei. Wer Interesse hat, sich zum Hospizbegleiter ausbilden zu lassen oder wer die Hilfe der Caritas in Anspruch nehmen möchte, kann sich unter Tel. 02741/937731 oder per E-Mail an hospiz-ambulant@caritas-betzdorf.de informieren bzw. anmelden.

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