Kompromiss gefunden: Alleecharakter soll erhalten bleiben

Neupflanzungen an der L278 in Friesenhagen gestartet

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Landrat Michael Lieber, Lutz Nink (Leiter des LBM Diez), Jessica Gelhausen (Untere Naturschutzbehörde) und André Arnold (LBM) pflanzten am Donnerstagnachmittag symbolisch den ersten Baum an an der L 278. 

Friesenhagen. Bald rücken die Arbeiter mit der Kettensäge an. Denn die viel befahrene L 278 in Richtung Morsbach, in der Nähe der Abzweigung Richtung Katzwinkel, soll umgestaltet werden, weil sie dem Verkehrsaufkommen nicht mehr standhält.

„Es ist eine sensible Thematik, die viel diskutiert wurde“, so Lutz Nink, Leiter des Landesbetriebes Mobilität Diez (LBM). Die Landstraße sei eindeutig zu eng, die Bäume wurzeln teilweise bereits im Asphalt und heben die Teerdecke hoch.

Es seien bereits viele Unfälle geschehen, insbesondere im Begegnungsverkehr der Schwerlaster: „Wir brauchen nicht um den heißen Brei herum zu reden, so Nink, „ein Problem sind natürlich die Lkw der Firma Alho.“ Der Begegnungsverkehr der Lkw sei eigentlich nur mit eingeklappten Außenspiegeln möglich.

Natürlich stehe die Verkehrssicherheit an erster Stelle, er könne aber auch die verstehen, die das Bild der Straße erhalten möchten. Deshalb sei ein Kompromiss geschlossen worden, um die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut zu bringen.

„Was wir machen wollen, um eine kurzfristige Verbesserung herbeizuführen, ist die Bäume, die teilweise zu eng beieinander stehen (die auch Teil des Landschaftsschutzgebietes sind), zu fällen. Wir haben die untere Naturschutzbehörde eingebunden und uns letztendlich auf einen Kompromiss geeinigt, um den Alleecharakter mittel- bis langfristig zu erhalten.“

Ein Teil der jetzt zu fällenden Eschen sei vom Eschentriebsterben befallen, so dass sie früher oder später sowieso hätten gefällt werden müssen, weil sie ein Verkehrssicherheitsrisiko darstellen. Es gebe von der Kreisverwaltung und der unteren Naturschutzbehörde eine naturschutzfachliche Genehmigung mit jeder Menge Auflagen, „unter anderem die Ersatzpflanzungen, mit denen wir schon begonnen haben und die wir jetzt zum Abschluss bringen wollen“ 30 Bäume werden also in Kürze gefällt, im Gegenzug werden vorher erst einmal 39 Eichen als Ersatz gepflanzt. Nink ist guter Dinge, dass die Pflanzungen bis Montag umgesetzt werden können.

Dann erst sollen die Eschen gefällt werden. Normalerweise dürfe nach dem Bundesnaturschutzgesetz bis Ende Februar gefällt werden, so Nink, bei besonderen Witterungsverhältnissen könne die Frist aber um zwei Wochen verlängert werden. Sicherheitshalber wurde die Genehmigung für die Verlängerung eingeholt.

Landrat Michael Lieber, Lutz Nink, André Arnold (ebenfalls LBM), sowie Jessica Gelhausen von der unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung stellte die Maßnahme am Donnerstagnachmittag in Friesenhagen-Steeg vor und pflanzten gemeinsam die erste Eiche, die restlichen sollen dann auf einer Länge von ca. zwei Kilometern folgen.

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