„Herkersdorf schlöng ronner, Braschbisch Ohjooh und Wäwisch Wehlau“

Fröhliches Getöse: In Kirchen übernehmen die Narren das Rathaus

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Närrisches Spektakel: Am Rosenmontag stürmte das Dreigestirn mitsamt Gefolge das Rathaus in Kirchen. 

Kirchen. Riesenspektakel am Rosenmontag zur Rathausschließung in Kirchen. Das Dreigestirn des Herkersdorfer Carneval Clubs, in diesem Jahr bestehend aus den drei Ulriken Bäuerin Ulrike (Fischbach), Prinzessin Ulrike III. (Stockschläder) und Jungfrau Ulrike (Schlösser), rückte mit großem Gefolge, darunter Kinderprinzessin Emma II. sowie Verstärkung durch die Freunde des Kirchener Karnevals (FKK) an, um Bürgermeister Maik Köhler zu entmachten und den Schlüssel des Rathauses an sich zu nehmen.

Das ging nicht ohne Getöse vonstatten, denn erst einmal wurde auch der letzte Narr mit einem donnernden Kanonenschlag aus der Prinzengardekanone aufgeweckt. Der Präsident des HCC, Stefan Kreps, begrüßte neben den Bediensteten des Rathauses, den Karnevalsverein Wehbach mit Prinzessin Angie I., von der KG Brachbach das Dreigestirn Bauer Marco (Hering), Prinz Guido I. (Harnischmacher) und Jungfrau Daniela (Daniel Müller) sowie die zahlreichen Zuschauer, die der Kälte trotzend vor dem Rathaus ausgeharrt hatten.

Kreps macht auch klar, wie er sich das weitere Arbeiten im Rathaus vorstellt: „Ojooh, Wehlau und schlöng ronner sollt ihr gleich hören, denn damit werden wir gemeinsam ab sofort die Stadtratssitzungen stören. Da kommt ja bekanntlich eh nicht viel heraus, drum wandeln wir aus dem Rathaus doch gleich ein Narrenhaus“. Er ernannte Bürgermeister Maik Köhler zum 1. Oberkarnevalistischen Wachtmeister des Humors und Frohsinns im Rathaus zu Kirchen. Die Auszeichnung dient als ein Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung für besonders närrisches Verhalten in der 5. Jahreszeit.

Als Zeichen der neuen Würde erhielt Köhler ein Zepter, um ein Zeichen setzen zu können, wann mit dem Arbeiten Schluss und wann mit dem Feiern anzufangen ist. Die ebenfalls überreichte Trillerpfeife dient dem Zweck, die Beamten aus dem Büroschlaf zu wecken, die antikarnevalistischen Fesseln sind gedacht für die Beamten, die sich dem Weckruf zum Feiern widersetzen. „Einsperren und nach Daaden versetzen“, so der Wunsch von Stefan Kreps.

Prinzessin Ulrike III., im wahren Leben Standesbeamtin im Kirchener Rathaus, versprach mit dem Schlüssel als Zeichen der Macht gute Laune Tag und Nacht. Sie bat in gereimter Form darum, endlich einen Dienstwagen zu bekommen, um die Brautleute besser begleiten zu können. Maik Köhler, zum ersten Mal in der Funktion als Bürgermeister im Karneval, bat um Nachsicht: „Ich bin noch was wackelig und seht mir es nach, zu feiern den Frohsinn unter diesem Dach. Lasst uns tanzen, singen und feiern Karneval, es ist angerichtet und geschmückt der Saal“. Das ließ sich die närrische Schar nicht zweimal sagen und stürmte nach den obligatorischen Schlachtrufen „Herkersdorf schlöng ronner, Braschbisch Ohjooh und Wäwisch Wehlau“ den großen Sitzungssaal des Rathauses.

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