„Ein exzellentes Angebot“

VfL Wehbach übergibt Turnhalle an die Stadt Kirchen

Die Turnhalle des VfL Wehbach ist geschlossen, weil das Mitteldach einsturzgefährdet ist. Foto: Gaby Wertebach

Kirchen. Geschlossen stimmten die Mitglieder des VfL Wehbach bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung jetzt für die Übergabe der vereinseigenen Turnhalle an die Stadt Kirchen. Die hatte dem finanziell stark gebeutelten Verein ein Angebot unterbreitet, das auch den letzten Skeptiker überzeugte.

Bereits seit Ende des letzten Jahres war die Halle geschlossen, weil das Mitteldach einsturzgefährdet war. Rund 8000 Euro an Anliegergebühren für den Ausbau der Koblenz-Olper- Straße und dazu noch einmal Kosten für die Sanierung von Heizung und Lüftungsanlage brachten den Verein vor das finanzielle Aus.

Thorsten Schmidt, kommissarischer Leiter der Versammlung im Bürgerhaus in Wehbach, informierte die Mitglieder über das Angebot von Stadtbürgermeister Andreas Hundhausen: „Die Stadt Kirchen hat ein großes Interesse daran, dass die Halle auf Dauer erhalten bleibt weil, die Hallenkapazität notwendig ist.“ Die Stadt Kirchen übernehme die Kosten für die Aufwendungen, die bisher erfolgt seien. „Sie wird im Falle der Übernahme für die Sanierung des Daches aufkommen, wie auch für die in naher Zukunft (2020) sicher anstehende Generalsanierung. Die Anliegergebühren werden ebenso wie die Sanierungskosten und die Kosten für das Gutachten von der Stadt getragen, die auch noch für einen Ausgleich der Vereinskasse bei der Übertragung der Turnhalle sorgt.“ Der VfL Wehbach bekomme ein dauerhaftes Nutzungsrecht.

Nicht alle waren einverstanden. Manfred Skolaut störte sich in der anschließenden Diskussion daran, dass die Stadt neben dem entstehenden Rasenplatz auf dem Hardtkopf einen „Schlechtwetter-Fußballplatz“ benötige: „Nicht nur das, auch die Duschen des VfL müssen zur Verfügung gestellt werden“. Das sahen die übrigen Anwesenden anders. Für sie ist es eine eindeutige „Win-Win-Situation, von der alle profitieren“.

Franz-Rudolf Christian war 20 Jahre lang der Kassierer des VfL Wehbach: „Vor circa 30 Jahren haben wir schon einmal der Verbandsgemeinde den Vorschlag gemacht, die Halle zu übernehmen. Das wurde damals dankend abgelehnt. Wenn jetzt seitens der Stadt so ein Vorschlag kommt, dann müssen wir zustimmen. Der VfL kann die Halle finanziell langfristig nicht halten. Die erforderlichen Sanierungen kann der Verein nicht stemmen. Da können Zuschüsse kommen vom Sportbund und vom Kreis, es ist trotzdem einfach nicht zu schaffen. Wir sollten dem Vorschlag zustimmen.“

Wehbachs Ortsvorsteher Bruno Schuhen hatte bereits an der Vorbesprechung mit den Vorstandsmitgliedern und dem Stadtbürgermeister teilgenommen: „Da haben einige Vorstandsmitglieder gesagt, das ist ja fast wie sechs Richtige im Lotto! Und so sehe ich das auch. Wenn einer hier dagegen sein sollte, dann kann ich das nicht verstehen.“ Die Mitglieder applaudierten, wie auch bei der Wortmeldung eines anderen Mitgliedes: „Das Angebot ist exzellent.“

Funktion und Hausmeisterwohnung des Hallenwartes bleiben gesichert, so Andreas Hundhausen auf Nachfrage eines Mitgliedes. Letztendlich waren nach noch nicht einmal 20 Minuten alle einverstanden, stimmten einstimmig ab und gaben dem autorisierten Vorstand grünes Licht für weitere Schritte mit der Stadt. Auch der Rat winkte die Übernahme durch.

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