Skulpturen von Dago Koblenzer im Kulturbahnhof ausgestellt

„Das, hinter dem Glas“

„Das sind Plastiken, die man am liebsten berühren möchte“, so der Kurator Prof. Dr. Christian W. Thomsen (re.), auf dessen Wunsch die Werke von Dago Koblenzer (li.) im Kulturbahnhof ausgestellt sind. Foto: Stefanie Reinelt

„Das, hinter dem Glas“ – der Künstler Dago Koblenzer stellt seine plastischen Arbeiten aus Bauschaum im Kulturbahnhof Kreuztal aus. Seine Werke sind dort noch bis zum 28. August zu sehen.

„Szenenwechsel“ heißt das Ausstellungskonzept, bei dem verschiedene Künstler ihre Werke aus allen Sparten der Kunst im Kulturbahnhof präsentieren können. Eine sechsköpfige Jurorenrunde entscheidet wer die Ausstellungsfläche nutzen darf. Dabei darf jeder Kurator zwei Künstler präsentieren. Auf Wunsch des Kurators Prof. Dr. Christian W. Thomsen wird beim nächsten „Szenenwechsel“ Dago Koblenzer, der in Siegen wohnt und dort auch ein Atelier besitzt, seine Skulpturen ausstellen.

„Dago macht mir Spaß“, begründet Prof. Dr. Christian Thomsen seine Entscheidung. „Ich kenne viele, auch internationale Künstler und habe von denen auch Skulpturen zu Hause, auch Dagos Werke gehören dazu.“ Besonders gefalle ihm das Abstrakte in seinen Plastiken. „Man kann sehr viel darin sehen und hineininterpretieren.“

Dago Koblenzer möchte den drei mal zwölf mal ein Meter frontal verglasten Ausstellungsraum mit seinen plastischen Arbeiten aus Bauschaum „bespielen“. Dafür hat er eine Methode entwickelt, die zulässt, Form und Volumen von Plastiken zu bestimmen und auf die für ihn interessante Oberflächenbeschaffenheit Einfluss zu nehmen, die sowohl weich als auch hart und krustig sein kann. „Die Werke wirken so unglaublich leicht“, findet auch Holger Glasmachers, Leiter des Kreuztaler Kulturamt. „Jede Kleinigkeit hat Einfluss auf die Form und Beschaffenheit“, so Dago Koblenzer. „Die Grundform gebe ich vor. Aber vieles entsteht zufällig, was ich aber gerne annehme und in den Schaffensprozess miteinbeziehe.“ Dadurch entstehen auch größere und längere Körper, die bis in die oberen Partien des Raumes hinaufreichen und es kommen noch verzweigte, krumme, verwachsene oder umschlingende „Gebilde“ hinzu. Thomsen: „Das sind Plastiken, die man am liebsten wegen der krustigen Oberfläche berühren möchte. Durch die Form – halb gesteuert, halb zufällig – entstehen Dinge, die es vorher auf der Welt nicht gab.“

Die Skulpturen tragen keine Titel. So ist die Fantasie des Betrachters gefragt. „Ich strebe es an in diesem verglasten Raum einen Zustand herzustellen, der den Vorbeigehenden an eine Situation erinnert“, sagt Dago Koblenzer. „Bei den Plastiken kann man sogar einen Bezug zu Kreuztal erkennen, zum Beispiel die vertikale Form mit Querbalken als Kreuz. Es kann aber auch alles ganz anders aufgefasst werden.“

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, hat noch bis zum 28. August im Kreuztaler Kulturbahnhof die Chance dazu. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 6.30 bis 18.30 Uhr .

Die Ausstellung wird am morgigen Donnerstag, 11. Juni, um 19 Uhr eröffnet. Am Eröffnungsabend ist die Ausstellung bis 21 Uhr zugänglich. (Von Stefanie Reinelt, s.reinelt@siegerlandkurier.de)

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