Projekt des Fördervereins Historischer Hauberg, der Waldgenossenschaft und der Stadt Kreuztal 

Rundwanderweg für die ganze Familie: In Fellinghausen gibt es jetzt auch einen Haubergspfad

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Jochen Schreiber, Dr. Bernhard Kraft, Fördervereins-Vorsitzender Ulrich Gießelmann (v.l.) und Stefan Schreiber, 1. Beisitzer (r.) schauen Bürgermeister Walter Kiß (4.v.l.) zu, wie er mit beherztem Hieb das Blätterband zertrennt. 

Fellinghausen. „Lucy“ liebt das Wandern. An diesem Vormittag übt sich die Labradordame jedoch in Geduld und Gelassenheit. Der Bürgermeister hat gesprochen, jetzt gibt es erstmal flüssige Verpflegung für die Zweibeiner – irgendwann, gleich, wird sich die kleine Versammlung auf den Weg machen, die zwei Kilometer Haubergspfad zu entdecken.

Der neue Rundwanderweg ist ein Gemeinschaftsprojekt des Fördervereins Historischer Hauberg und der Waldgenossenschaft Fellinghausen sowie der Stadt Kreuztal. Ausgangspunkt ist der Waldparkplatz „Auf der Brache“. Hier, am Rande des alten Festplatzes, steht die erste Infotafel, und davor steht Dr. Bernhard Kraft. Der Waldvorsteher erinnert an 28 Jahre Historischer Hauberg hier am Ort, der „peu a peu“ weiterentwickelt worden sei: „Der Pfad ist im Prinzip unser neuestes Kind.“ 

Labrador "Lucy" ging gerne mit.  

Rund 40 Besuchergruppen werden im Jahr durch dieses Areal geführt, zuletzt Jugendliche aus Emek Hefer in Israel, und aus den USA waren auch schon Gäste zu Besuch. Alle erhalten Live-Erläuterungen zur Siegerländer Haubergswirtschaft, die im vergangenen Jahr als immaterielles Kulturerbe anerkannt wurde. Aber was ist mit jenen, die „einfach so“ hier unterwegs sind? „Ich sehe es ja selber“, meint Bernhard Kraft: „Die Leute laufen hier durch – schön, grün“. Zwar werden von April bis Oktober schon länger mobile Tafeln aufgestellt, auf denen zu lesen steht, was sich hier gerade wo tut. Doch alle Aspekte der Haubergswirtschaft decken auch sie nicht ab. 

Max studiert den Haubergskalender. 

Also haben Annette Daschke und Katrin Stein sechs große Tafeln konzipiert. Für die kleinen Haubergs-Besucher entwarf Kathrin Klotzki-Progri, die bereits ein Buch zum Thema schrieb, weitere sechs Tafeln speziell für Kinder, auf denen sie nicht nur etwas über Knipp und Brasebröh erfahren, sondern auch knobeln können. Gefertigt wurden die Tafeln bei Siplast in Ferndorf. Die Holzschilder an den Bäumen stellte Dirk Irle aus Ferndorf her. Maßgeblich beteiligt waren auch Michael Häusig und Jochen Schreiber, letzterer eine Art „Brücke“ zwischen Politik und Verwaltung, wie Bürgermeister Kiß meint – und als Mitglied des Fördervereins sowieso nah dran. 

Bernhard Kraft erläutert die Tafeln. 

Er stehe hier als Hausherr und Vorsteher der Waldgenossenschaft, meinte Kiß. Der Pfad habe einiges an Vorbereitung gebraucht, „mehr als man glaubt“. Nachhaltigkeit sei das Thema der Stunde, dabei werde die schon seit Jahrhunderten im Hauberg gelebt. „Das ist etwas Besonderes“, sagt Kiß, „da sind wir stolz drauf“. Gerade in einer wirtschaftlich geprägten Stadt wie Kreuztal sei der Historische Hauberg ein touristischer Anziehungspunkt. Ohne die Hilfe zahlreicher Ehrenamtlicher sei das alles freilich nicht möglich. „Viele auswärtige Besucher machen deutlich, wie wichtig diese Aktivitäten sind.“ 

Alsdann schnappt sich das Stadtoberhaupt den Haubergsknipp, um das stilecht aus grünem Blattwerk geflochtene „Band“ mit einem zielgenauen Hieb zu halbieren. „Lucy“ und die Gästeschar gehen, geführt von Bernhard Kraft, ein ganzes Stück bergan. Am originalgetreu nachgebauten Kuppelofen rechts ein Stück den Weg hinunter nutzt Heinz Hermann Katz vom Förderverein Historischer Hauberg die Gelegenheit, seinen aufmerksamen Zuhörern noch einmal den kürzlich erfolgten und geglückten Verhüttungsversuch zu erläutern. 

Heinz Hermann Katz erläutert den kürzlich erfolgten und erfolgreichen Verhüttungsversuch am Nachbau des Kuppelofens. 

„Lucy“ , die mit ihren zwölf Lenzen schon zu den Hundesenioren zählt, lässt es, über die Zunge schwitzend, inzwischen ruhig angehen, während der kleine Max gar nicht schnell genug vorwärts kommt. Der aufgeweckte Knirps mit der blauen Kappe ist an diesem Vormittag der Jüngste im Bunde. Wer in noch jüngerer Gesellschaft etwas über den Siegerländer Hauberg lernen möchte, kann beruhigt sein: Das Gelände ist kinderwagentauglich und mit seinen 62 Metern Höhenunterschied gut zu bewältigen.

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