Bürgermeister Kiß spricht von  „Vorzeigeobjekt“

Jugendbegegnungsstätte Kreuztal: Wiedereröffnung nach Umbau und Erweiterung 

Die Mannschaft der Jugendbegegnungsstätte konnte das umgebaute und modernisierte Haus am Samstag offiziell „beziehen“. 

Kreuztal - „Junge Menschen brauchen Platz, brauchen eigene Räume, um ihre Freizeit selbstbestimmt zu gestalten“, war Bürgermeister Walter Kiß sicher. Räume für ebendiese Selbstverwirklichung soll die am Samstag (11. September) wieder eröffnete Jugendbegegnungsstätte (JBS) Kreuztal bieten. Vier Jahrzehnte nach seiner Eröffnung präsentiert sich das Haus in neuem Glanz. Ein „Vorzeigeobjekt“, so Kiß. 

Auf drei Etagen haben junge Leute ab zwölf Jahren künftig in der Roonstraße die Möglichkeit, ihren Hobbys nachzugehen, sich auszutauschen oder einfach nur zu entspannen. Zwei Jahre lang befand sich die JBS im Umbau. Im Mittelpunkt der Sanierung stand die Mitbestimmung der Kreuztaler Jugend. Es sei wichtig, die Jugendlichen ernst zu nehmen und sie zu beteiligen, erklärte Landrat Andreas Müller bei der offiziellen Eröffnung, die mit viel Programm über die Bühne ging. 

Und die Resonanz war enorm: Insgesamt brachten 652 Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren Ideen zur Modernisierung der Begegnungsstätte mit ein. Herzensprojekt war ein Bällebad, aus dessen Pool heraus Videospiele gespielt werden können. „Wir wollten einen anderen, außergewöhnlichen Raum gestalten und auf unsere Ideen und Wünsche wurde eingegangen“, freut sich ein junger Kreuztaler. 

Bürgermeister Kiß nahm das Tonstudio in Augenschein. 

Neben dem Bällebad verfügt das Jugendhaus über eine Cafeteria und Küche, einen Billardraum, einen Bewegungs- und Veranstaltungsraum, einen Raum für Kunst und Handwerk sowie einen Seminarraum und einem „Chillraum“. Im Erdgeschoss befindet sich ein Tonstudio, das,  voll ausgestattet mit modernster Technik und neuen Instrumenten unter anderem die Möglichkeit für Instrumentalunterricht, Gesangsaufnahmen und Radioproduktionen bietet. Auch für externe Nutzer steht das Studio zur Verfügung. „Wir haben schon einige Reservierungen und Anfragen für diesen Raum. Uns ist allerdings wichtig, dass die Kreuztaler Jugend diesen Ort frei nutzen kann“, so Stadträtin Edelgard Blümel. 

Angesichts der Klimasituation stand und steht auch die Nachhaltigkeit im Vordergrund. Im Jugendcafé soll komplett auf Plastik verzichtet werden und auch die Beheizung des Gebäudes mit Pellets solle zur Nachhaltigkeit beitragen, erklärte Fachamtsleiter Uwe Montanus.   

Am Samstag bekamen die Kreuztaler einen ersten Einblick in die „neue“ Jugendbegegnungsstätte. Mit verschiedenen Live-Acts feierten besonders die Jugendlichen bis in die Abendstunden den Umzug in ein nach ihren Wünschen gestaltetes Gebäude. „Wir befanden uns so lange in einer Übergangsphase und hatten nur wenig Raum zur Selbstverwirklichung. Dementsprechend kamen auch nur wenig Jugendliche in das alternative Jugendzentrum. Wir hoffen jetzt auf deutlich mehr Leute“, so eine Besucherin. Das Interesse soll allerdings nicht nur das hochmodern hergerichtete Gebäude wecken. Auch für verschiedene Angebote wie Musiktreffen und Themenabende sollen die Jugendlichen den Weg in die Begegnungsstätte finden. 

Ein Bällebad für "Große" war ein Herzensprojekt der JBS-Besucherinnen und -Besucher. 

Europa-Parlamentarierin Birgit Sippel zeigte sich beeindruckt: „Es ist wirklich bemerkenswert, was es für Ideen gab und wie sie umgesetzt wurden. Diese Jugendbegegnungsstätte übertrifft meine Erwartungen.“ Auch die Jugendlichen waren begeistert. „Ich bin froh, dass so auf unsere Wünsche eingegangen wurde und wir wirklich mitbestimmen konnten, was hier passiert. Und das Ergebnis ist wirklich gut geworden“, freut sich eine 16-Jährige. 

„Jugendlichen werden sich hier zu Hause fühlen“

Insgesamt beliefen sich die Kosten für die Modernisierung des Gebäudes sowie die Erweiterung, die Inneneinrichtung und die Planung auf rund 1,45 Millionen Euro. Es handelt sich um eine von 20 Maßnahmen des Integrierten Handlungskonzeptes zur Innenstadt-Entwicklung. Ein Teil der Mittel (1,2 Millionen Euro) kommen von EU, Bund und Land und aus dem Programm „Soziale Stadt Kreuztal-Mitte“. 

Ab Dienstag (14. Januar) ist die Einrichtung regulär von dienstags bis freitags sowie sonntags geöffnet. Bürgermeister Kiß: „Die Jugendlichen werden sich hier zu Hause fühlen. Ich wünsche mir, dass sie die vielfältigen Möglichkeiten, die sich hier bieten, nutzen.“

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