Verträge von Stadt, LEG Wohnen und AWo unterzeichnet

Quartiersmanagement in der Fritz-Erler-Siedlung für weitere drei Jahre sichergestellt 

Kreuztal. An der Eingangstür wird für den Mädchentag geworben, für ein internationales Fußballturnier, für die Schuldnerberatung der Caritas und für die Spielkiste: Das Stadtteilbüro/Mehrgenerationenhaus ist so etwas wie das Herz der Fritz-Erler-Siedlung, wirkt aber auch darüber hinaus. Jetzt erneuerten der AWo-Kreisverband, die LEG Wohnen und die Stadt Kreuztal ihren Kooperationsvertrag zum Quartiersmanagement.

Die alten Verträge waren Ende des vergangenen Jahres ausgelaufen; die neuen gelten drei Jahre. In seiner letzten Sitzung 2018 hatte der Rat der Stadt einstimmig die Fortführung beschlossen. 

Die Zuständigkeiten sind in dem Papier klar geregelt: Die Stadt Kreuztal übernimmt mit ihrem Projektbeauftragten die Projektleitung. Uwe Montanus vom Amt für Kinder, Jugend, Familie und Stadtteilmanagement steht damit zugleich einer entsprechenden Steuerungsgruppe vor. Die AWo ist im Stadtteilbüro für die soziale Beratung zuständig, vermittelt individuelle Hilfen, fördert und begleitet ehrenamtliches Engagement, bemüht sich um externe Beratungsangebote und unterstützt Aktivitäten der Bewohner. Die Fachbereichsleitung Soziale Dienste Dagmar Graf nannte beispielhaft die Taschengeldbörse, die Hausaufgabenhilfe oder die Deutschkurse für Mütter und Kinder. Die LEG Wohnen trägt für bauliche Maßnahmen in den 707 von ihr vermieteten Wohneinheiten Sorge. Hier leben 2100 Menschen aus rund 57 Nationen. In der gerne als „Ankommens-Stadtteil“ bezeichneten Siedlung sind das viele Jugendliche und junge Erwachsene, doch auch noch einige Mieter der ersten Stunde. 

„Wir haben zusammen viel bewegt“

Olaf Hagedorn, scheidender Niederlassungsleiter der LEG, lobte das „tolle Miteinander“ in der Vergangenheit: „Wir haben zusammen viel bewegt.“ Stadträtin Edelgard Blümel konnte das nur zurückgeben: Die Kooperation sei stets von gegenseitiger Wertschätzung geprägt gewesen. „Die Fritz-Erler-Siedlung ist für Kreuztal ein wichtiger Wohnstandort geworden“, diesen gelte es, für die Zukunft zu sichern. Hagedorn sicherte zu: „Wir werden auch weiterhin in den Wohnstandort investieren.“ 

Olaf Hagedorn, Dagmar Graf und Edelgard Blümel (v.l.) unterzeichnen die neuen Verträge.

Mit dem neuen Vertrag werden auch einige Neuerungen Einzug halten im Stadtteilbüro: Das Quartiersmanagement soll verstärkt in die „präventive und nachhaltige Entwicklung“ der Stadtmitte eingebunden werden. Mit zwei weiteren Angeboten werden nicht nur die Bewohner der Siedlung, sondern alle Kreuztaler angesprochen: So gibt es hier neuerdings Beratungsstunden der ergänzenden (Träger-)unabhängigen Teilhabeberatung. Ein Schwerpunkt widmet sich außerdem dem funktionalen Analphabetismus, von dem laut Uwe Montanus 7,5 Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind. Hierfür wird es ihm zufolge eine zusätzliche Personalförderung geben. 

Jährlich 250.000 Euro für das Projekt 

Apropos Finanzen: Jährlich 250.000 Euro werden für das Projekt „verarbeitet“, so Montanus, zusammengesetzt aus Fördermitteln, Eigenanteilen der Stadt und einem Zuschuss in Höhe von 30.000 Euro von der LEG. Zwar habe man hier diesmal, erklärte Olaf Hagedorn, noch „ein Schippchen draufgelegt“. Andererseits steigt der Mietpreis von 3,42 Euro/Quadratmeter auf 4,30 Euro/ Quadratmeter. Die LEG stellt die Räumlichkeiten wie bislang zur Verfügung. Der neue Vertrag sieht jedoch erstmals eine Grundmiete für den Neubauteil vor, der bislang mietfrei war. Daher wird die Miete künftig mit monatlich 1264,20 Euro plus Nebenkosten zu Buche schlagen. Die Kosten für das Quartiersmanagement werden von der Stadt Kreuztal getragen, die sich um Fördermittel bemüht, die AWo ebnet Förderzugänge. Im Haushalt vorgesehen sind 97.000 Euro. 

Übrigens wird sich das Stadtteilbüro, dem bislang 294 Quadratmeter als Veranstaltungs-, Seminar- und Bürotrakt zur Verfügung standen, dazu noch Rasen- und Terrassenflächen, ein wenig ausdehnen: Auch um den (künftigen) Aufgaben besser gerecht zu werden, kommt eine angrenzende 70-Quadratmeter-Wohnung hinzu.

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