Stellenabbau in der Verwaltung geplant 

Thyssenkrupp: Werke in Kreuztal und Finnentrop werden nicht geschlossen

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Kreuztal/Finnentrop - Helmut Renk freut sich gedämpft und „mehr nach innen“, wie es der Betriebsrat gegenüber dem Kurier am Telefon formuliert. Denn auch wenn die Kuh für die Thyssenkrupp-Werke in Südwestfalen erstmal von Eis ist, bleibt der große Jubel doch aus. Trotzdem: Das Siegerland sei mit einem blauen Auge davon gekommen, so Renk. Das Sauerland desgleichen.

Denn in Ferndorf und Eichen mit insgesamt 1100 Beschäftigten sowie Finnentrop mit 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird weitergearbeitet. Am Dienstag (10. Dezember) wurden die Beschäftigten zu einer Betriebsversammlung zusammengerufen, an der auch Arbeitsdirektorin Dr. Sabine Maaßen aus der Konzernzentrale in Duisburg teilnahm. Sie setzte den Mitarbeitern die Industriestrategie 2030 in all ihren Facetten auseinander, die im Wesentlichen einen Umbau von Thyssen-Krupp bedeutet. 

In Kreuztal und Eichen sei es zu gewaltigen Investitionsstaus gekommen. Um zukunftsfähig zu werden, müsse nun zum einen sehr viel Geld in neue Anlagen gesteckt werden, erläuterte Renk. Zum anderen stehen Restrukturierungsmaßnahmen an. Heißt im Klartext: Auf sämtliche Stahlstandorte verteilt werden über kurz oder lang 1000 Stellen in der Verwaltung gestrichen. 

Zwar sei davon wohl hauptsächlich Duisburg betroffen, so Renk,. Aber: „Man kann nicht sagen, in welchem Umfang, das müssen wir verhandeln.“ Das wird nun in den kommenden Wochen und Monaten geschehen. Helmut Renk: „Die Pflöcke sind gesetzt.“ 

Vor der Aufsichtsratssitzung der Thyssenkrupp Steel Europe AG am 3. Dezember hatte sich Renk als Vorsitzender des Betriebsrats Siegen und stellv. Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Thyssenkrupp Steeel Europe AG in einem Schreiben an die Öffentlichkeit gewandt, in dem er vom Aufsichtsrat für die Beschäftigten in Kreuztal und an den anderen Standorten Klarheit gefordert hatte: „Die Ungewissheit ist unerträglich.“ 

Die Konzernleitung hatte dann verlautbart, dass einerseits 570 Millionen Euro jährlich investiert, andererseits aber Stellen abgebaut werden sollen. Der zum Jahresende auslaufende Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen war verlängert worden.

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