Rettung nach eineinhalb Stunden geglückt

Arbeitsunfall in Netphen: Bauarbeiter unter zehn Tonnen schwerer Betonplatte eingeklemmt

Feuerwehr und Rettungskräfte versuchen den 49-jährigen Bauarbeiter aus der Baugrube zu befreien.

Netphen - Zu einem schweren Arbeitsunfall sind am späten Samstagnachmittag die Feuerwehren und der Rettungsdienst in den Lindenweg am Ortsausgang von Netphen gerufen worden. Nach ersten Erkenntnissen war ein Bauarbeiter gegen 16.15 Uhr bei Ausschachtungsarbeiten auf einer Baustelle eines Privatgrundstückes in über drei Metern Tiefe verschüttet worden.

Aus noch ungeklärten Gründen war eine rund zehn Tonnen schwere Betonplatte ins Rutschen geraten und hatte den Arbeiter quasi unter das Haus gedrückt, wobei die Betonplatte den 49-jährigen an den Beinen einklemmte. Ebenso rutschten ständig Erdmassen nach.

Der eingetroffene Notarzt versorgte in der Baugrube den Arbeiter medizinisch und zwei Feuerwehrmänner leisteten die Betreuung des Eingeklemmten, der durchgehend ansprechbar war. Da immer wieder Erdaushub nachrutschte, versuchten die Einsatzkräfte die Unfallstelle mit Bohlen und Brettern abzustützen.

Ein Feuerwehrmann der Höhensicherungsgruppe ließ sich über die Drehleiter der Feuerwehr angeleint in die Grube ab. Einsatzleiter Thomas Tremmel forderte, falls die Betonplatte nicht in Eigenleistung abgehoben werden konnte, einen Autokran an. Der 50 Tonnen Kranwagen wurde per Polizeieskorte mit Blaulicht und Martinshorn zur Unglücksstelle gebracht, um - wenn nötig - die Betonplatte anzuheben.

Feuerwehrmänner graben Erde weg

Ebenso war der Bergungszug des Technische Hilfswerk Siegen alarmiert worden, der nahe der Unfallstelle in Bereitstellung stand und innerhalb weniger Minuten hätte mithelfen können. Neben dem Großaufgebot an Einsatzkräften der Feuerwehren hatten sie auch alles an Material und Gerätschaften aktiviert, wobei das Hauptaugenmerk auf dem Absichern der Baugrube lag und sehr viel unterbauen mussten.

Nachdem alles gesichert war, konnten die in der Grube befindlichen Feuerwehrmänner mit Klappspaten die Erde unter dem Bauarbeiter weggraben und ihn so befreien. Über die Drehleiter wurde er gegen 18 Uhr mit einem Rettungskorb ins Freie geschafft.

Die Polizei sowie das Amt für Arbeitsschutz der Bezirksregierung Arnsberg nahmen die Ermittlungen auf. Einen ganz besonderen Dank richtete Einsatzleiter Thomas Tremmel an die Kräfte die ihr Möglichstes getan hätten, um den Mann zu befreien. „Ihr seid einfach Geil“, sagte er und alle gaben Beifall für die gelungene Rettung.

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