Zu Besuch bei Freunden

Viel zu entdecken gab es für die Reisegruppe an den verschiedenen Stationen. Foto: Ursula Schüppen

Zum traditionellen Partnerschaftstreffen machten sich 45 Teilnehmer aus Netphen auf den Weg ins polnische Zagan. Zagan (deutsch: Sagan) hat knapp 27.000 Einwohner und liegt am Fluss Bober, ungefähr in der Mitte zwischen Cottbus und Breslau.

Die Städtepartnerschaft zwischen Netphen und Zagan besteht seit dem Jahr 1995. Nach einer reibungslosen, angenehmen Busfahrt – bei herrlichem Wetter – kam die Reisegruppe pünktlich zum vereinbarten Stadtrundgang in Cottbus, der zweitgrößten Stadt Brandenburgs, an. Dort erwarteten die Besucher aus dem Siegerland eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten. Besonders beeindruckend war der Besuch des Brandenburgischen Apothekenmuseums, am Altmarkt gelegen.

Im einzigen Apothekenmuseum des Landes Brandenburg sind komplette Apothekeneinrichtungen aus der Zeit um 1830 und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu besichtigen. Am nächsten Tag wurde dann das Gastgeschenk, eine vom Netphener Heimatkünstler Friedrich Hahn geschaffene Holzskulptur zum Thema Kriegsbeginn 1.9.1939 (Überfall auf die Westerplatte), vom Künstler persönlich an das Museum der Gedenkstätte des Kriegsgefangenenlagers STALAG übergeben.

Bei der sich anschließenden Stadtrundfahrt beeindruckte unter anderem die wunderschöne alte Bibliothek im ehemaligen Augustinerkloster mit über 1000 Büchern in deutscher Sprache sowie das Franziskanerkloster mit "Keplerturm", in dem der Astronom und Mathematiker Johannes Kepler seine Beobachtungen machte. Besonders beeindruckte die geheimnisvolle Akustik in der Bibliothek.

Kirmesmarkt in der ganzen Stadt

Am Nachmittag nahmen die deutschen Gäste unter großer Beteiligung der Zaganer Bürgerinnen und Bürger und vieler anderer Gäste an der Eröffnung des traditionellen Michaelismarktes teil. Die ganze Stadt war ein einziger großer Kirmesmarkt. Überall Musik und Tanz. Auch ein Besuch in Breslau stand auf dem Programm. Die Stadt liegt auf zwölf Inseln und wird aufgrund der weit über 100 Brücken, die das Stadtbild prägen, auch als Venedig Polens bezeichnet. Ebenfalls eine Touristenattraktion sind die Breslauer Zwerge, die in verschiedenen Posen, 95 an der Zahl, über das Altstadtgebiet verteilt sind.

Nach der sehr informativen Stadtführung (Marktplatz, Dominsel, Universitätsviertel) ging es zurück nach Zagan. Am Abend konnten sich die Reiseteilnehmer noch ins Michaelismarktgeschehen einbringen. Es gab für jeden etwas Interessantes zu sehen. Nach vier Tagen ging es dann zurück in die Heimat. Auf der sehr harmonischen Rückfahrt ließen die Teilnehmer noch einmal die vielen schönen Eindrücke Revue passieren. Ein unvergesslicher Kurztrip ging zu Ende.

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