Offen bleibt, ob es sich um das Werk eines einzelnen Tieres handelt

Totes Reh: Untersuchungsergebnis aus Arnsberg liegt vor - Manipulation durch einen Menschen ausgeschlossen 

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Helgersdorf/Arnsberg. Die mit Spannung erwarteten Ergebnisse der Untersuchung liegen vor: Nach Ansicht der Fachleute des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes Standort Arnsberg hatte bei dem vor einigen Wochen in einem Jagdrevier bei Helgersdorf aufgefundenen Reh-Kadaver kein Mensch seine Hand im Spiel.

Wegen der Aufregung um den Fall hatte der Amtstierarzt des Kreises Siegen-Wittgenstein, Ludger Belke, den Kadaver angefordert, um diesen in Arnsberg untersuchen zu lassen. Diese Untersuchung erfolgte an dem Kadaver selbst zum einen, zum anderen anhand weiterer Fotos. Auf Anfrage teilt das Siegener Kreishaus, gestützt auf den schriftlichen Pathologiebericht: „Die pathologischen Untersuchungen lassen den Schluss zu, dass alle Abdrücke von dem an dem noch lebenden Reh beim Zubeißen beobachteten Terrier stammen können“. Ob bereits vorher ein Fuchs das bewegungseingeschränkte Reh attackiert habe, könne – wenn überhaupt – nur spekuliert werden. 

Zahlreiche Leser, darunter auch Veterinäre, hatten ernste Zweifel daran geäußert, dass ein Jack-Russell-Terrier in der Lage sein solle, ein Tier so zu häuten, wie sich dies auf dem im Kurier veröffentlichten Bild dargestellt hatte. Einige wollten auf dem Bild Schnittverletzungen an den Fesseln des Tieres erkannt haben, die aus ihrer Sicht nur von einem Menschen hätten stammen können. 

Dazu der Kreis: „Die Auffindesituation, die sich aus weiteren vorliegenden Bildern ergibt, zeigt, dass das Fell in kleinen Stücken von dem Tierkörper abgerissen wurde und nur an der obenliegenden Tierkörperseite. Ein Hund – wie dieser beobachtete Terrier – wäre hierzu in der Lage.“ Ob es sich jedoch um das Werk eines einzigen Fleischfressers handele, bleibe weiterhin offen. Die vermeintlich scharfkantigen Zusammenhangstrennungen (Anm.d.Red.: die vermeintlichen Schnitte) an den Gliedmaßen stellen sich nach Ansicht der Experten – Zitat: „auch schon beim Vergrößern des Fotos“ – als sich überlappende Hautareale dar. Das eindeutige Urteil aus Arnsberg lautet: „Hinweise auf eine Manipulation des Tierkörpers durch einen Menschen gibt es nicht.“ 

Die Wogen schlugen hoch, als der SiegerlandKurier und der Westfälische Anzeiger in ihren Onlineausgabeneinen Artikel über ein gerissenes Reh im Jagdrevier Irmgarteichen-Helgersdorf veröffentlicht hatten. Der Inhalt selbst sorgte dabei für weniger Aufregung als das von den Jägern, die das Tier gefunden hatten, zur Verfügung gestellte Bild, das einen Kadaver mit großflächig fehlender Haut zeigte. 

Zahlreiche Hundebesitzer und -freunde zogen auf Facebook und auch in Zuschriften an die Redaktion die Einschätzung der Jäger, nach der der Hund das Wild von hinten angegriffen, durch Bisse in die Hinterläufe fluchtunfähig gemacht und an dem wehrlosen Tier in einen Blutrausch geraten sei, deutlich in Zweifel, vor allem aber, dass der Hund das Reh auch noch abgehäutet haben sollte.

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