Musik, Malerei und mehr: Kulturforum stellt Programm vor

Die schreienden Waisen und Marathonmann Wilson

Réalta ist eine der Bands, die beim Irish Heartbeat Festival Lust machen auf den St. Patrick's Day. 

Netphen. Gerne wird ja bei Programmvorstellungen von „druckfrisch“ gesprochen. Im Fall des Kulturforums Netphen wäre das geflunkert: Die Hefte werden in der nächsten Woche vorliegen – kein Grund freilich, nicht schon neugierig zu machen auf die Veranstaltungen des ersten Halbjahres 2017 – 2018.

Dazu luden Lothar Groos, Dr. Ingeborg Längsfeld und Anne Weber vom Kulturforum ins Netphener Rathaus ein; auch Bürgermeister Paul Wagener nahm Platz am Tisch. Auf dem lag – im übertragenen Sinne – ein Paket voller Farben, Worte, Noten, ganz obenauf die Ausstellung von Stephanie Süßenbach („People“) ab dem 21. September im Rathaus und im Steuerbüro Friedrich. Die Besucher haben insgesamt 15 Veranstaltungen zur Auswahl – zuzüglich des Dauerbrenners Freitags in Netphen. 

„Alle Welt spricht von Alleinstellungsmerkmalen – wir haben sie“, lobte der Bürgermeister das Programm, das sich nicht nur nach anderen Städten und Kommunen abgrenze, sondern auch innerhalb Netphens Maßstäbe setze. „Es werden alle Sinne bedient, alle Generationen kommen auf ihre Kosten und wir haben die Räume“, so Wagener, damit keineswegs nur solche mit Dach meinend wie die Georg-Heimann-Halle, sondern auch den Katharina-Diez-Platz und den Marktplatz, der erst kürzlich die authentische Kulisse für die nachgestellte Schusterschlacht war (der Siegerlandkurier berichtete). 

Anne Weber, Dr. Ingeborg Längsfeld, Lothar Groos und Bürgermeister Paul Wagener stellten das Programm vor. 

„Das Programm ist sehr gemischt, junge Kunst kommt ebenso zu Wort wie Gitarrenmusik“, öffnete Vorsitzende Dr. Ingeborg Längsfeld den Vorhang. Das Konzert von Markus Segschneider (6. Oktober, Altes Feuerwehrhaus) finde eine Anknüpfung durch das Programm von Solar Plexus (8. Dezember, ebenda), die „so ziemlich alle Sparten“ der Jazzmusik beherrschten. Apropos: Die junge Combo Snackbox tischt am 25. Februar dort zum Jazzfrühstück auf. 

Vorfreude herrscht auch auf das Konzert mit dem Kücükaya-Quartett (24. November, Altes Feuerwehrhaus): Mitglieder der Philharmonie Südwestfalen haben sich zu einem Trio zusammengeschlossen, „gestandene Musiker, das wird bestimmt ein Hochgenuss“, war Längsfeld sicher. Kammermusik habe man in Netphen nicht so häufig im Programm, daher wolle man die Klassik noch ein wenig aufbauen. Anne Weber freut sich besonders auf die zweite Auflage von Kunst gegen Bares (13. Oktober, Altes Feuerwehrhaus), mit der man an die erfolgreiche Premiere im vergangenen Jahr anknüpfen möchte. Wieder als Moderator mit an Bord ist der Erfinder des Konzepts, Gerd Buurmann aus Köln, sowie „viele interessante neue Entdeckungen und viele lokale Künstler“. 

Geschäftsführer Lothar Groos machte Appetit auf das Irish Heartbeat Festival, das zum zweiten Mal nach 2015 in der Keilerkommune stattfindet. „Wir wollten das gerne mal in Netphen realisieren“, nachdem es bereits in Kreuztal für volle Häuser gesorgt habe. Am 10. März 2018, sieben Tage vor dem Paddys Day, feiern die Screaming Orphans (Schreiende Waisen), Teresa Horgan & Matt Griffin und Réalta schon mal in der Georg-Heimann-Halle vor. Lothar Groos sieht hier Anknüpfungspunkte zu einem ebenfalls sehr musikalischen Schotten, so etwas wie ein guter alter Bekannter im Gitarren-Spezialitätenprogramm der Netphener: Ray Wilson, der „Marathon-Musiker“ (Anne Weber), weil quasi nonstop auf Tour und am 5. Mai 2018 mit seiner Band in der Heimann-Halle zu Gast, im Koffer „Genesis Classic“. 

Nach der Ausstellung von Prof. Mustafa Kizilcay, der im vergangenen Jahr Fotografien von Innenarchitektur präsentierte, werden die Arbeiten von Zohra Soori-Nurzad die Besucher vor eine andere Herausforderungen stellen: Die gebürtige Afghanin zeigt einen „Fotografischen Blick in Kabul“ (7. Juni, Rathaus & Steuerbüro Friedrich). Ingeborg Längsfeld ist gespannt: „So direkt gegenwartspolitische Bezüge hatten wir noch nie.“ 

Von Leichtigkeit geprägt sein wird hingegen die Lesung der Autorin  Neele, die am 12. April in der Buchhandlung Weinaug der Frage „Was ist Glück?“ auf den Grund zu gehen versucht. Ingeborg Längsfeld liest am 16. November an gleicher Stelle aus einem Märchen von Katharina Diez und machte bei dieser Gelegenheit auch noch einmal neugierig auf die seit längerem in der Planungsphase befindlichen Diez-Oper, die „tatsächlich kurz vor der Fertigstellung“ sei. 

Informationen zum Programm: www.netphen.de, Tel. 02738/603111, facebook.com/KulturforumNetphen

Freigang künftig im Gymnasium

  • Das Café Couleur und die Bürgerstiftung werden ihre Veranstaltungen nicht mehr wie bislang im Zwei-Monats-Rhythmus anbieten, sondern im September und im Januar einen Babybasar und einen Weihnachtsmarkt organisieren. 
  • Die Multivisions-Vorträge von Dieter Freigang (Lothar Groos: „Schon Tradition“) finden künftig nicht mehr in der Georg-Heimann-Halle, sondern in der Aula des Gymnasiums statt. Termine: 5. November, 14. Januar, 11. Februar

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