Zu den aktuell 1000 Pflanzen kommen im Frühjahr 600 hinzu 

Neuland in Rot und Weiß im  Weinberg in Herzhausen 

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Auch Azubi Alina Haarmann, im dritten Ausbildungsjahr als Garten- und Landschaftsbauerin, packte im Sommer 2018 im Herzhäuser Weinberg mit an.

Herzhausen/Hilchenbach - Die Lagano gGmbH aus Hilchenbach ist unter die Winzer gegangen – und zwar in Herzhausen.  Das kam so: 2016/17 hatte das Unternehmen einen Jahrespraktikanten im Bereich Garten und Landschaftsbau, der schon einige Jahre in einer WG bei ISAF in Hilchenbach gewohnt hatte. Es stellte sich heraus, dass dem 17-jährigen Simon Vollmuth spezielle Aufgaben besonders lagen, wie Lagano-Geschäftsführer Alexander Reichenau sich erinnert.

Gemeinsam mit Christian Schipplock war er im Frühsommer 2017 im Weinberg „Silberfuchs“ auf dem Giersberg zu Gast, der dem Siegerländer Weinkonvent gehört. Schnell sei klar geworden, dass dies eine für besagten Praktikanten passende Besonderheit sein könnte. 

Bei dem Unterfangen Weinberg wurden sie von Volker Emmrich, Leiter der Werkstatt für behinderte Menschen des DRK-Sozialwerks Bernkastel-Wittlich gGmbH, beraten. Dieses Weingut an der Mosel wird zusammen mit weiteren im Weinanbau tätigen Behindertenwerkstätten das Projekt im Lohkasten in Hilchenbach unterstützen. Auch die Landwirtschaftskammern Rheinland-Pfalz und später NRW griffen den Neu-Winzern planerisch unter die Arme. 

Auf der gar nicht so einfachen Suche nach geeigneten Grundstücken, um im Siegerland erfolgreich auf Dauer-Reben zu setzen, wurde man schließlich in Hilchenbach beziehungsweise eigentlich im Netpherland fündig: Brian Born von der gleichnamigen Bauunternehmung sei von der Idee so begeistert gewesen, dass er 4000 Quadratmeter seiner Grünflachen in Herzhausen zur Verfügung stellte. 

„Im August 2018 lag alles Benötigte vor, um in der nächsten Pflanzperiode Reben setzen zu dürfen, die es dann erstmal auszuwählen und zu besorgen hieß“, so Alexander Reichenau. Gespräche mit Winzern hatten ergeben, dass Calardis blanc (weiß) und Cabernet Jura (rot) für die hiesigen Bedingungen am geeignetsten sind – gesetzt sind je 500 Pflanzen, ca. 600 Calardis blanc kommen im Frühjahr 2020 dazu. 

Angepeilter Ertrag in zwei bis drei Jahren: 2000 Flaschen

Bis die Hilchenbacher Jungwinzer selbst Wein abfüllen können, müssen sie sich noch ein wenig in Geduld üben. In zwei bis drei Jahren rechnet Alexander Reichenau mit etwa 2000 Flaschen. Übrigens: Im Verlauf der Weinberg-Planungen ergab sich auch eine Verbindung zum Weingut Zwick / Hammerstein am Rhein. Der Winzer konnte Simon Vollmuth, mit dem ja eigentlich alles angefangen hatte, ab Sommer 2017 einen Ausbildungsplatz zum Winzer anbieten. Seitdem pendelt er zwischen Hilchenbach und Hammerstein. Er wird weiterhin von Ausbilder Michael Imkamp stundenweise im Ausbildungsbetrieb betreut und ist inzwischen im dritten Ausbildungsjahr.

Bei der Lohkasten-Eröffnung am 14. Dezember können Interessenten Patenschaften für die Reben in Herzhausen erwerben und so das gemeinnützige Projekt jeweils für drei Jahre unterstützen. Die Pflanzen werden von den Auszubildenden mit handgemachter Beschilderung, auf der der Name der Paten zu lesen ist, versehen. Der Erhalt der Pflanze durch die Patenschaft ist gesichert. Für die Paten wird es jährlich eine Begehung des Weinberges mit anschließendem „Weinfest“ in Hilchenbach sowie Wein der gepflanzten Rebsorten geben.

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