Burgenverein und neuer Pächter laden ein 

Tag der offenen Tür in der Wasserburg Hainchen und ihrer Remise 

Zeitgemäßes Mobiliar vor (und in) historischen Mauern: Der Siegerländer Burgenverein präsentiert die fertig restaurierten Räume der Wasserburg und die neu gestaltete Remise am Sonntag, 22. April, erstmals der Öffentlichkeit.

Hainchen. Um das, was bislang „Alte Burgremise“ heißt, wuseln an diesem Freitagvormittag noch zahlreiche Helfer herum. Innen hat sich nach dem dreimonatigem Umbau einiges verändert; außen fehlt noch das neue Schild. Hängt das erst, trägt die altehrwürdige frühere Scheune auch offiziell den Namen „Remise“.

Am Sonntag, 22. April, möchten der Siegerländer Burgenverein als Besitzer der Anlage und der neue Pächter der Remise, die Cucina GmbH, erstmals zum Tag der offenen Tür einladen. Denn, und das konnte beim Pressegespräch nicht oft genug betont werden: Insbesondere auf die Haincher Bevölkerung legt der Burgenverein auch deshalb großen Wert, weil er nach einer wechselvollen und keineswegs nur erfreulichen Geschichte endlich den Neustart will. Kurzum: Remise und Wasserburg, das Schloss von Hainchen, sollen wieder zu einem Treffpunkt werden. Mit der Neuausrichtung hin zu Feiern und Hochzeiten mit dem Trauzimmer in der Burg, Übernachtungsmöglichkeiten und Gastronomie gehören zum einen künftige „Ja-Sager“ und Familien zur Zielgruppe. Das Interesse sei groß, so Claudia Gerhard und Betriebsleiter Benjamin Güntzel, die bei Cucina für das gastronomische Konzept zuständig sind. 

Zum anderen sollen Unternehmen, die in der Burg Tagungen und Schulungen veranstalten möchten, angesprochen werden. Als problematisch erweisen sich in diesem Zusammenhang allerdings noch die dicken Mauern der Burg, die sich als undurchdringlich für WLAN erweisen; man arbeite daran, hieß es. Zweimal wöchentlich, mittwochs und samstags, öffnet die Remise zudem für Wanderer, Biker und Familien, Biergarten inklusive. Das gilt zunächst für dieses Jahr, je nach Resonanz werden die Öffnungszeiten angepasst. Unter Federführung von Henning Schneider hat sich in beiden Gebäuden einiges getan. Die Burg stellte den vom Verein beauftragten Inneneinrichter dabei vor eine besondere Herausforderung, musste doch vieles in dem geschichtsträchtigen Gemäuer belassen werden, wie es ist. 

Olaf Krengel, Claudia Gerhard, Paul Breuer, Henning Schneider und Benjamin Güntzel (v.l.) haben schon einmal symbolisch den Tisch gedeckt in der Remise.

Im Trauzimmer, einer Außenstelle des städtischen Standesamtes, das sich auf der selben Ebene befindet wie die frühere Kapelle, kombinierte er beispielsweise moderne Bestuhlung mit einem aus dem Landhaus Ilse in Burbach ersteigerten Tisch. Zum Ja-Wort schreiten Brautpaare im Flur durch eine der ältesten Türen des Siegerlandes. „Wir müssen sehr behutsam sein: nicht zu modern werden, aber nicht den Zeitgeschmack vergessen“, umriss Schneider die besondere Aufgabenstellung. Auch im Kaminzimmer, Treffpunkt für Hochzeitsgesellschaften nach der Zeremonie, steht zeitgemäßes Mobiliar, das sich jedoch keineswegs mit der historischen Substanz beißt. „Wir haben die Burgatmosphäre in die heutige Zeit geholt“, zeigte sich Paul Breuer als Vorsitzender des Burgenvereins zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen der Renovierung. „Das Konzept spricht alle an und ist variabel in seinen Möglichkeiten.“ 

Noch in diesem Jahr wird die Renovierung der 1. Übernachtungsetage in Angriff genommen. Zuzüglich der technischen Infrastruktur und der Fassadenrenovierung nimmt der Burgenverein für die Wasserburg im Jahr 2018 noch etwa 40.000 Euro in die Hand. In die Remise flossen allein seitens des Burgenvereins rund 220.000 Euro, unter anderem aus Rücklagen und Sponsoring. Das 3,3 Hektar große Areal rund um die Burg soll für insgesamt 470.000 Euro aufgewertet werden(der SiegerlandKurier berichtete), hier ist eine Förderung in Höhe von 200.000 Euro enthalten. Spenden, ließ Breuer durchblicken, seien nach wie vor willkommen. 

Die Zusammenarbeit mit dem Burgenverein ist auch für Cucina ein Neuanfang: Nach zehn Jahren lief Ende März der Pachtvertrag im Siegener Kulturhaus Lÿz aus, wie Geschäftsführer Olaf Krengel erläuterte. Auch er unterstrich: „Wir wollen Haincher Bürger, Vereine und das Umland mitnehmen.“ Sie alle können am Sonntag, 22. April, ab 11 Uhr sowohl Remise als auch Burg in Augenschein und/oder an einer der vier vorgesehenen Burgführungen mit Paul Breuer teilnehmen, Beköstigung ist ebenfalls vorgesehen. 

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