Betriebserlaubnis für Anlage längst erloschen

Sportpark Siegerland ohne Eis - Zukunft des EHC Netphen ungewiss

Netphen. Die Eissport-Saison steht vor der Tür, aber woher das Eis nehmen? Das ist momentan die große Frage im Sportpark Siegerland, denn der Kölner Insolvenzverwalter hat die Eismaschine vorerst aus dem Verkehr gezogen.

Der Grund: Die Anlage sei total veraltet, so Bernhard Görg, Vertreter des Insolvenzverwalters Dr. Christoph Niering aus Köln.

Auf Nachfrage der Stadt Netphen sei festgestellt worden, dass die Betriebserlaubnis schon seit geraumer Zeit erloschen sei: die Anlage hätte alle fünf Jahre dem TÜV vorgeführt werden müssen. Diesen Schuh müssten sich alle anziehen, so Görg: Bereits der vorherige Betreiber Hettlage habe die regelmäßige Überprüfung versäumt, der SPS habe nach der Übernahme 2004 von dieser Notwendigkeit nach eigener Aussage ebenfalls keine Kenntnis gehabt. Auch vom Umweltamt des Kreises sei bisher nie eine Nachfrage gekommen.

Nun ist das Kind schon fast in den Brunnen gefallen: Zwar sei die Anlage noch funktionstüchtig, aber technisch noch auf dem Stand von 1976. Das ist dem Kölner Büro schlichtweg zu unsicher. Wenn etwas passiere, sei der Insolvenzverwalter dafür haftbar. Deshalb zogen die Verantwortlichen in dieser Woche die Notbremse.

Hätte man die Anlage alle fünf Jahre warten lassen und Stück für Stück instandgesetzt, wären die Investitionskosten im Rahmen geblieben, meint Görg. Durch eine Gesetzesänderung im Jahr 2003 bestehe nun auch kein Bestandsschutz mehr, so dass eine Neuabnahme durch den TÜV nötig wäre. „Dafür ist die Anlage aber einfach zu alt“, so Görg.

Nun hat das Kölner Anwaltsbüro eine Fachfirma beauftragt, die die Kosten für eine mögliche Instandsetzung prüfen soll. „Liegen die Kosten in einem überschaubaren Rahmen, setzen wir natürlich alle Hebel in Bewegung, um den Sportpark noch durch die kommende Saison zu bringen.“ Natürlich war auch der EHC Netphen geschockt, dass erst einmal kein Eis produziert wird. Bitter für den Eishockeyclub, denn ohne Eis kein Training und keine Meisterschaftsspiele. „Der EHC wir kurzfristig für die 1. Mannschaft auswärts Eiszeiten anmieten müssen. Ebenso werden wir gegebenenfalls unsere offiziellen Heimspiele auswärts ansetzen“, so Vereinssprecher Michelle Schulte. Man müsse nun den Kostenvoranschlag abwarten und dann schauen, ob die Reparatur der Kühlanlage gestemmt werden könne. „Falls ja, versuchen wir natürlich über Spenden und ähnliches und gemeinsam mit der Stadt Netphen diese Summe zu finanzieren“, so Schulte abschließend.

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