2000 Kilometer für Toleranz, Frieden und Gerechtigkeit

Wolfgang Petri und Daniel Schröder aus Neunkirchen nehmen am „Friedenslauf von Rom“ teil

+
Wolfgang Petri (l.) und sein Laufpartner Daniel Schröder (r.) fiebern dem Friedenslauf von Rom nach Wittenberg schon entgegen und hoffen, dass die Aktion auch im Siegerland viele Unterstützer findet. 

Neunkirchen. Drei- bis viermal die Woche schnüren Wolfgang Petri und Daniel Schröder derzeit die Sportschuhe. Dauerläufe und Intervalltraining stehen auf dem Plan – egal bei welchem Wetter. „Ausreden gibt’s keine“, schmunzeln sie.

Die beiden Neunkirchener machen sich fit für eine der wohl größten sportlichen Herausforderungen ihres Lebens: Gemeinsam mit rund 20 anderen Läufern wollen sie im Frühling von Rom nach Wittenberg laufen.

16 Etappen müssen zwischen dem 23. April und dem 8. Mai absolviert werden. Gelaufen wird immer in Zweierteams. Jedes Team übernimmt von jeder Etappe einen Teilabschnitt – wie bei einem Staffelrennen. „Von den insgesamt etwa 2000 Kilometern werden wir circa 300 Kilometer selbst laufen, im Schnitt warten jeden Tag etwa 20 Kilometer auf uns“, erklären Petri und Schröder.

Zeichen setzen gegen Fremdenhass

Noch mehr als die sportliche Aufgabe reizt sie aber die Idee, die hinter der Aktion steckt. Denn bei dem Lauf handelt es sich nicht um irgendein Ausdauersport-Event, sondern um einen Friedenslauf. „Wir haben uns gefragt, wie man die Botschaft von kultureller und religiöser Vielfalt, von Frieden, Gerechtigkeit und Integration unter dem Dach des Sports verbreiten kann. Der Lauf ist dafür eine ideale Möglichkeit. Denn einerseits verbinden wir durch den Startort Rom und den Zielort Wittenberg die katholische Kirche mit der evangelischen und andererseits bringt das Projekt viele Sportler aus den unterschiedlichsten Nationen zusammen. Wir haben zum Beispiel Kenianer, Polen, Italiener, Kasachen und Inder dabei. Auch Flüchtlinge werden mitlaufen“, schildert Daniel Schröder. „Wir wollen in einer Zeit, in der Ausgrenzung und Fremdenhass alles zu überlagern scheinen, gemeinsam ein klares Zeichen für Toleranz setzen.“

Dafür werden die Läufer in den jeweiligen Etappenzielorten ganz gezielt die Kommunikation mit der Bevölkerung suchen. „Es geht nicht nur darum, sich selbst von A nach B zu transportieren, sondern auch die Message und das gelingt nur, wenn man mit den Leuten spricht“, wissen die beiden Neunkirchener. Auch Spenden für Arme sollen in diesem Zuge gesammelt werden. Ein wichtiger Baustein für das Gelingen der Aktion ist die enge Kooperation mit den Sportvereinen vor Ort. „Sie kennen die Gegebenheiten am besten“, so Schröder.

Unterstützung erfahren die Akteure, die sich im Verein „Friedenslauf vom Rom 2017 e.V.“ organisiert haben, aber auch von prominenter Seite. Neben zahlreichen lokalen Sportgrößen haben unter anderem bekannte Politiker wie Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow ihre Hilfe zugesichert. Auch die Evangelische Kirche und der Heilige Stuhl werden mitwirken. Gemeinsam mit Vertretern des Vatikans werden die Läufer am Tag vor dem Start zum Beispiel eine Armenspeisung in Rom veranstalten. „Wir werden das Essen selbst zubereiten und ausgeben. Die Frage ist nur, ob der oberste Vertreter des Vatikans, Papst Franziskus, auch die Kelle schwingt. Das steht noch nicht so ganz fest“, lacht Daniel Schröder, der bereits 2010 an einer ganz ähnlichen Aktion teilgenommen hat.

Damals lief er die Strecke gemeinsam mit vielen anderen in umgekehrter Richtung, von Wittenberg nach Rom zu Papst Benedikt XVI., um Geld für Menschen in der Krisenregion Kenia zu sammeln. Insgesamt 10.000 Euro kamen zusammen. Als die Idee entstand, den Lauf im Jahr des großen Reformationsjubiläums andersherum zu wiederholen, um für Toleranz zu werben, war der 36-jährige Maschinenbauingenieur sofort Feuer und Flamme und stellte das Projekt seinem Freund und Sportlerkollegen von Borussia Salchendorf, Wolfgang Petri, vor. „Bei ihm sind meine Ausführungen sofort auf fruchtbaren Boden gefallen“, erklärt er glücklich. Wolfgang Petri nickt: „Ich fand die Idee faszinierend. Ich denke immer darüber nach, was man tun kann und bin schon lange in Sachen Integration und Flüchtlingshilfe aktiv.“

„Botschaft aus dem Siegerland senden!“

Die beiden hoffen sehr, dass der Lauf, der unter anderem über Siena, Verona, Bozen, Garmisch-Partenkirchen, Augsburg, Eisenach, Erfurt und Halle führt, ein ähnlich großer Erfolg wird wie der erste. Dafür braucht es jedoch viele Spender. Petri und Schröder: „Es wäre wirklich toll, wenn sich auch hier bei uns Unternehmen, Privatpersonen, Vereine oder religiöse Gruppen finden würden, die die Aktion gerne unterstützen möchten. Auch kleine Spenden zählen, denn jeder Cent ist wichtig. Genauso willkommen sind uns Sachspenden. Es wäre die Chance, eine Botschaft aus dem Siegerland zu senden!“

Weitere Informationen zum „Friedenslauf von Rom 2017“ gibt es im Internet auf der Homepage www.vpzl.de. Das Spendenkonto lautet: Kontoinhaber: Friedenslauf von Rom 2017 e.V. IBAN: DE68 8005 3722 0305 0259 10, BIC: NOLADE 21811, Vereinsnummer VR 4607, c/o Peter Junge, Ratswall 27, 06749 Bitterfeld-Wolfen/OT Bitterfeld

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare