Mittels Bohrspülverfahrens werden Wasserrohre verlegt

Baustelle in der Baustelle

Das Wasserrohr aus Polyethylen muss mit der Bohrlanze verbunden werden, um dann durch den Bohrkanal zurückgezogen zu werden.

Im Rahmen der Baumaßnahmen, die der Landesbetrieb Straßen an der Frankfurter Straße (L 531) in Neunkirchen vornimmt, finden derzeit auch Arbeiten seitens der Gemeinde statt.

Die Erneuerung der Gehwege zählt dazu, und auch zwei in die Jahre gekommene Wasserleitungen werden ersetzt.

Neunkirchen.

Die beiden Rohre aus den 1930er und 1950er Jahren waren zwar noch intakt, im Zuge der Neugestaltung entschied man sich jedoch die Leitungstrasse zu erneuern. So soll das Risiko künftiger Rohrbrüche im Bereich der neuen Fahrbahn minimiert und die Versorgungssicherheit auf lange Sicht gewährleistet werden.

Während die beiden alten Rohre durch den Brückenkörper liefen, sollte die neue Gewässerkreuzung unabhängig von der Brücke verlegt werden. Um den Wildenbach nicht in Mitleidenschaft zu ziehen, entschied sich die Gemeindeverwaltung mit dem so genannten HDD-Verfahren für wirtschaftliche und umweltfreundliche Verlegemethode.

Dabei handelt es sich um eine gesteuerte Horizontalbohrung, die es erlaubt, Straßen, Gewässer, Eisenbahnschienen, Gärten und selbst Gebäude zu unterqueren. Bei dem Verfahren werden lediglich zwei kleine Baugruben, am Anfang und Ende der Bohrstrecke, benötigt. Die Strecke zwischen diesen Gruben wird mit dem Bohrgestänge durchfahren. Aus dem gesteuerten Rohrvortrieb tritt unter hohem Druck eine geringe Menge Wasser aus.

Umweltfreundliche Methode

Dieses „verdüste“ Wasser schneidet und löst den Boden. Da die Bohrlanze beliebig mit drei Meter langen Stahlrohren verlängert werden kann, ist es möglich, Bohrungen von mehreren hundert Metern Länge durchzuführen. Voraussetzung ist allerdings eine entsprechende Bodenbeschaffenheit. Ein integrierter Sender erlaubt die genaue Ortung des Bohrkopfes, so dass Hindernisse – etwa Rohre oder Kanäle – umgangen werden können. Nach der Herstellung des gesamten Bohrkanals wird im Rückzug einfach das entsprechende zu verlegende Rohr eingezogen.

Im konkreten Fall wurden Wildenbach und Brückenfundament auf einer Länge von rund 75 Metern unterfahren. Das neue flexible Kunststoffrohr, das in diesem Bereich eingesetzt wird, verläuft in einer Tiefe von etwa sechs Metern unterhalb des Fahrbahnniveaus. Der Rest der etwa 350 Meter langen Baustrecke wird „klassisch“ im offenen Graben verlegt.

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