"Dicht bei den Menschen"

Während des SPD-Jahresempfangs im Neunkirchener Ratssaal berichte Dr. Matthias Schreiber vom Leben Johannes Raus.

Selten hat man den Neunkirchener Ratssaal so voll erlebt wie zum diesjährigen Jahresempfang des SPD-Gemeindeverbands Neunkirchen. Neben zahlreichen Besucher aus den kommunalen Verwaltungen, Wirtschaft und Politik konnte Hans-Dieter Moritz als Vorsitzender zahlreiche interessierte Bürger begrüßen.

Besonderes Interesse hat das Thema und der Referent in den Kirchenkreisen hervorgerufen. Dr. Matthias Schreiber, 1963 in Kreuztal-Fellinghausen geboren, studierter Theologe und Politikwissenschaftler, konnte aus erster Hand zum Thema seiner Rede "Johannes Rau: Christ und Politiker - was bleibt?" referieren. Viele Jahre war er Wegbegleiter und Berater in Kirchen- und Religionsfragen des Ministerpräsidenten von NRW und Bundespräsidenten. Schreiber vermittelte einen Überblick über das Leben und Schaffen des Politiker und bekennenden Christen. "Auch wenn Johannes Rau von 1999 bis 2004 das höchste Amt im Staat bekleidete und diese Zeit geprägt war durch viele bemerkenswerte Reden, bleibt doch vor allem die Zeit als Ministerpräsident von NRW in der Erinnerung der Mitmenschen", so Dr. Schreiber. Stets war sich Rau der Bedeutung von Nordrhein-Westfalen als größte zusammenhängende europäische Industrieregion für Europa und die Welt bewusst und der damit verbundene Verantwortung. Sein Terminkalender war "so streng wie die Knute des Pharao", wusste Dr. Schreiber aus eigener Erfahrung zu berichten. Ganz wichtig war es Rau dicht bei den Menschen zu sein. So hat er einmal gesagt: "Ich war in jedem Rathaus drin." Dass dies für Neunkirchen zutrifft, ist bekannt. Hans-Dieter Moritz hatte ihn als Landtagsabgeordneter bei Besuchen im Neunkirchener Rathaus aber auch bei der Namensgebung des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums begleiten dürfen. "Überhaupt war Johannes Rau der Region stark verbunden, war er etwa auch bei der Einweihung der CVJM-Bildungsstätte in Wilgersdorf zugegen."

Bleiben würden die in vielen Reden geäußerten Grundeinstellungen von Johannes Rau, die sein Leben geprägt und die ihm viel Anerkennung auch bei den politischen Gegnern eingetragen hätten. Dazu gehöre sein Motto "Versöhnen statt Spalten", mit dem er unablässig für soziale Gerechtigkeit warb.

Nach der Rede berichteten auch einige der Anwesenden von persönlichen Begegnungen mit Rau und deren Wertschätzung für ihn. Bereits vor Beginn des Jahresempfanges hatte Bürgermeister Bernhard Baumann den Gastredner zu einem Empfang im kleinen Kreis eingeladen, bei dem er sich in das "Goldene Buch" der Gemeinde Neunkirchen eintrug. Passend zum Motto des SPD-Jahresempfangs war der Umstand, dass dieses Gästebuch mit der Unterschrift Raus eröffnet worden war.

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