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DRK-Seniorenheim in Salchendorf hat Werkraum für Bewohner eingerichtet

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Im neuen Werkraum des Seniorenzentrums in Salchendorf wurde bereits fleißig gesägt und geleimt. Jutta Capito (2.v.l.) und Kristin Bichler halfen den Bewohnern. 

Salchendorf. Sägen, bohren, schleifen, leimen, pinseln, schrauben – all das und noch mehr können ab sofort die Bewohner des Seniorenheims der DRK Stiftung Freier Grund tun. Das Altenzentrum in Salchendorf hat einen Raum eingerichtet, wo nach Herzenslust gewerkelt werden kann.

„Wir freuen uns sehr, dass wir diesen Raum jetzt einweihen konnten“, erklärten Einrichtungsleiterin Frauke Schmidt und Jutta Capito, Vorsitzende der Martha-Schneider-Stiftung, die das Vorhaben angeregt und auch finanziell unterstützt hatte, am Donnerstag. Immerhin habe solch ein speziell auf Männer ausgerichtetes Freizeitangebot noch gefehlt. „Wir haben viele Angebote, vom Kochen übers Basteln bis hin zum Gärtnern, doch die richten sich vornehmlich an Frauen. Und das obwohl der Männeranteil immer weiter zunimmt“, so Frauke Schmidt. Aktuell seien rund 20 Prozent der 137 Bewohner männlich. „Zwar können die Herren an allen Angeboten teilnehmen und wir haben hier auch einen Männerstammtisch, doch eine Möglichkeit, wo sie mal etwas ‚typisch Männliches‘ mit ihren Händen arbeiten können, gab es nicht“, erläuterte Schmidt.

Das war Jutta Capito bei ihren zahlreichen Besuchen in dem Seniorenzentrum auch aufgefallen. Deshalb überlegten die Frauen gemeinsam, was man dagegen tun könnte. „Wir haben uns sehr viele Gedanken gemacht“, legte Jutta Capito dar. Letztlich sei die Entscheidung auf einen Werkraum gefallen, wo kleine Handwerksarbeiten verrichtet werden können. Immerhin kämen viele der Bewohner aus dem Handwerk oder hätten früher hobbymäßig damit zu tun gehabt, so Frauke Schmidt.

Durch eine Spende der Martha-Schneider-Stiftung in Höhe von 3000 Euro schaffte das Altenheim Schränke, spezielle Lampen, Stühle, einen rollstuhl- und behindertengerechten Werktisch sowie jede Menge Arbeitsmaterial an. Alles fand in einem rund 30 Quadratmeter großen, ehemaligen Bad Platz. Dort können seit Donnerstag zweimal wöchentlich bis zu sechs Bewohner drei bis vier Stunden ihr handwerkliches Geschick unter Beweis stellen und mit Speckstein arbeiten, Mosaike erstellen oder Holzkästchen bauen und bunt anmalen – je nachdem, was sie wollen und was im persönlichen Bereich des Möglichen liegt. Betreut werden sie dabei von den erfahrenen Ergotherapeutinnen Nicole Selenski und Kristin Bichler – sie gehen den Männern zur Hand und passen auf, dass sich niemand verletzt.

„Dieses Angebot passt super in unser Gesamtkonzept“, freute sich Frauke Schmidt. Es erhalte nicht nur die Mobilität und die geistigen Fähigkeiten, sondern steigere auch die Zufriedenheit und somit das Wohlbefinden der Bewohner. „Sie freuen sich und sind stolz, wenn sie etwas mit ihren eigenen Händen gebaut haben.“

Und obwohl sich der Zeitvertreib vornehmlich an Männer richtet, sind natürlich auch Frauen im Werkraum willkommen. „Wir haben sogar schon eine Dame, die sich gemeldet hat“, verriet Schmidt. Aufgrund des großen Andrangs erwägt das Seniorenzentrum bereits jetzt, das Angebot auf vier Tage in der Woche auszuweiten.

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